WhatsApp in Indien: Regierung stoppt Benutzernamen-System

Indien blockiert WhatsApps Benutzernamen-Feature aus Sorge vor Cyberkriminalität. Parallel bringt Meta zahlreiche Updates für den Messenger.

Der Messaging-Dienst WhatsApp steht in Indien vor einem massiven Rückschlag. Die Regierung des Landes hat die Einführung des neuen Benutzernamen-Systems gestoppt – aus Sorge vor Cyberkriminalität.

Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) prüft derzeit eine schriftliche Stellungnahme von WhatsApp zu den Risiken der neuen Funktion. Die Behörden befürchten, dass pseudonyme Accounts Phishing und Identitätsdiebstahl erleichtern könnten. Indien ist mit über 850 Millionen Nutzern der mit Abstand größte Markt für den Meta-Konzern.

Warum der Streit um Benutzernamen eskaliert

Die umstrittene Funktion soll es ermöglichen, Nachrichten auszutauschen, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben. Für die Erstanmeldung bleibt eine Nummer jedoch Pflicht. Weltweit befindet sich das Feature noch in der Beta-Phase – doch Indien zieht jetzt die Reißleine.

Die Regierung denkt offenbar über einen einheitlichen Regulierungsrahmen für alle Messaging-Plattformen nach, darunter auch Signal und Telegram, um Online-Kriminalität besser bekämpfen zu können. Die Internet Freedom Foundation hat bereits rechtliche Schritte angekündigt: Die Organisation hält die Blockade für rechtswidrig, da die aktuellen IT-Gesetze keine derartigen Eingriffe in Produktfunktionen erlauben.

KI-Funktionen und plattformübergreifende Neuerungen

Parallel zum Rechtsstreit in Indien hat WhatsApp am 13. Juli 2026 mehrere funktionale Updates veröffentlicht. Dazu gehört ein System zum plattformübergreifenden Chat-Transfer zwischen Android und iPhone, ein verbessertes Speichermanagement und die Möglichkeit, zwei Accounts auf einem einzigen iPhone zu betreiben. Ebenfalls im weltweiten Rollout: KI-gestützte Fotobearbeitung und Schreibassistenz.

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Für Geschäftskunden gibt es ebenfalls Neuigkeiten: WhatsApp Business für Android unterstützt seit dem 12. Juli mehrere Accounts. Die in der Beta-Version 2.24.27.5 entdeckte Funktion erlaubt es, zwei Geschäftsprofile auf einem Gerät zu verwalten. Branchenbeobachter sehen darin einen Produktivitätsschub speziell für kleine Unternehmen.

Neue Oberfläche und Engagement-Features

WhatsApp hat auch die Benutzeroberfläche überarbeitet. Seit dem 7. Juli gibt es für iOS-Nutzer eine neue Registerkarten-Oberfläche für Gruppeninformationen, die die Navigation in großen Chats erleichtert. Nur einen Tag zuvor wurden bezahlte Partnerschaften für WhatsApp-Kanäle eingeführt – Channel-Betreiber können nun Werbeinhalte formalisieren.

Weitere Neuerungen der letzten Wochen:

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  • Geburtstagsbenachrichtigungen: Seit dem 9. Juli wird auf Android getestet, ob lokale Kontaktdaten für Erinnerungen genutzt werden können. Ein globaler Rollout ist für das dritte Quartal 2026 geplant.
  • Wear-OS-Unterstützung: Seit dem 8. Juli können Nutzer Chats starten, Nachrichten anpinnen oder archivieren und als gelesen markieren – direkt vom Smartwatch-Startbildschirm.
  • Präsenzanzeige: Ein grüner Punkt für Online-Kontakte wurde am 4. Juli in der iOS-Beta eingeführt und erscheint im Chat-Informationsbildschirm.
  • Tablet- und iPad-Support: Seit dem 3. Juli gibt es eine primäre Geräteunterstützung für iPad und einen überarbeiteten Einrichtungsbildschirm für Android-Tablets.
  • GIF-Anbieterwechsel: WhatsApp ist am 2. Juli von Tenor auf GIPHY umgestiegen.

Viele dieser Funktionen befinden sich noch in der Beta-Phase oder werden schrittweise ausgerollt. Sie zeigen jedoch deutlich, wohin die Reise geht: Meta will die über drei Milliarden monatlichen Nutzer bei der Stange halten und die App zum universellen Kommunikations-Hub ausbauen. Ob der Indien-Konflikt diesen Kurs bremst, bleibt abzuwarten.