Ein alter Kettenbrief warnt vor einem angeblichen Schadvideo namens „Martinelli“ und macht wieder die Runde. Sicherheitsexperten geben Entwarnung: Es handelt sich um eine bekannte Falschmeldung ohne reale Gefahr.
Die Warnung taucht derzeit erneut in unzähligen WhatsApp-Chats auf. Sie behauptet, ein Video mit dem Namen „Martinelli“ würde „morgen“ erscheinen und beim Öffnen das Smartphone hacken. Oft ist die Meldung mit einer Warnung vor „WhatsApp Gold“ kombiniert. Obwohl dieser Hoax seit mindestens 2017 kursiert, sorgt sein Comeback für Verunsicherung und viele Anfragen in IT-Foren.
Die Anatomie eines Zombie-Hoax
Der „Martinelli“-Kettenbrief ist ein klassischer „Zombie-Hoax“. Er verschwindet nie ganz und taucht in regelmäßigen Abständen wieder auf. Sein Erfolgsrezept ist einfach:
* Die vage Warnung vor einem Ereignis „morgen“ wirkt stets dringlich.
* Technischer Jargon verleiht der Meldung eine scheinbare Autorität.
* Der Schutzreflex verleitet viele dazu, die Warnung ungeprüft weiterzuleiten.
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Die Erwähnung von „WhatsApp Gold“ gibt der Falschmeldung zusätzlich Glaubwürdigkeit. Dahinter steckt ein Köder mit wahrem Kern: Vor Jahren gab es tatsächlich Betrugsversuche mit einer schädlichen App dieses Namens. Der Hoax vermischt diese alte, reale Bedrohung geschickt mit der frei erfundenen „Martinelli“-Geschichte.
Experten: Keine reale Bedrohung bekannt
Sicherheitsfirmen und Faktencheck-Plattformen wie Mimikama stellen klar: Das beschriebene Video existiert nicht. Es gibt keine Belege für eine Schadsoftware, die sich auf diese Weise verbreitet. Die Architektur moderner Smartphone-Betriebssysteme macht es zudem sehr unwahrscheinlich, dass das bloße Öffnen eines Videos das Gerät „hackt“.
Die eigentliche Gefahr liegt anderswo: Solche Kettenbriefe schüren unnötige Panik und stumpfen Nutzer gegenüber echten Sicherheitswarnungen ab.
Warum sich Falschmeldungen so hartnäckig halten
Die Langlebigkeit des Hoax hat psychologische Gründe. Er spielt mit der generellen Verunsicherung zu Cybersicherheit und dem natürlichen Wunsch, sein Umfeld schützen zu wollen. In geschlossenen WhatsApp-Gruppen, die auf Vertrauen basieren, fehlt oft die korrigierende Einordnung durch eine breitere Öffentlichkeit oder Faktenchecker.
So sollten Nutzer reagieren
Da der Hoax wohl auch in Zukunft wiederkommen wird, geben Experten klare Handlungsempfehlungen:
* Nicht weiterleiten. Brechen Sie die Kette.
* Nachricht löschen.
* Absender informieren. Weisen Sie freundlich auf den Hoax hin.
* Skepsis bewahren. Seien Sie bei unaufgeforderten, alarmierenden Warnungen grundsätzlich misstrauisch.
* Offizielle Quellen nutzen. Laden Sie App-Updates nur aus den offiziellen Stores von Google oder Apple herunter.
* Links prüfen. Öffnen Sie keine verdächtigen Links oder unbekannten Anhänge.
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