Der Messaging-Dienst WhatsApp hat am 4. Juli 2026 mit der schrittweisen Einführung eines Nutzernamen-Systems begonnen. Mehr als drei Milliarden Nutzer können ab sofort persönliche Kennungen reservieren.
Die Funktion wird derzeit für mobile Anwender auf Android und iOS ausgerollt. Sie dient als Vorbote für einen umfassenderen Start später im Jahr. Das Ziel: Kommunikation ohne Preisgabe der eigenen Telefonnummer ermöglichen.
So funktioniert die Reservierung
Einzelpersonen und Geschäftskunden können über die Kontoeinstellungen ihre Wunschkennung sichern. Die technischen Vorgaben sind klar: Nutzernamen müssen zwischen drei und 35 Zeichen lang sein. Erlaubt sind Kleinbuchstaben, Zahlen, Unterstriche und Punkte. Rein numerische Namen sind ebenso ausgeschlossen wie Kennungen, die mit „www.“ beginnen oder auf eine Domain-Endung enden.
Jeder Handle muss einzigartig sein und mit einem Buchstaben beginnen. Wer bereits bei Instagram oder Facebook aktiv ist, kann über das Accounts Center von Meta denselben Namen auf WhatsApp sichern. Wird ein Nutzername geändert oder gelöscht, bleibt er für 14 Tage gesperrt – erst dann kann ihn jemand anderes übernehmen.
Mehr Privatsphäre durch neue Sicherheitsmechanismen
Der Wechsel zu Nutzernamen soll vor allem die Privatsphäre stärken. Beim ersten Kontakt können Nutzer wählen, ob sie ihren Namen, ihre Telefonnummer oder beides teilen möchten.
WhatsApp hat mehrere Sicherheitsstufen eingebaut, um Spam und Identitätsdiebstahl zu erschweren. Ein optionaler vierstelliger PIN-Code kann eingerichtet werden – neue Kontakte müssen diesen erst eingeben, bevor sie eine Nachricht senden können. Zudem hat Meta vorsorglich die Kennungen prominenter Persönlichkeiten und verifizierter Organisationen reserviert, um Missbrauch zu verhindern.
Während WhatsApp neue Funktionen für mehr Privatsphäre einführt, bleibt die grundlegende Absicherung Ihres Geräts der wichtigste Schutz vor Datendiebstahl. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 5 einfache Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone sofort effektiv gegen Hacker und Viren absichern können. 5 Schutzmaßnahmen für Android jetzt kostenlos entdecken
Anders als viele soziale Netzwerke wird WhatsApp kein öffentlich durchsuchbares Verzeichnis der Nutzernamen anbieten. Die Plattform zeigt bei Erstkontakten zudem kontextbezogene Warnhinweise, um vor Phishing oder Betrug zu schützen.
Indien bremst: Regierung fordert Stopp
Die Einführung stößt in Indien auf erhebliche regulatorische Hürden. Bereits am 1. Juli 2026 forderte das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) eine Aussetzung der Funktion. Die Behörde befürchtet, dass Nutzernamen Betrug, Phishing und Identitätstäuschung erleichtern könnten.
Vertreter von WhatsApp trafen sich am 3. Juli mit indischen Regierungsbeamten, um die Bedenken auszuräumen. Das Unternehmen betonte den freiwilligen Charakter der Funktion und verwies auf das fehlende öffentliche Verzeichnis als zentralen Schutzmechanismus. Eine schriftliche Stellungnahme an das Ministerium wurde für den 4. Juli erwartet.
Die neuen Sicherheitsfeatures von WhatsApp sind ein wichtiger Schritt, doch Experten warnen, dass Passwörter allein oft nicht mehr ausreichen, um Konten vor Übernahmen zu schützen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die neue Passkey-Technologie bei WhatsApp und anderen Diensten nutzen, um Hackerangriffe effektiv zu verhindern. Kostenlosen Passkey-Ratgeber hier herunterladen
Geschäftskunden profitieren ebenfalls
Neben privaten Nutzern führt WhatsApp auch die Verwaltung von Nutzernamen für Geschäftskunden über den WhatsApp Manager ein. Unternehmen können so eine einheitliche Markenidentität auf der Plattform etablieren.
Die Neuerung ist Teil mehrerer technischer Updates. Anfang Juli wechselte die Plattform ihre GIF-Integration von Tenor zu GIPHY. Weitere Neuerungen umfassen die Unterstützung des iPads als Hauptgerät, die Einführung von Passkeys für sicherere Geräteverbindungen sowie einen Fix für die Erkennung von Verschlüsselungsblockaden. Die Reservierungsphase läuft derzeit auf mobilen Geräten – für Nutzer von WhatsApp Web ist die Funktion noch nicht verfügbar.

