Die neue Funktion soll Nutzer künftig vor Phishing und Social-Engineering-Angriffen schützen – und das, ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu gefährden.
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Schutz direkt im Chat
Die „Scam Alert“-Funktion erkennt verdächtige Nachrichtenmuster von unbekannten Kontakten. Wird eine Nachricht als potenzieller Betrugsversuch eingestuft, erscheint eine Warnung direkt im Chat. Der Nutzer kann dann wahlweise den Absender blockieren, den Kontakt melden oder das Gespräch fortsetzen.
Derzeit befindet sich das Tool in der Beta-Phase für Android. Laut aktuellen Berichten aus dem Testbetrieb läuft die Analyse der Nachrichteninhalte komplett auf dem Gerät des Nutzers – nicht auf externen Servern. Das stellt sicher, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erhalten bleibt. Die Funktion ist zunächst optional und standardmäßig deaktiviert. Wer sie nutzen möchte, muss sie in den Sicherheitseinstellungen manuell aktivieren. Die Beta-Version 2.26.22.2 enthält die Neuerung bereits, ein konkreter Termin für den öffentlichen Release steht noch aus.
Selbstlöschende Texte kommen
Parallel testet WhatsApp eine weitere Privatsphäre-Funktion: die „View-Once“-Option für Textnachrichten. Bislang war diese Funktion nur für Fotos und Videos verfügbar. In der Beta-Version 2.26.22.7 können Nutzer nun auch Textnachrichten versenden, die der Empfänger nur einmal öffnen kann.
Nach dem Lesen wird die Nachricht automatisch gelöscht und ist nicht mehr zugänglich. Um das unerlaubte Speichern sensibler Informationen zu verhindern, blockiert die Funktion gängige Methoden wie Kopieren, Weiterleiten oder Screenshots. Aktiviert wird der Modus durch langes Drücken des Sende-Buttons. Ebenfalls in der Entwicklung: „Spoiler Messages“. Diese Funktion pixeliert Teile des Textes, bis der Empfänger sie gezielt freigibt.
Wachsende Bedrohungslage treibt Entwicklung an
Die neuen Sicherheitsfunktionen kommen nicht von ungefähr. Cyberkriminalität und Betrug über Messenger-Dienste nehmen weltweit zu. In den USA warnte das FBI kürzlich vor einem Phishing-Kit namens „Kali365“, das auf Telegram kursiert und Microsoft-365-Konten angreift – selbst dann, wenn eine Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert ist.
Auch in Deutschland schlägt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Alarm. Erst kürzlich identifizierten die Behörden eine groß angelegte Phishing-Welle mit über 100 koordinierten Kampagnen. Die Täter gaben sich dabei als Finanzämter und Banken aus.
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Die Dringlichkeit integrierter Sicherheitslösungen zeigt ein weiterer Vorfall: Im April 2026 erschlichen sich Kriminelle durch Social Engineering Zugang zu Systemen des Kreuzfahrtriesen Carnival Corporation. Die Folge: ein Datenleck mit 5.995.277 betroffenen Personen. Namen, Adressen und Ausweisnummern wurden gestohlen. In Australien wiederum wurden Reisende nach einem Datenleck bei einer großen Buchungsplattform gezielt über WhatsApp angegriffen.
Das Sicherheitsproblem betrifft das gesamte Android-Ökosystem. Das Sicherheitsupdate vom Juni 2026 schloss 124 Schwachstellen – darunter einen kritischen Zero-Day-Exploit (CVE-2025-48595). Diese Sicherheitslücke, ein Integer-Overflow, wurde bereits aktiv ausgenutzt. Regierungsbehörden ordneten eine sofortige Aktualisierung aller Dienstgeräte an.

