WhatsApp führt Nutzernamen ein: Ende der Telefonnummer-Ära

WhatsApp ersetzt die Telefonnummer durch individuelle @-Namen und eine PIN für mehr Privatsphäre. Parallel testet Meta ein Bezahlabo und kämpft mit anderen Tech-Konzernen um Stabilität.

Der Messenger-Riese mit über drei Milliarden Nutzern startet die Einführung eines Nutzernamen-Systems. Dieser Schritt soll mehr Anonymität und bessere Kontaktverwaltung bieten – und kommt in einer Phase erhöhter Cyberrisiken.

Mehr Privatsphäre durch @-Namen

Erstmals in der Plattform-Geschichte löst ein @username die Handynummer als primären Account-Anker ab. Nutzer können ab der zweiten Hälfte 2026 eine individuelle Kennung wählen. Diese muss im gesamten Meta-Ökosystem einzigartig sein und kann zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein.

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Ein optionaler vierstelliger PIN bildet eine zusätzliche Sicherheitsschicht. Er erlaubt es, zu kontrollieren, wer überhaupt erstmals Kontakt aufnehmen darf – selbst wenn der Absender den Nutzernamen kennt. Das soll unerwünschte Nachrichten eindämmen.

Parallel testet WhatsApp weitere Privatsphäre-Funktionen. Dazu gehören „Status-Listen“ für ausgewählte Kontakte sowie eine Selbstzerstörungs-Option für gelesene Nachrichten. Die Änderungen sind eine direkte Antwort auf die wachsende Nachfrage nach digitaler Anonymität.

WhatsApp Plus: Bezahlmodell und neue Features

Neben mehr Privatsphäre arbeitet Meta an neuen Einnahmequellen. In einigen Regionen wird bereits „WhatsApp Plus“ getestet. Das Abo-Modell soll etwa 2,49 Euro monatlich kosten und exklusive Features bieten.

Dazu zählen das Anheften von bis zu 20 Chats, Premium-Sticker, spezielle Designs und Klingeltöne. Der Kern-Dienst bleibt für alle kostenfrei. Zudem erhält die App ein moderneres Design mit Live-Fotos und einem KI-Schreibassistenten.

Technische Turbulenzen bei den Giganten

Die Umstellung bei WhatsApp erfolgt in einer angespannten technischen Lage. Andere Tech-Konzerne kämpfen derzeit mit schwerwiegenden Software-Problemen.

Microsoft musste am heutigen Montag ein Update für Teams zurückziehen, nachdem Nutzer über Startfehler und endlose Ladebildschirme klagten. Gleichzeitig verursachte das April-Update für Windows 11 bei einigen HP- und AMD-Geräten einen „Neustart-Loop“ mit Bluescreens.

Auch Apple hat mit Bugs zu kämpfen. Ein Fehler in iOS 26 sperrte Nutzer mit alphanumerischen Codes dauerhaft aus ihren Geräten. Zudem können iPhones mit zu wenig Speicherplatz während des Updates 26.4.1 einfrieren.

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KI als Game-Changer für die Cybersicherheit

Im Hintergrund dieser Plattform-Updates lauert eine noch größere Herausforderung: Künstliche Intelligenz, die selbstständig Sicherheitslücken findet und ausnutzt.

Anthropics „Claude Mythos“-Modell hat demonstriert, wie gefährlich diese Entwicklung ist. In Tests des britischen KI-Sicherheitsinstituts löste die KI in 73 Prozent der Fälle Experten-level-Hacking-Aufgaben. Der Zugang ist derzeit auf etwa 40 Organisationen unter dem „Project Glasswing“ beschränkt.

Diese neuen KI-Fähigkeiten unterstreichen, wie wichtig Identitätsschutz wird. Die Maskierung der Telefonnummer bei WhatsApp ist daher kein Luxus, sondern eine notwendige Verteidigungsmaßnahme. Experten betonen: In einem Zeitalter autonomer KI-Angriffe sind reduzierte Sichtbarkeit und regelmäßige Überprüfungen entscheidend.

Die Einführung von Nutzernamen markiert einen Wendepunkt für WhatsApp. Aus dem simplen Messenger wird eine komplexere Plattform für digitale Identität. Ob der Übergang gelingt, hängt auch davon ab, ob Meta die Stabilität angesichts der branchenweiten technischen Volatilität halten kann. Für Unternehmen und professionelle Nutzer sind diese Veränderungen jedoch eine notwendige Evolution.