WhatsApp führt Benutzernamen ein: Telefonnummer bald optional

WhatsApp testet Benutzernamen als Alternative zur Telefonnummer und plant einen optionalen Passwortschutz für mehr Privatsphäre und Sicherheit.

Die Meta-Tochter führt Benutzernamen als Alternative zur bisher obligatorischen Telefonnummer ein. Das geht aus aktuellen Entwickler-Versionen und Marktanalysen hervor.

Anzeige

Während WhatsApp neue Identitäts-Features einführt, bleibt die grundlegende Absicherung Ihres Smartphones gegen Hacker und Viren die wichtigste Verteidigungslinie. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie mit fünf einfachen Sofort-Maßnahmen für optimalen Schutz sorgen. 5 Schutzmaßnahmen für Android-Smartphones jetzt kostenlos entdecken

Anonymität im Fokus: Benutzernamen als Alternative

Seit der Gründung galt die Mobilfunknummer als zentrales Identifikationsmerkmal eines WhatsApp-Kontos. Diese Verknüpfung stand zunehmend in der Kritik – sie erforderte die Weitergabe privater Kontaktdaten selbst bei flüchtigen oder rein geschäftlichen Interaktionen.

Fast 90 Prozent der Nutzer fordern eine Alternative in Form von Benutzernamen, so Branchenbeobachter. Diesem Wunsch kommt das Unternehmen nun nach: In aktuellen Beta-Versionen wird eine Funktion getestet, die einen individuellen Account-Namen ermöglicht.

Whatsapp würde damit zu Konkurrenzprodukten aufschließen, die eine solche Anonymisierung bereits seit längerem anbieten. Ziel ist, dass Nutzer miteinander kommunizieren können, ohne ihre Telefonnummer preisgeben zu müssen.

Parallel dazu wurde für iOS am 15. Mai 2026 ein sogenanntes „Liquid-Glass-Redesign“ beobachtet. Es modernisiert die optische Benutzeroberfläche und ebnet den Weg für die strukturellen Änderungen.

Mehrschichtige Sicherheitsarchitektur und neue Passwort-Optionen

Zusätzlich zur Identitätsreform plant WhatsApp einen optionalen Passwortschutz für Benutzerkonten. In der Android-Beta-Version 2.26.7.8 wurden entsprechende Hinweise entdeckt. Das Feature geht über die bisherige Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) hinaus.

Das geplante Passwort soll zwischen 6 und 20 Zeichen lang sein und mindestens eine Zahl sowie einen Buchstaben enthalten. Diese zusätzliche Hürde greift insbesondere bei der Anmeldung auf einem neuen Endgerät oder nach Ablauf eines bestimmten Zeitintervalls.

Die Neuerung dient als Schutz gegen die Übernahme von Konten durch Unbefugte. Experten betonen, dass die Funktion den Identitätsprüfungsprozess signifikant verstärkt. Der breite Rollout wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 erwartet.

Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch eine neue „After Reading“-Funktion. Sie erlaubt es Nutzern, Nachrichten so zu konfigurieren, dass sie 5 Minuten, eine Stunde oder 12 Stunden nach dem Lesen automatisch gelöscht werden. Ungelesene Nachrichten verschwinden in diesem Modus nach spätestens 24 Stunden.

Datenschutz-Innovationen und Kontrolle über künstliche Intelligenz

Seit April 2026 bietet WhatsApp die Einstellung „Erweiterter Chat-Datenschutz“ an. Sie ermöglicht es Anwendern, Meta AI innerhalb ihrer Chats weitgehend zu deaktivieren. Konkret verhindert die Einstellung die Erwähnung der KI über das @-Kürzel und unterbindet das automatische Speichern von Medien sowie den Export von Chatverläufen durch das KI-System.

Ein app-weites, vollständiges Abschalten der KI-Integration ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorgesehen. In den USA wurde zudem ein „Incognito AI Chat“ gestartet, der auf Trusted Execution Environments (TEE) basiert.

Die Innovationswelle umfasst auch Verbesserungen bei Medien und Gruppen. Für Juni 2025 wurden Neuerungen wie die Erstellung von Gruppen ohne Teilnehmer-Zwang, ein interner Browser für Links und eine Verlängerung von Status-Videos auf bis zu 90 Sekunden angekündigt.

Trotz dieser funktionalen Erweiterungen bleibt die Finanzierung ein Thema: WhatsApp führt verstärkt Werbeformate in Status-Updates und gesponserte Kanäle ein. Das Targeting basiert auf geografischen Daten wie Land und Stadt sowie den abonnierten Kanälen. Private Chats sollen laut Unternehmensangaben werbefrei bleiben.

Kontext: Ein verschärftes Bedrohungsumfeld im Mobilsektor

Die Bemühungen von WhatsApp sind vor dem Hintergrund massiv gestiegener Sicherheitsrisiken zu sehen. Apple veröffentlichte im Mai 2026 das Update iOS 26.5 mit einer „massiven Sicherheits-Offensive“. Dabei wurden zwischen 52 und 61 Sicherheitslücken geschlossen, darunter kritische Schwachstellen im Kernel und in WebKit-Komponenten.

Zeitgleich führte Apple die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Chats zwischen iPhone und Android ein. Auch Google rüstete Android Mitte Mai 2026 signifikant auf. Ein neues Sicherheitspaket beinhaltet Funktionen wie „Intrusion Logging“, das in Zusammenarbeit mit Amnesty International entwickelt wurde.

Anzeige

Angesichts der steigenden Zahl kritischer Sicherheitslücken im Mobilsektor sollten Android-Nutzer den Schutz ihrer privaten Daten nicht dem Zufall überlassen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen in fünf Schritten, wie Sie mit den richtigen Updates Hackern die Tür vor der Nase zuschlagen. Kostenlosen Android-Sicherheitsreport jetzt herunterladen

Diese Maßnahmen reagieren auf alarmierende Statistiken: Bereits 25 Prozent der Menschen weltweit haben Erfahrungen mit KI-gestützten Betrugsanrufen gemacht. Voice-Cloning, bei dem Kriminelle nur wenige Sekunden Audiomaterial benötigen, um Stimmen für den Enkeltrick zu imitieren, stellt eine neue Qualitätsstufe der Kriminalität dar.

Laut BKA wurden im Jahr 2024 bereits 6.656 Fälle solcher Schockanrufe in Deutschland registriert. KI-gestütztes Phishing stieg um 1.200 Prozent. Quishing – der Betrug via QR-Code – nahm im ersten Quartal 2026 um 150 Prozent auf 18 Millionen Fälle zu.

Ausblick

Die Transformation von WhatsApp hin zu einem System mit optionalen Benutzernamen und verstärktem Passwortschutz markiert einen Wendepunkt. Meta reagiert damit nicht nur auf den Druck der Nutzerbasis, sondern auch auf strengere Regulierung und die Konkurrenz durch spezialisierte Sicherheits-Messenger.

Der Rollout der neuen Identitäts-Features ist für 2026 geplant. Die Akzeptanz der Werbeeinblendungen in Status-Updates und Kanälen wird darüber entscheiden, ob WhatsApp seine marktbeherrschende Stellung ohne signifikante Nutzerverluste behaupten kann.