Über das Wochenende des 24. und 25. Oktober 2026 sind in Paraguay zahlreiche WhatsApp-Business-Konten kompromittiert worden. Betroffen von der massenhaften Übernahme sind Gewerbetreibende, Gastronomiebetriebe, Content-Creator sowie die Basílica de Caacupé. Wie aus Berichten vom 26. Oktober 2026 hervorgeht, erfolgten die Vorfälle trotz zuvor aktivierter Sicherheitsprotokolle auf den entsprechenden Konten.
Täuschung statt technischem Systemhack
Nach Angaben der zuständigen Ermittlungsbehörden handelt es sich bei den Vorfällen im Kern nicht um einen klassischen technischen Hack der Plattforminfrastruktur, sondern um gezielte Identitätsübernahmen durch Täuschung. Offizier Carlos Insfrán von der Abteilung für Wirtschaftskriminalität im paraguayischen Encarnación erklärte, die Angreifer nutzten Maschen wie angebliche Gewinne oder Prämien, um an vertrauliche Verifizierungscodes zu gelangen.
Zudem brächten Kriminelle die Nutzer dazu, ihren Bildschirm freizugeben oder über zugesandte Links externe Anwendungen zu installieren. Den Opfern bleibe nach einer erfolgten Übernahme des Profils oft nur ein knappes Zeitfenster von fünf bis zehn Minuten, um den Zugriff wiederherzustellen.
In solchen Fällen wird geraten, die Anwendung umgehend zu deinstallieren, neu einzurichten und den Bestätigungscode per Sprachanruf anzufordern. Grundsätzlich sollten Bestätigungscodes niemals weitergegeben und die Zwei-Schritt-Verifikation stets aktiv gehalten werden.
Die Abteilung Cibercrimen der paraguayischen Nationalpolizei stellt betroffenen Nutzern unterdessen Online-Anleitungen sowie ein entsprechendes Meldeformular zur Verfügung.
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Behördenwarnungen vor Phishing und Malware
Die Sicherheitslage rund um den Messaging-Dienst beschäftigt derweil auch Behörden in anderen Regionen. Das nationale Computer-Notfallteam Pakistans (NCERT) veröffentlichte eine Warnung der höchsten Alarmstufe bezüglich gezielter Phishing- und Malware-Kampagnen über WhatsApp Web, WhatsApp Desktop und E-Mail. Die Bedrohung richte sich vor allem an Regierungsbeamte, sensible Dienststellen und Inhaber sicherheitsrelevanter Informationen.
Dem NCERT zufolge geben sich Kriminelle als offizielle Stellen aus und versenden manipulierte Dokumente. Beim Öffnen dieser schadhaften Dateien auf Windows-Systemen drohe eine Kompromittierung des gesamten Rechners samt Fernzugriff durch Unbefugte.
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Neben dem Diebstahl sensibler Daten und Passwörter kaperten die Angreifer dabei auch bestehende WhatsApp-Web-Sitzungen, um über die Konten der Betroffenen weitere betrügerische Nachrichten an Kontakte zu verschicken.
Zu den typischen Warnzeichen gehören unerwartete Dateien von bekannten Rufnummern sowie unbekannte Einträge in der Übersicht verknüpfter Geräte. Das NCERT empfiehlt exponierten Nutzern, Desktop-Anwendungen auf Windows-Rechnern zu meiden, fremde Sitzungen zu beenden und Nachrichten über alternative Kanäle zu verifizieren. Bei einem Verdacht auf eine Infektion solle die Netzwerkverbindung sofort getrennt und Protokolldaten als Beweismittel gesichert werden.
Regionale Vorfälle auch im südlichen Afrika
Auch im südlichen Afrika meldeten Mobilfunkanbieter Probleme mit unbefugten Zugriffen auf Nutzerkonten. Telekom Networks Malawi (TNM) nahm Gespräche mit dem Mutterkonzern Meta auf, nachdem es zu einer Reihe kompromittierter WhatsApp-Kundenkonten in Malawi und der umliegenden Region gekommen war.
TNM betonte nach internen Prüfungen, dass die eigene Kernnetzinfrastruktur sowie interne Systeme vollständig sicher seien und keine Schwachstelle aufwiesen. Man arbeite gemeinsam mit Meta an Unterstützungsmaßnahmen für die Betroffenen.

