Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp hat in Indien mit einem Testlauf zur Abfrage des Geburtsdatums seiner Nutzer begonnen. Seit dem 1. August 2026 dokumentieren Screenshots einen sogenannten „Date-of-Birth-Prompt“, mit dem Anwender zur Angabe ihres Alters aufgefordert werden. Diese Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund strengerer regulatorischer Anforderungen im bevölkerungsreichsten Markt des Unternehmens und zielt darauf ab, den Schutz jüngerer Nutzer zu verbessern.
Dokumentation des Tests und Datenschutzaspekte
Die neue Funktion zur Altersangabe wird derzeit als Testlauf geführt und ist für die Nutzer optional. Obwohl entsprechende Aufforderungen zur Eingabe des Geburtsdatums seit dem 1. August 2026 in der Anwendung auftauchen, liegt bisher keine offizielle Bestätigung oder Ankündigung seitens WhatsApp vor. In anderen Regionen weltweit ist eine solche Abfrage bereits üblich; nun wird das Verfahren auch auf den indischen Markt ausgeweitet.
Hinsichtlich der Privatsphäre der Nutzer wird betont, dass die Angabe des Geburtsdatums nicht öffentlich sichtbar gemacht wird. Die Information dient primär internen Zwecken zur Altersverifikation und wird privat behandelt. Damit folgt die Plattform einem globalen Trend, bei dem Messaging-Dienste verstärkt Mechanismen einführen, um die Einhaltung von Mindestaltersgrenzen sicherzustellen, ohne die Nutzeridentität Dritten gegenüber preiszugeben.
Der rechtliche Rahmen des indischen DPDP Act
Hintergrund für die Einführung der Altersabfrage ist der indische Digital Personal Data Protection Act (DPDP Act) aus dem Jahr 2023. Das Gesetz legt strenge Richtlinien für den Umgang mit Daten von Minderjährigen fest. Insbesondere die Sektion 9 des DPDP Act verlangt für Nutzer unter 18 Jahren eine verifizierte Zustimmung der Eltern. Diese gesetzliche Verpflichtung soll am 13. Mai 2027 offiziell in Kraft treten.
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Unternehmen, die gegen diese Bestimmungen verstoßen, müssen mit empfindlichen Sanktionen rechnen. Der DPDP Act sieht bei Zuwiderhandlungen Strafen in Höhe von bis zu Rs. 250 crore vor. Darüber hinaus verbietet das Gesetz das Tracking von Kindern sowie die Schaltung gezielter Werbung, die sich an Minderjährige richtet. Die Einführung der Geburtsdatumsabfrage gilt daher als wichtiger Schritt für WhatsApp, um die notwendigen technischen Voraussetzungen für die kommende Rechtslage zu schaffen.
Juristischer Druck durch den Delhi High Court
Zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben sieht sich die Branche in Indien mit juristischen Forderungen konfrontiert. Am 5. August 2026 verhandelt der Delhi High Court über eine öffentliche Interessensklage (PIL), die eine strengere Altersverifikation für die rund 350 Millionen Social-Media-Nutzer des Landes fordert. Die Petenten, eine Mutter und ein Kinderarzt, fordern unter anderem eine Verifikation über staatliche Systeme wie Aadhaar oder Digi Yatra sowie ein striktes Nutzungsverbot für Kinder unter 13 Jahren.
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Bereits im Jahr 2025 hatte der Supreme Court eine ähnliche Forderung abgelehnt. Dennoch verdeutlicht die aktuelle Verhandlung am Delhi High Court den anhaltenden öffentlichen und juristischen Druck auf Plattformbetreiber, den Zugang für Minderjährige strenger zu kontrollieren.
Internationaler Vergleich der Altersprüfung
Die Entwicklungen in Indien spiegeln eine weltweite Verschärfung der Regeln für soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste wider. In Australien wurde beispielsweise kürzlich ein Verbot der Social-Media-Nutzung für Jugendliche unter 16 Jahren beschlossen, wobei WhatsApp von dieser spezifischen Regelung ausgenommen bleibt. Auch im Vereinigten Königreich werden derzeit die Anforderungen an die Altersprüfung für Online-Dienste massiv verschärft. Der indische Testlauf für die Altersabfrage reiht sich damit in eine Reihe globaler Bemühungen ein, den Jugendschutz im digitalen Raum rechtlich und technisch abzusichern.

