WhatsApp: Neue Sicherheitsprüfung gegen Device-Linking-Betrug

WhatsApp warnt vor unbekannten Kontakten mit Standort- und Gruppeninfo, um Betrug zu verhindern. Neue Schutzmaßnahmen gegen die Spam-Flut.

WhatsApp führt eine Sicherheitsprüfung für unbekannte Nummern ein – der jüngste Schritt im globalen Kampf gegen die Flut von Betrugsanrufen und Spam-Nachrichten.

Der Messenger-Dienst hat am heutigen Mittwoch eine neue Funktion für Android und iOS ausgerollt. Erhalten Nutzer eine Nachricht von einem unbekannten Kontakt, erscheint vor dem Gesprächsbeginn eine Sicherheitswarnung. Diese zeigt unter anderem den Standort des Absenders, dessen Kontaktstatus und etwaige gemeinsame Gruppen an. Ziel ist es, sogenannte Device-Linking-Betrügereien zu unterbinden, bei denen Kriminelle fremde Geräte mit WhatsApp-Konten verbinden.

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Bereits am Dienstag hatte WhatsApp eine weitere Schutzmaßnahme eingeführt. Sie betrifft direkt die Anfragen zur Gerätekopplung: Das System markiert verdächtige Versuche und zeigt den physischen Standort sowie die Gerätefähigkeiten des Geräts an, das sich verbinden will. Sicherheitsexperten empfehlen, diese neuen Funktionen mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßigen Kontrollen der verbundenen Geräte zu kombinieren.

Milliardenbetrug: Das Ausmaß der Spam-Flut

Die technischen Neuerungen kommen nicht von ungefähr. Aktuelle Branchenzahlen vom Dienstag zeigen das erschreckende Ausmaß: Allein in Indien erhalten Mobilfunknutzer jährlich rund 41 Milliarden Spam-Anrufe und 129 Milliarden Spam-Nachrichten. Die indische Regulierungsbehörde TRAI hat daraufhin mit ihrer Beschwerde-App bereits gegen mehr als 2,1 Millionen Mobilfunknummern und rund 100.000 Unternehmen vorgegangen, die unerwünschte Nachrichten versendet haben.

Auch in Australien schlagen die Behörden Alarm. Die Verluste durch Betrug beliefen sich 2025 auf umgerechnet rund 2,1 Milliarden Euro – ein Anstieg von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Fast 482.000 Einzelfälle von Betrug wurden gemeldet. Im Gegenzug greifen immer mehr Menschen zu Rückwärtssuche-Diensten und gemeinschaftlich betriebenen Spam-Erkennungsplattformen.

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Betriebssysteme ziehen nach: Neue Schutzfunktionen für Android und iOS

Auch die großen Mobilbetriebssysteme haben ihre integrierten Blockierfunktionen nachgeschärft. Für Android-Nutzer bietet die Google Phone App nun eine integrierte Anruferkennung und Spam-Abwehr, die sich aktivieren lässt, um verdächtige Robocalls automatisch herauszufiltern. Auf Geräten wie dem Samsung Galaxy M17e 5G können Nutzer über das Einstellungsmenü der Telefon-App sogar einen totalen Block aller Anrufe von unbekannten Nummern einrichten.

Für iOS-Nutzer, insbesondere jene, die Geräte für ältere oder kognitiv eingeschränkte Personen verwalten, empfehlen Experten, die Einstellungen auf Netzbetreiber-Ebene zu verschärfen und die integrierten Textfilter zu nutzen. Diese können eingehende Nachrichten auf bekannte Kontakte beschränken. Hintergrund sind Fälle, in denen ältere Nutzer durch SMS-Betrug hohe Summen verloren – in einem dokumentierten Fall waren es 5.000 Euro.

Neue Betrugsmaschen: „Familiennotfälle“ und falsche Polizisten

Die Strafverfolgungsbehörden beobachten derzeit einen Wandel der Betrugsmethoden. Im texanischen Smith County etwa meldet die Polizei eine Zunahme von „Familiennotfall“-Anrufen. Dabei geben sich die Anrufer als verängstigte Verwandte in Gefahr aus und fordern sofortige Zahlungen. In einem Fall verlangte ein Anrufer 10.000 Euro für eine vorgetäuschte Entführung.

Zu den derzeit häufigsten Betrugsmechen zählen Sicherheitsexperten zufolge fingierte Bankbetrugswarnungen, angebliche Anrufe von Steuerbehörden und gefälschte Paketbenachrichtigungen. Die Behörden raten: Niemals unbekannte Nummern annehmen, dringende finanzielle Forderungen immer über einen zweiten, vertrauenswürdigen Kanal überprüfen und KI-gestützte Screening-Tools nutzen.