WhatsApp: Meta AI erweitert Fotos automatisch ins 9:16-Format

WhatsApp testet KI-Bildbearbeitung für Hochformat und On-Device-Betrugserkennung. Neue Funktionen in der Beta-Phase entdeckt.

Der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp arbeitet an einer tiefgreifenden Integration von künstlicher Intelligenz, um die Bearbeitung von Medieninhalten zu automatisieren. Aktuelle Entwicklungen in der Beta-Version für Android zeigen eine neue Funktion von Meta AI, die Bildformate intelligent erweitert. Parallel dazu verstärkt das Unternehmen seine Sicherheitsvorkehrungen durch ein KI-gestütztes System zur Erkennung von Betrugsversuchen.

Wie am 20. August 2026 bekannt wurde, entwickelt WhatsApp derzeit eine Funktion, mit der Nutzer ihre Fotos mithilfe von Meta AI automatisch auf ein 9:16-Format erweitern können. Die Neuerung wurde in der Beta-Version 2.26.33.2 für Android identifiziert.

Das Werkzeug ist im sogenannten Drawing Editor angesiedelt, steht den Testern zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht vollumfänglich zur Verfügung. Ein konkretes Datum für die allgemeine Veröffentlichung wurde bislang nicht kommuniziert.

Generative Bildexpansion statt einfacher Skalierung

Die technische Umsetzung der Formatänderung unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Methoden. Anstatt das vorhandene Bildmaterial zu strecken oder zu vergrößern, nutzt die integrierte Meta AI generative Verfahren, um neue Bildinhalte um das Original herum zu erstellen. Ziel ist es, ein stimmiges Gesamtbild im Hochformat zu erzeugen, das sich insbesondere für die Nutzung in der Status-Funktion sowie in Chats eignet.

Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die Funktion zunächst für den WhatsApp-Status ausgerollt werden soll. Besonders in Märkten wie Afrika wird die Status-Funktion intensiv als kreative Plattform genutzt, weshalb die KI-gestützte Bildanpassung dort als strategisch relevant eingestuft wird.

Hinsichtlich des Datenschutzes ergeben sich jedoch neue Rahmenbedingungen: Während die Verarbeitung von Textanfragen bei Meta AI teilweise lokal erfolgen kann, wird das zu bearbeitende Foto für den Expansionsprozess an die Server von Meta übermittelt.

In diesem Zusammenhang wird auf regulatorische Anforderungen in Indien verwiesen, wo bereits seit dem 20. Februar 2026 Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte gelten. Ein entsprechendes Label wurde in der aktuellen WhatsApp-Beta jedoch noch nicht implementiert.

Anzeige

Wer sich mit den neuen Möglichkeiten von Meta AI befasst, sollte auch die grundlegende Sicherheit seines Geräts im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Schritte, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Prävention durch On-Device-Machine-Learning

Neben der kreativen Bildbearbeitung fokussiert sich WhatsApp auf den Schutz vor betrügerischen Nachrichten. Seit dem 19. August 2026 befinden sich Tests für eine Funktion namens „Scam Alert“ in einer limitierten Beta-Phase. Dieses System nutzt maschinelles Lernen direkt auf dem Endgerät, um Nachrichten von unbekannten Absendern auf verdächtige Muster hin zu analysieren.

Die technische Architektur dieses Sicherheits-Features basiert auf verschiedenen Privatsphäre-Technologien. Zum Einsatz kommen unter anderem Confidential Federated Analytics, intern als PAPAYA bezeichnet, sowie OHTTP-Relays und Mechanismen der differenziellen Privatsphäre.

Durch die Analyse auf dem Gerät bleibt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation vollständig gewahrt. Nutzer erhalten bei einem Verdachtsmoment die Option, den Absender zu blockieren, zu melden oder ihn explizit als vertrauenswürdig einzustufen.

Diese KI-gestützte Betrugserkennung wird derzeit primär in den USA, Indien und Brasilien erprobt. Auch für diese Funktion steht ein finaler Rollout-Termin noch aus.

Anzeige

Trotz neuer KI-Schutzfunktionen bleiben mobile Messenger ein beliebtes Ziel für Kriminelle, die es auf sensible Daten abgesehen haben. Erfahren Sie in diesem gratis PDF-Report, wie IT-Experten die Sicherheit von WhatsApp, PayPal und Co. durch gezielte Maßnahmen massiv erhöhen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Optimierte Medienvorschau in der Chatliste

Ergänzend zu den KI-Funktionen testet WhatsApp seit dem 18. August 2026 eine verbesserte Benutzeroberfläche für die Chatübersicht. Erste Beta-Tester, die den Google Play Store nutzen, erhalten Zugriff auf eine Medienvorschau. Dabei wird neben der Typbezeichnung einer Nachricht – etwa Foto, Video oder Sticker – ein kleines Vorschaubild direkt in der Chatliste angezeigt. Diese visuelle Neuerung soll die Navigation innerhalb zahlreicher Konversationen erleichtern, wobei auch hier noch kein Datum für die breite Verfügbarkeit feststeht.