WhatsApp: Neuer Ordner lagert Business-Nachrichten automatisch aus

WhatsApp erprobt automatische Sortierung von Business-Chats in separatem Ordner. Parallel wächst das Umsatzsegment durch Bezahlnachrichten auf über eine Milliarde Euro.

Der Messenger führt einen automatischen Sortiermechanismus ein, um die Flut an Unternehmensnachrichten einzudämmen. Erste Nutzer testen bereits die neue Funktion.

WhatsApp arbeitet an einer neuen Funktion, die den wachsenden Nachrichtenverkehr zwischen Nutzern und Großunternehmen besser organisieren soll. Die Plattform testet derzeit einen eigenen Ordner namens „Angebote & Updates“, der Nachrichten von stark frequentierten Geschäftskonten automatisch aus der Haupt-Chatliste auslagert.

Automatische Sortierung für mehr Übersicht

Der neue Ordner wird aktuell mit ausgewählten Partnern über die WhatsApp-Business-Plattform erprobt. Zielgruppe sind Nachrichten großer Organisationen wie Banken, Fluggesellschaften und Handelsketten. Das System verschiebt diese Kommunikation nach bis zu 24 Stunden automatisch in den sekundären Ordner, wie aus Berichten von Ende Juli 2026 hervorgeht.

Nutzer können die automatische Sortierung zwar komplett deaktivieren, die 24-Stunden-Frist lässt sich in der Testversion jedoch nicht individuell anpassen. Kleine Unternehmen und private Kontakte sind von der automatischen Verschiebung ausgenommen. Der Hintergrund: In Märkten mit hohem Nachrichtenaufkommen chatten laut Branchendaten aus dem Jahr 2025 rund 91 Prozent der Online-Erwachsenen wöchentlich mit Unternehmen.

Milliardengeschäft mit Business-Nachrichten

Die neuen Organisationswerkzeuge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Meta deutliches Umsatzwachstum mit seinen Messaging-Diensten vermeldet. Im zweiten Quartal 2026 übertraf das Segment „Sonstige Erlöse“ – maßgeblich durch WhatsApp-Bezahlnachrichten getrieben – die Marke von einer Milliarde Euro.

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In Indien, wo die Plattform mehr als 500 Millionen Nutzer zählt, hat Meta die Preisstruktur für Geschäftskommunikation angepasst. Seit dem 1. Juli 2026 kosten Marketingnachrichten umgerechnet rund 0,01 Euro, Nutzungs- und Authentifizierungsnachrichten etwa 0,001 Euro. Servicenachrichten bleiben bis zum 1. Oktober 2026 kostenlos.

Neue Aufräum-Werkzeuge für Android

Parallel zur Ordner-Funktion testet der Messenger neue Wartungsfunktionen für die Android-Version. Ein Speicherbereinigungs-Tool für Kanäle wurde am 30. Juli 2026 als Betaversion (2.26.30.4) ausgerollt. Damit lassen sich Medien aus abonnierten Kanälen nach Kategorien filtern und löschen – etwa Fotos, Videos, Sticker und Sprachnachrichten.

Das Werkzeug ist über zwei Wege erreichbar: über den Kanal-Informationsbildschirm und den Updates-Tab. Um versehentlichen Datenverlust zu verhindern, bleiben als Favoriten markierte Updates bei der Massenlöschung erhalten.

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Regulatorische Herausforderungen und Sicherheit

Die Plattform bewegt sich weiterhin in einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld, besonders in Südasien. Ende Juli 2026 verschärften die indischen Behörden ihre Richtlinien zur Bekämpfung von Cyberkriminalität – mit Auswirkungen auf mehrere digitale Plattformen. Dazu gehört eine Pause bei der Einführung bestimmter Benutzernamen-Funktionen, während die Behörden koordiniertere Maßnahmen gegen digitalen Betrug anstreben. Allein 2024 wurden in der Region über 123.000 Fälle gemeldet.

Für Europa bereitet sich WhatsApp derweil auf die Interoperabilität mit Drittanbieter-Messengern vor, um den Anforderungen des Digital Markets Act der EU zu entsprechen. Vorausgegangen waren unter anderem ein Favoriten-Filter für Webnutzer sowie Premium-Abonnements für Unternehmen mit individuellen Kurzlinks und erweiterten Geräteverbindungen.