WhatsApp: Neue Benutzernamen-Funktion ohne Telefonnummer ab August

WhatsApp testet Benutzernamen zum Schutz der Handynummer. Behörden in Algerien und Indien fordern jedoch Einschränkungen aus Sicherheitsgründen.

Die Einführung eines neuen Feldes für Benutzernamen in der Kontaktverwaltung markiert eine signifikante Änderung in der Architektur des Messaging-Dienstes WhatsApp.

Mitte August 2026 wurde bekannt, dass das Unternehmen damit beginnt, diese Funktion für einen Teil der Nutzerschaft in den Beta- und stabilen Versionen für iPhone und Android bereitzustellen. Dieser Schritt zielt primär auf eine Erhöhung des Datenschutzes ab, löst jedoch gleichzeitig regulatorische Debatten in verschiedenen Märkten aus.

Technische Integration und Anforderungen an Benutzernamen

In der überarbeiteten Nutzeroberfläche wird das neue Eingabefeld für Benutzernamen direkt zwischen dem Namen des Kontakts und der Telefonnummer platziert. Für die Zukunft ist eine automatische Befüllung dieses Feldes vorgesehen, wobei die eingegebenen Daten vor dem Speichervorgang verifiziert werden. Die Verwendung eines sogenannten Username-Keys bleibt für die Anwender optional.

Für die Erstellung der Benutzernamen hat der Plattformbetreiber klare Parameter definiert. Ein gültiger Name muss eine Länge zwischen 3 und 35 Zeichen aufweisen und mindestens einen Buchstaben enthalten. Rein numerische Kombinationen sind ebenso ausgeschlossen wie die Verwendung von URL-Formaten. Es wurde zudem klargestellt, dass es kein öffentliches Verzeichnis geben wird, in dem Benutzernamen gesucht werden können.

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Bereits seit Ende Juni 2026 besteht für Nutzer die Möglichkeit, sich über die mobile App entsprechende Namen zu reservieren. In diesem Zusammenhang ermöglicht Meta auch den Import von bereits bestehenden Benutzernamen von den konzerneigenen Plattformen Instagram und Facebook.

Während der offizielle Start des Features für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 vorgesehen ist, plant der Mutterkonzern Meta einen schrittweisen Rollout, der bis zum Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein soll.

Datenschutzfunktionen und Sicherheitsempfehlungen

Die funktionale Neuerung ermöglicht es Anwendern, mit anderen Personen in Kontakt zu treten, ohne die eigene Telefonnummer preisgeben zu müssen. Zwar bleibt eine gültige Telefonnummer für die Registrierung und Nutzung des Dienstes weiterhin zwingend erforderlich, sie wird jedoch für andere Nutzer unsichtbar, sofern ein Benutzername verwendet wird. Zusätzlich kann ein optionaler vierstelliger Key als weitere Sicherheitsebene eingerichtet werden.

Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale NRW raten in diesem Zusammenhang dazu, die verfügbaren Sicherheitsoptionen, insbesondere die Verwendung einer PIN, konsequent zu nutzen. Trotz der verbesserten Privatsphäre gegenüber anderen Nutzern bleibt die Telefonnummer für den Betreiber Meta intern sichtbar. Dies führt bei Experten zu Bedenken hinsichtlich eines möglichen plattformübergreifenden Profilings innerhalb des Konzerns.

Hinsichtlich der Interaktion innerhalb der App wurde festgelegt, dass Kontakte, die über Benutzernamen hinzugefügt wurden, Status-Updates sehen können. Voraussetzung hierfür ist, dass beide Parteien den Kontakt gespeichert haben und die individuellen Privatsphäre-Einstellungen dies zulassen.

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Regulatorischer Widerstand und nationale Sicherheitsbedenken

Die Einführung der Benutzernamen-Funktion stößt international auf geteilte Reaktionen. In Algerien forderte das Ministerium für Post und Telekommunikation den Konzern Meta am 10. August 2026 formell dazu auf, sämtliche WhatsApp-Konten zwingend an gültige algerische Mobilfunknummern zu binden. Die Behörden verlangen zudem die Blockierung von Konten, die ausschließlich über Benutzernamen geführt werden.

Das Ministerium begründete diese Forderung mit Bedenken hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit und der nationalen Sicherheit. In Algerien sind von dieser Entwicklung schätzungsweise 27 Millionen Nutzer betroffen. Das Ministerium erwartet von Meta einen detaillierten Zeitplan sowie eine schriftliche Bestätigung zur Umsetzung dieser Vorgaben.

Ähnliche Vorbehalte zeigten sich bereits im Juli 2026 in Indien, wo die Behörden eine vorübergehende Aussetzung des Features forderten. Meta betont hingegen weiterhin, dass für den Betrieb eines Kontos grundsätzlich eine Mobilfunknummer hinterlegt sein muss, was den Anforderungen an die Identifizierbarkeit auf technischer Ebene Rechnung trage.