WhatsApp führt Nutzernamen ein und verabschiedet sich von der Telefonnummer

WhatsApp ersetzt die sichtbare Telefonnummer durch individuelle Benutzernamen, um die Privatsphäre von Milliarden Nutzern zu stärken. Die Umstellung soll bis Juni 2026 abgeschlossen sein.

Der Messenger ersetzt die sichtbare Handynummer durch individuelle Nutzernamen. Diese grundlegende Änderung soll die Privatsphäre von über zwei Milliarden Nutzern stärken. Der Roll-out hat bereits begonnen und soll bis Juni 2026 abgeschlossen sein. Besonders für Unternehmenskonten wird das namensbasierte System dann verpflichtend.

So funktioniert das neue Identitätssystem

Kern der Neuerung: Die Mobilfunknummer muss nicht mehr mit jedem Chatpartner geteilt werden. In aktuellen Beta-Versionen können Nutzer bereits einen eindeutigen Benutzernamen festlegen. Dieser dient als Alias für die Suche und Kontaktaufnahme in der App.

Die Telefonnummer bleibt zwar für die Registrierung nötig. In Chats bleibt sie für Dritte aber unsichtbar – es sei denn, sie ist bereits im Adressbuch gespeichert. Branchenbeobachter sehen darin eine Reaktion auf Sicherheitsbedenken. Bisher führte die Sichtbarkeit der Nummer in Gruppen oder bei Online-Verkäufen oft zu unerwünschten Kontakten.

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Optionaler PIN-Schutz gegen Spam und Bots

Gegen Missbrauch durch Spammer führt WhatsApp eine zusätzliche Sicherheitsebene ein. Ein optionaler vierstelliger „Username Key“ kann aktiviert werden. Wer dann einen Nutzer erstmals kontaktieren will, muss nicht nur den Namen kennen, sondern auch diesen Code eingeben.

Ohne die vier Ziffern bleibt die erste Nachricht blockiert. Dieser Schutz gilt speziell für neue Kontakte. Bestehende Chats sind nicht betroffen. Meta empfiehlt die PIN-Funktion besonders für leicht zu erratende oder öffentlich geteilte Nutzernamen.

Strikte Regeln und Fahrplan für die Umstellung

Für die Wahl der neuen Identifikatoren gelten strenge Vorgaben. Ein Nutzername muss zwischen 3 und 35 Zeichen lang sein und mindestens einen Buchstaben enthalten. Erlaubt sind nur Kleinbuchstaben, Zahlen, Punkte und Unterstriche.

Namen, die mit „www.“ beginnen oder auf „.com“ enden, sind verboten. Damit will WhatsApp Verwechslungen mit offiziellen Webseiten vorbeugen. Die Einführung erfolgt schrittweise. Für Business-Accounts hat sie hohe Priorität und soll bis Juni abgeschlossen sein.

Ein besonderes Feature: Nutzer können ihre etablierten Benutzernamen von Instagram oder Facebook übernehmen. Voraussetzung ist eine Verknüpfung der Konten im Meta Account Center – und dass der Name bei WhatsApp noch frei ist.

Was die Änderung für Datenschutz und Wettbewerb bedeutet

Die Abkehr von der Telefonnummer als Hauptkennung hat weitreichende Folgen. WhatsApp nähert sich damit funktional Konkurrenten wie Telegram oder Discord an. Diese punkten seit Jahren mit ihren namensbasierten Systemen bei datenschutzbewussten Nutzern.

Datenschützer sehen die Entwicklung zwiespältig. Zwar stärkt die Maskierung der Handynummer die Privatsphäre. Doch identische Namen über verschiedene Netzwerke hinweg könnten das Erstellen von Nutzerprofilen erleichtern. Experten raten daher zu einem individuellen WhatsApp-Namen.

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Zudem könnte es einen Wettlauf um prominente Begriffe oder Markennamen geben. WhatsApp plant laut Berichten ein System, um Namensrechte zu schützen. Für Nutzer bedeutet die Änderung mehr Kontrolle. Die klassische Frage nach der Handynummer könnte in vielen Kontexten bald der Vergangenheit angehören.