Kunal Shah, Gründer des indischen Fintechs CRED, übernimmt die Führung von WhatsApp. Der Schritt unterstreicht Metas Ambitionen, den Messenger zum Zahlungs- und Geschäftskanal auszubauen.
Die Personalie ist Teil einer umfassenden Strategie: Am 24. Juni 2024 gab Meta die Ernennung Shahs bekannt – parallel zum weltweiten Start eines KI-gesteuerten Geschäftstools und der geplanten Ausweitung von Gebühren für gewerbliche Nutzer. Besonders in Indien, WhatsApps größtem Markt, will das Unternehmen nun ernst machen mit der Kommerzialisierung.
Ein Fintech-Gründer an der Spitze
Mit Kunal Shah holt Meta einen erfahrenen Gründer aus dem Finanzsektor. Der Konzern hatte kürzlich rund 900 Millionen Euro für einen Anteil von etwa 20 Prozent an Shahs Firma CRED gezahlt, die mit 4,5 Milliarden Euro bewertet wurde. Shah soll nun das Commerce- und Zahlungsgeschäft von WhatsApp beschleunigen.
Die Zahlen zeigen das Potenzial: WhatsApp zählt in Indien über 860 Millionen Nutzer und wickelt monatlich rund 150 Millionen Transaktionen ab. Doch im Zahlungsverkehr hinkt die Plattform Konkurrenten wie PhonePe und Google Pay hinterher. Metas Geschäftsumsatz in Indien hat bereits die Milliarden-Euro-Marke geknackt – und das Unternehmen sucht nach neuen Einnahmequellen, darunter auch kostenpflichtige Abos wie WhatsApp Plus.
Neue Preise für Geschäftskunden
Seit Juli 2025 berechnet WhatsApp pro Nachricht über seine Business-API – ein Modell, das die alten Pauschalpreise für Unterhaltungen ablöste. Die Plattform unterscheidet dabei zwischen Marketing-, Service- und Authentifizierungsnachrichten, deren Preise je nach Region variieren.
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Ein weiterer Schritt steht bevor: Ab Oktober 2026 will WhatsApp auch für Geschäftsantworten innerhalb von API-Unterhaltungen Gebühren erheben. Bislang sind diese Antworten kostenlos. In Brasilien, wo nahezu jedes Smartphone die App installiert hat, sollen diese Nachrichten umgerechnet etwa 0,6 Cent kosten.
Die Standard-App für kleine Unternehmen bleibt kostenlos. Die API ist jedoch Pflicht für große Volumen, Automatisierung oder mehrere Agenten. Service-Gespräche bleiben innerhalb eines 24-Stunden-Fensters gebührenfrei, und Klick-zu-WhatsApp-Anzeigen gewähren 72 Stunden kostenlose Interaktion.
KI-Agent für Unternehmen
Am 23. Juni 2024 führte Meta einen KI-Business-Agenten für WhatsApp und Instagram DM ein. Der Agent automatisiert Kundeninteraktionen: Er beantwortet Fragen, empfiehlt Produkte und vereinbart Termine. Für große Unternehmen vermarktet Meta die Technologie über KI-Nutzungsgebühren und WhatsApp-Business-Premium-Abonnements.
Das Tool lässt sich mit externen Plattformen wie Shopify und Zendesk verbinden. Es qualifiziert Leads, bevor es sie an menschliche Mitarbeiter übergibt. Die Maßnahme folgt einer KI-Richtlinie von 2024, die allgemeine Chatbots auf der Plattform einschränkt, aber zweckgebundene Agenten für bestimmte Geschäftsaufgaben erlaubt.
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Regionale Unterschiede bleiben
Die Preisgestaltung variiert weiterhin stark. In Indien müssen Unternehmen, die die WhatsApp-Business-API nutzen, bis zum 31. Dezember 2026 auf die lokale Währung Rupie umstellen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten kosten Marketing-Nachrichten umgerechnet etwa 4 Cent, Service- und Authentifizierungsnachrichten rund 1,3 Cent. In Saudi-Arabien wurden die Preise zum 1. April 2026 erhöht.
Viele Unternehmen greifen über Drittanbieter auf die WhatsApp-Business-API zu. Diese verlangen oft eigene Aufschläge oder monatliche Abogebühren zwischen 5 und knapp 100 Euro, abhängig von Funktionen und Volumen.

