WhatsApp in der Zwickmühle: Neue Funktionen, schwere Vorwürfe

Meta testet ein Status-Hub für WhatsApp, während eine texanische Klage die Sicherheitsversprechen des Messengers infrage stellt.

Meta testet frische Features für WhatsApp – doch eine Klage aus Texas erschüttert das Vertrauen in die Sicherheit des Messengers.

Der weltgrößte Messenger-Dienst steht vor einem Dilemma. Während WhatsApp-Chefs neue Funktionen testen, die Status-Updates prominenter platzieren, wirft der texanische Generalstaatsanwalt dem Konzern vor, jahrelang falsche Versprechungen zur Verschlüsselung gemacht zu haben. Für die rund drei Milliarden Nutzer weltweit stellt sich die Frage: Wie sicher ist WhatsApp wirklich?

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Neues „Status Hub“ und frische Medientools

Seit dem 22. Mai testet Meta bei ausgewählten Nutzern eine grundlegende Überarbeitung der Chat-Oberfläche. In Regionen wie Ghana sehen Tester die Status-Updates ihrer Kontakte nun direkt oben im „Chat“-Tab – ein neues Layout namens „Status Hub“. Die Änderung ist minimierbar, sodass Nutzer, die die klassische Ansicht bevorzugen, nicht umstellen müssen.

Parallel dazu arbeitet Meta an der Medienverwaltung für iPhones. Ein neues Anhänge-Menü zeigt kürzlich aufgenommene Fotos und Videos in einem 4×4-Raster an. Das soll das Teilen von Inhalten deutlich beschleunigen. Beide Funktionen befinden sich noch in der Testphase.

Schwere Vorwürfe aus Texas

Am 21. Mai reichte Generalstaatsanwalt Ken Paxton im Harrison County Klage ein. Der Vorwurf: WhatsApp habe seit 2016 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versprochen, die nie vollständig existiert habe. Die Klage stützt sich unter anderem auf einen Bericht über eine eingestellte Bundesermittlung.

Besonders brisant: Die Anwälte behaupten, Meta-Führungskräfte hätten 2018 vor dem US-Senat irreführende Aussagen zu Datenschutzstandards gemacht. Beteiligt ist die Kanzlei Keller Postman LLC, die bereits 2024 eine 1,4-Milliarden-Euro-Einigung mit Meta erzielte.

Meta weist die Vorwürfe zurück und betont die Robustheit seiner Sicherheitsprotokolle. Experten der ETH Zürich und der Johns Hopkins University haben bei Reverse-Engineering-Untersuchungen keine Belege für die behaupteten Sicherheitslücken gefunden.

Die historische Lücke bei Backups

Die Klage hebt jedoch ein bekanntes Problem hervor: Bis Oktober 2021 waren WhatsApp-Backups in Cloud-Diensten wie Google Drive oder iCloud nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Erst danach führte Meta diese Schutzfunktion ein.

Der texanische Generalstaatsanwalt fordert eine einstweilige Verfügung sowie Zivilstrafen von 10.000 Euro pro Verstoß. Sollte die Klage Erfolg haben, könnte dies Milliarden kosten.

Ermittlungen auch gegen Meta-Brillen

Die juristische Offensive aus Texas geht weiter. Seit dem 22. Mai untersucht die Behörde auch die Ray-Ban Meta Smart Glasses. Im Fokus: unerlaubte Audio- und Videoaufnahmen. Es gibt Hinweise, dass Auftragnehmer in Kenia aufgefordert wurden, aufgezeichnetes Material zu überprüfen – ein möglicher Verstoß gegen Datenschutzrechte unbeteiligter Personen.

Die texanische Behörde hat zuletzt auch gegen Netflix und Discord ermittelt.

Großes Update bei Apple und Google

Unabhängig von den WhatsApp-Nachrichten tut sich viel im mobilen Ökosystem. Apple testet iOS 26.5.1, das nach dem Memorial-Day-Wochenende erscheinen soll. Die Vorversion iOS 26.5 brachte unter anderem verschlüsselte RCS-Nachrichten in der Beta und eine „Vorgeschlagene Orte“-Funktion in Apple Maps.

Google lieferte im Mai 2026 Sicherheitsupdates für Android aus, darunter WebView 149 mit verbessertem Datenschutz und neue Diebstahlschutz-Funktionen für Android 17. Die „Remote Lock“-Funktion wird derzeit in Großbritannien getestet.

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Samsung rollt One UI 8.5 aus

Samsung hat in den letzten 48 Stunden das Update One UI 8.5 für das Galaxy Tab S11 und S11 Ultra in Südkorea freigegeben. Die Galaxy-S23-Serie erhält das Update nun in Indien und Europa. Die Galaxy-S22-Reihe bekam ein Sicherheitsupdate, das 36 Schwachstellen schließt – vermutlich das letzte große Update, da das Gerät für One UI 9.0 nicht mehr vorgesehen ist.

Ausblick: WWDC 2026 als nächster Meilenstein

WhatsApp steht vor einem Balanceakt: Neue soziale Funktionen wie das „Status Hub“ sollen die Nutzerbindung stärken, doch die texanische Klage gefährdet das Markenversprechen „sicherer Messenger“. Branchenbeobachter rechnen damit, dass die Definition von „sicherer Kommunikation“ noch 2026 vor Gerichten ausgefochten wird.

Der nächste große Termin: die WWDC 2026 am 8. Juni. Dort werden weitere Entwicklungen bei mobilen Messaging-Standards und Plattformsicherheit erwartet.