WhatsApp: Nutzernamen ersetzen Telefonnummern ab sofort

Eine Studie belegt: 14 Millionen nigerianische Firmen nutzen Meta-Dienste und generieren einen Milliardenbeitrag zum BIP.

Nigerias kleine und mittlere Unternehmen treiben mit Meta-Apps die Wirtschaft an – 81 Prozent gewinnen neue Kunden.

Eine neue Studie des Forschungsinstituts Public First im Auftrag von Meta zeigt: Der Konzern mit Facebook, Instagram und WhatsApp ist zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor für Nigerias Mittelstand geworden. Rund 14 Millionen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzten 2025 die Meta-Dienste für ihre Geschäfte – und trugen damit umgerechnet rund 1,85 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei.

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Milliardenbeitrag durch digitale Werkzeuge

Die am 24. Mai veröffentlichte Untersuchung beziffert den jährlichen wirtschaftlichen Mehrwert, den Meta durch seine Dienste in Nigeria schafft, auf etwa 760 Millionen Euro. Besonders WhatsApp hat sich für viele Firmen vom einfachen Messenger zum digitalen Schaufenster und Kundenservice-Zentrum entwickelt. Kleine Händler können so mit großen Konzernen konkurrieren, die früher durch hohe Marketingbudgets im Vorteil waren.

Die Studie prognostiziert zudem, dass künstliche Intelligenz diesen Trend weiter beschleunigen wird. Bis 2035 könnte KI-integrierte Kommunikation rund 20 Milliarden Euro zum nigerianischen BIP beitragen. Schon heute zeigt sich: 93 Prozent aller Meta-KI-Eingaben in Subsahara-Afrika erfolgen über WhatsApp. Der Messenger wird damit zur zentralen Schnittstelle für moderne Technologien in Schwellenländern.

WhatsApp testet Nutzernamen: Ende der Telefonnummer als Identität?

Parallel zu den Wirtschaftsdaten arbeitet WhatsApp an einer grundlegenden Neuerung. Seit dem 24. Mai testet der Dienst in verschiedenen Beta-Versionen für Android und iOS die Möglichkeit, Chats ohne Preisgabe der Telefonnummer zu starten. Stattdessen können Nutzer künftig eindeutige Nutzernamen erstellen.

Die Namen dürfen drei bis 35 Zeichen lang sein, müssen mindestens einen Buchstaben enthalten und können Zahlen, Punkte und Unterstriche nutzen. Die Telefonnummer bleibt zwar für die Registrierung und Authentifizierung notwendig, muss aber nicht mehr als primäres Identifikationsmerkmal geteilt werden. Gegen Spam soll eine vierstellige PIN schützen, die neue Kontakte vor dem ersten Schreiben eingeben müssen.

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Während WhatsApp neue Identifikationsmerkmale einführt, bleibt die Sicherheit des gesamten Kontos die größte Herausforderung für Nutzer. Die neue Passkey-Technologie ermöglicht Ihnen einen passwortlosen Zugang, der Phishing und Datenklau nahezu unmöglich macht. Kostenlosen Report zur Passkey-Einrichtung anfordern

Für Geschäftskunden ist diese Entwicklung besonders wertvoll: Sie können eine öffentliche Identität aufbauen, ohne ihre private Handynummer preiszugeben. Ergänzt wird der Schritt durch einen „Read Once“-Modus, bei dem Nachrichten sofort nach dem Öffnen verschwinden – ohne dass der Empfänger sie weiterleiten, speichern oder screenshotten kann.

Status-Updates werden neu sortiert

Auch die Funktion für temporäre Statusmeldungen erhält ein grundlegendes Update. WhatsApp testet sogenannte „Status-Listen“, die Nutzern mehr Kontrolle über die Sichtbarkeit ihrer Beiträge geben. Eine „Close Friends“-Liste wird automatisch generiert und kann individuell angepasst werden. Status-Updates für diese Gruppe erhalten einen markanten lila Ring.

Noch weiter geht die Möglichkeit, mehrere benannte Listen mit Emojis zu kategorisieren. Geschäftskunden könnten so etwa separate Listen für Stammkunden, VIPs oder Mitarbeiter anlegen – und sicherstellen, dass Marketingbotschaften nur die richtigen Empfänger erreichen.

Die visuelle Darstellung ändert sich ebenfalls: In der iOS-Beta 26.20.10.71 wandern die Status-Updates in ein horizontales Feed am oberen Bildschirmrand des „Chats“-Tabs. Diese Anordnung erinnert an Instagram und macht die Beiträge deutlich sichtbarer.

Neue Schutzfunktionen und Kommunikationswerkzeuge

WhatsApp entwickelt zudem eine „Spoiler“-Funktion, die Text oder Bildunterschriften hinter einer Unschärfe verbirgt. Erst durch Antippen wird der Inhalt sichtbar – nützlich für vertrauliche Informationen oder Überraschungen in Gruppen.

Weitere Neuerungen in den aktuellen Beta-Versionen:

  • Sticker-Reaktionen: Android-Nutzer können künftig mit Stickern auf Nachrichten reagieren.
  • Broadcast-Credits: Ein neues System zur Verwaltung von Nachrichtenguthaben für Verteilerlisten (iOS 26.19.77).
  • Kontakt-Hub: Ein verbessertes Raster für die Weiterleitung von Nachrichten auf iOS.
  • Erweiterte Selbstzerstörung: Neue Zeiträume für verschwindende Nachrichten – fünf Minuten, eine Stunde und zwölf Stunden.
  • Automatische Übersetzung: Ein Feature für 21 Sprachen soll internationale Geschäfte erleichtern.

Die Verschmelzung von Kommunikation und Handel

Die zeitgleiche Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten und neuen Funktionen zeigt Metas Strategie: WhatsApp soll zur „Super-App“ für Schwellenländer werden. In Nigeria hat der Dienst seinen ursprünglichen Zweck als SMS-Ersatz längst hinter sich gelassen. Mit Funktionen wie Status-Listen (angelehnt an soziale Medien) und Nutzernamen (professionelle Kommunikation) bedient die Plattform die spezifischen Bedürfnisse der 14 Millionen KMU.

Die hohe Akzeptanz von Meta-KI über WhatsApp in Subsahara-Afrika belegt: Nutzer sind bereit, die Chat-Oberfläche für komplexe Aufgaben zu nutzen. Die Einführung von Nutzernamen könnte diesen Trend beschleunigen, indem sie die letzte Hürde für professionelle Nutzung beseitigt: die Preisgabe der privaten Handynummer.

Ausblick: Balance zwischen Business und Privatsphäre

Meta geht bei der weltweiten Einführung der neuen Funktionen behutsam vor. Die schrittweise Ausrollung von Status-Listen und die laufenden Tests für Nutzernamen deuten auf Vorsicht hin – Systemstabilität und Spam-Prävention haben Priorität.

Sollte sich die Prognose der Public-First-Studie bewahrheiten und KI bis 2035 rund 20 Milliarden Euro zum nigerianischen BIP beitragen, werden die KI-Funktionen und die automatische Übersetzung von WhatsApp entscheidend sein. Sie könnten komplexe grenzüberschreitende Transaktionen und automatisierte Kundenbetreuung ermöglichen – und WhatsApp als wirtschaftliche Antriebskraft für kleine Unternehmen in Afrika und anderen Entwicklungsregionen festigen. Zukünftige Updates könnten einen „Inkognito-Modus“ für Meta-KI sowie Benachrichtigungen bei Screenshots von „Read Once“-Nachrichten umfassen.