WhatsApp-KI-Support: Meta entfernt 102 offengelegte Anweisungsblöcke

Ein Softwarefehler machte interne Chatbot-Vorgaben auf 80 WhatsApp-Seiten sichtbar; Meta hat sämtliche 102 Textblöcke gelöscht.

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Der Technologiekonzern Meta hat interne Anweisungen für den KI-Support von öffentlich zugänglichen WhatsApp-Hilfeseiten entfernt. Vorausgegangen war ein Softwarefehler, durch den die internen Betriebsanweisungen für den Support-Chatbot im Quellcode der Hilfeseiten sichtbar geworden waren.

Versteckte Textblöcke im Code offengelegt

Entdeckt wurden die vertraulichen Vorgaben vom Analyseunternehmen Redact, dessen Chef Dan Saltman das Auffinden der Anweisungen auf den 8.10.2026 datierte. Nach Angaben von Redact befanden sich auf 80 von 545 verlinkten WhatsApp-Hilfeseiten insgesamt 102 versteckte Textblöcke, die für einen KI-Chatbot bestimmt waren.

Nach Berechnungen von PPC Land betraf dies rund 14,7 Prozent der untersuchten Hilfeseiten. Die Vorgaben waren innerhalb des Code-Blocks „HelpContentGalaxyLLMInclude“ öffentlich einsehbar.

Eine spätere Überprüfung am 15.10.2026 um 21:40 UTC ergab zunächst, dass die Textblöcke weiterhin im Quellcode abrufbar waren. Eine erneute Kontrolle am 18.10.2026 um 02:08 UTC bestätigte schließlich, dass alle 102 Blöcke von sämtlichen 80 betroffenen Seiten vollständig entfernt worden waren. Wie lange die Anweisungen insgesamt im Netz exponiert waren und ob externe Chatbots darauf zugegriffen haben, blieb unklar.

Strikte Vorgaben für rechtliche Themen

Die offengelegten Leitlinien enthielten detaillierte Vorgaben dazu, wie sich der Chatbot gegenüber Hilfesuchenden verhalten sollte. Ein Abschnitt der Anweisungen trug die spanische Überschrift „QUÉ NO DECIR“. Unter anderem war der KI untersagt, Nutzern zu raten, sich an Datenschutzbehörden oder Regulierungsstellen zu wenden.

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Ebenso sollte der Chatbot konkrete Datenschutzgesetze wie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (GDPR), die brasilianische LGPD oder das kalifornische Datenschutzgesetz CCPA nicht namentlich erwähnen – selbst dann nicht, wenn Anwender diese Gesetze direkt ansprachen.

Bei rechtlichen Fragestellungen sah das Regelwerk vor, weder allgemeine Geschäftsbedingungen noch Datenschutzrichtlinien zu zitieren oder zu interpretieren. Aussagen zu rechtlichen Haftungsfragen waren dem System komplett untersagt. Weitere Vorgaben schrieben vor, Erwähnungen von Gehörlosigkeit lediglich als Hintergrundinformation zu behandeln und keine unveröffentlichten Community-Funktionen vorab zu erwähnen.

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Meta begründet Regeln mit Support-Fokus

WhatsApp-Sprecher Joshua Breckman stufte den Vorfall als technischen Bug ein, der mittlerweile behoben worden sei. Der betreffende Text sei vollständig von den Seiten gelöscht worden.

Breckman stellte klar, dass sich die Anweisungen direkt an den Support-Chatbot gerichtet hätten und nicht für die Endnutzer bestimmt gewesen seien. Ziel der Vorgaben sei gewesen, die Antwortqualität des Systems sicherzustellen und Anwendern, die den KI-Support kontaktieren, möglichst präzise Informationen bereitzustellen.

Meta beabsichtige damit nach eigenen Angaben, den Chatbot konsequent auf Hilfestellungen rund um WhatsApp zu fokussieren und das System davon abzuhalten, unzulässige Rechtsberatung zu erteilen.