WhatsApp: Neue Betrugswelle mit gefälschten Bank-Apps und KI-Stimmen trifft Anleger

Deutsche Finanzaufsicht und Experten warnen vor hochprofessionellen Anlagebetrügereien über WhatsApp, bei denen große Banken imitiert und KI-gestützte Deepfakes eingesetzt werden.

Eine neue Welle hochprofessioneller Anlagebetrügereien schwappt derzeit über WhatsApp – deutsche Aufsichtsbehörden warnen eindringlich. Innerhalb der letzten 48 Stunden haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Rechtsexperten mehrere Betrugsmaschen identifiziert, bei denen Kriminelle große Finanzinstitute wie Bank of America und Charles Schwab imitieren, um Anleger zu schädigen.

BaFin warnt vor „IB-Kundendienst“ und falschen Bankberatern

Am Freitag, den 6. Februar, warnte die BaFin konkret vor einem Betrugsschema, das über WhatsApp-Gruppen läuft. Unbekannte Täter kontaktieren demnach Verbraucher über den Messenger und geben sich als Mitarbeiter der Bank of America oder ihrer Frankfurter Niederlassung aus. Um glaubwürdig zu wirken, nutzen sie echte Namen früherer Bankangestellter – eine Taktik, die als „Identity Cloning“ bekannt ist. In den Gruppenchats werden die Opfer dann gedrängt, eine proprietäre Trading-App namens „IB-Kundendienst“ herunterzuladen.

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Die BaFin stellt klar: Die Anbieter sind nicht berechtigt, in Deutschland Bank- oder Finanzdienstleistungen zu erbringen. Die App ist kein legales Produkt der Bank of America oder eines anderen regulierten Unternehmens. Es handele sich um klassischen Identitätsbetrug, um unter dem Deckmantel professioneller Vermögensverwaltung Einlagen zu stehlen.

„Charles Schwab“-Masche und gefälschte Gewinnanzeigen

Parallel dazu meldeten Rechtsexperten am Donnerstag und Freitag eine weitere Variante, bei der der US-Finanzriese Charles Schwab imitiert wird. Die Opfer werden in WhatsApp-Gruppen gelockt und aufgefordert, eine Trading-App mit dem Namen „Praxisweg A773“ oder einfach „Charles Schwab“ zu installieren.

Diese gefälschte Anwendung hat keinerlei Verbindung zum echten Institut, betonen Fachanwälte für Bankrecht. Die Betrüger nutzen die App, um simulierte Gewinne anzuzeigen und so zu weiteren, höheren Investitionen zu verleiten. Sobald Anleger ihre Gelder abheben wollen, brechen die „Broker“ den Kontakt ab oder fordern horrende „Steuergebühren“ – ein klassisches Merkmal von „Pig Butchering“-Scams.

Deepfakes und KI: Die gefährliche neue Dimension

Die Betrugsmaschen werden immer raffinierter und gehen über reine Textnachrichten hinaus. Seit dem 7. Februar mehren sich Berichte, dass Kriminelle Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen, um Deepfake-Videos bekannter Finanzpersönlichkeiten zu erstellen.

Konkrete Warnungen gibt es zur missbräuchlichen Nutzung der Identität von Philip Hopf. Der bekannte Marktanalyst (HKCM) wurde in betrügerischen Videos auf Social Media und WhatsApp nachgeahmt, seine Stimme und sein Aussehen per KI synthetisiert. Die Clips scheinen „geheime Aktientipps“ anzubieten oder bestimmte Trading-Gruppen zu empfehlen. Experten warnen: Die Kombination aus Deepfake-Technologie und verschlüsselten Gruppenchats schaffe eine äußerst überzeugende Falle für unerfahrene Anleger.

Weltweites Problem: Großrazzia in Indien verhindert Millionenschaden

Während deutsche Behörden die lokalen Bedrohungen bekämpfen, zeigt ein großer Polizeierfolg in Indien am Sonntag, den 8. Februar, das globale Ausmaß des WhatsApp-Anlagebetrugs. Die Polizei in Uttar Pradesh zerschlug ein riesiges Cyberbetrug-Netzwerk, das über den Messenger operierte. Die Aktion verhinderte einen geschätzten Schaden von umgerechnet etwa 55 Millionen Euro und bewahrte über 150.000 potenzielle Opfer.

Die Betrüger hatten wöchentliche Renditen von 30-40 Prozent versprochen – eine Taktik, die identisch mit denen in deutschen Chatgruppen ist. Die Festnahme von 12 Personen in sechs Bundesstaaten unterstreicht: Die Gruppen, die deutsche Nutzer ins Visier nehmen, sind oft Teil riesiger internationaler Banden und keine Einzeltäter.

So schützen Sie sich vor WhatsApp-Betrug

Angesichts dieser Entwicklung wiederholen BaFin und Verbraucherschützer strenge Sicherheitsregeln:

  1. Skepsis bei unerwünschten Kontakten: Seriöse Banken und Finanzberater nehmen keine beliebigen Personen in WhatsApp-Gruppen auf, um Anlagechancen anzubieten. Solche Einladungen sind ein sofortiges Warnsignal.
  2. App-Herunterladen nur aus offiziellen Stores: Laden Sie niemals Finanz-Apps über Links aus Chat-Nachrichten herunter. Vertrauen Sie nur Apps aus dem Apple App Store oder Google Play Store, die eindeutig von der offiziellen Bank veröffentlicht wurden.
  3. BaFin-Datenbank prüfen: Bevor Geld fließt, sollten Anleger den Firmennamen in der BaFin-Datenbank zugelassener Unternehmen überprüfen. Steht ein Anbieter nicht dort, handelt er höchstwahrscheinlich illegal.
  4. Identität direkt bestätigen: Wenn ein „Berater“ angibt, für eine bestimmte Bank zu arbeiten, kontaktieren Sie das Institut direkt über dessen offizielle Website – nicht über in Chats angegebene Nummern.

Die Aufsicht rät jedem, der bereits Geld überwiesen hat, sofort Anzeige zu erstatten und seine Bank zu kontaktieren. Die Rückholung von Geldern, die an Krypto-Wallets oder Auslandskonten gingen, bleibt jedoch schwierig. Sicherheitsanalysten prognostizieren, dass der Einsatz generativer KI in diesen Betrügereien 2026 weiter zunehmen wird. Die Fähigkeit, in Echtzeit überzeugende Sprachmitteilungen und Videoanrufe zu generieren, ermöglicht es Betrügern, traditionelle Skepsis zu umgehen.

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