WhatsApp öffnet sich für KI-Konkurrenz – mit versteckten Kosten

Meta bietet KI-Entwicklern einen Monat kostenlosen WhatsApp-Zugang, bevor ab Juni Nachrichtengebühren anfallen. Die EU prüft die Preisgestaltung.

Meta gewährt KI-Entwicklern einen Monat kostenlosen Zugang zu WhatsApp – doch die eigentliche Hürde kommt danach.

Der Facebook-Konzern hat ein neues Zugangsmodell für Drittanbieter von Künstlicher Intelligenz auf seiner Messaging-Plattform WhatsApp vorgestellt. Nachdem die EU-Kommission im April die ursprünglichen Gebührenvorschläge abgelehnt hatte, bietet Meta KI-Entwicklern nun einen einmonatigen Testzeitraum ohne Kosten. Ab Juni sollen dann jedoch Nachrichtengebühren zwischen 4,9 und 13,2 Cent pro Mitteilung fällig werden.

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EU-Ringen um fairen Marktzugang

Die europäischen Regulierungsbehörden prüfen derzeit, ob diese Gebühren einen fairen Wettbewerb ermöglichen. Branchenbeobachter sprechen von einem „regulatorischen Schauspiel“ – die entscheidende Frage sei nicht der Gratismonat, sondern ob die langfristigen Kosten für KI-Chatbots auf WhatsApp wirtschaftlich tragbar sind.

Meta muss nach dem Digital Markets Act (DMA) der EU Drittanbietern Zugang zu seiner Plattform gewähren. Der Konzern argumentiert, die Gebühren seien notwendig, um die Infrastrukturkosten zu decken. Kritiker befürchten dagegen, dass die Preise kleinere Wettbewerber vom Markt ausschließen könnten.

Inkognito-Chats und verschwindende Nachrichten

Parallel zu den Zugangsverhandlungen treibt Meta den Datenschutz voran. Seit Dienstag arbeitet WhatsApp an einer neuen Funktion namens Incognito Chats für Meta AI. Die Technologie namens „Private Processing“ soll verhindern, dass Unbefugte auf Gespräche mit dem KI-Assistenten zugreifen können.

Die Chats sind zeitlich begrenzt, werden nicht auf Servern gespeichert und verschwinden automatisch nach Sitzungsende. Der weltweite Rollout soll in den kommenden Monaten erfolgen. Zudem plant WhatsApp sogenannte Side Chats – flexible Unterhaltungsfenster für die KI, die den Hauptchat nicht stören.

Bereits am Montag begann die Plattform mit Tests eines „Nach dem Lesen“-Timers für verschwindende Nachrichten. Nutzer können künftig festlegen, dass Botschaften sofort nach dem Öffnen gelöscht werden. Alternativ stehen Optionen von fünf Minuten, einer Stunde oder zwölf Stunden zur Verfügung. Ungelesene Nachrichten verschwinden nach 24 Stunden.

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Neue Funktionen für Status und Medien

WhatsApp erweitert zudem seine Status-Funktion: Eine Beta-Version führt „Enge Freunde“-Listen ein – ähnlich wie bei Instagram. Nutzer können Status-Updates nur für bestimmte Gruppen wie Familie oder Kollegen freigeben. Eingeschränkt sichtbare Status werden durch einen violetten Ring hervorgehoben.

iPhone-Nutzer erhalten mit Version 26.19.75 ein überarbeitetes Medien-Auswahlmenü. Das kompakte 4×4-Raster zeigt aktuelle Fotos und Videos, ohne das Chat-Fenster zu verdecken.

Indien und Pakistan: WhatsApp als Behörden-Kanal

In Indien kündigte die Employees‘ Provident Fund Organisation (EPFO) an, ihre Dienste über WhatsApp anzubieten. Ein KI-Chatbot soll Millionen von Arbeitnehmern in mehreren Regionalsprachen Auskunft über Kontostände und Antragsstatus geben.

In Pakistan droht die Telekommunikationsbehörde PTA mit der Sperrung von WhatsApp für Nutzer mit unbestätigten oder inaktiven SIM-Karten. Betroffene müssen eine biometrische Verifizierung durchführen, um ihre Accounts zu erhalten. Der Schritt zeigt die wachsende Verflechtung von Messaging-Plattformen mit nationalen Sicherheitsvorschriften.

Ausblick: KI-Sommer der Mobilbranche

Die Branche bereitet sich auf einen Sommer voller KI-Ankündigungen vor. Auf der WWDC vom 8. bis 12. Juni wird Apple voraussichtlich iOS 27 mit einem überarbeiteten Siri vorstellen. Gerüchten zufolge soll der Sprachassistent mit einem Beta-Label und tiefer Integration von On-Device-Intelligenz erscheinen. Auch KI-generierte Hintergrundbilder mit dem Tool „Image Playground“ werden erwartet.

Für Apple-Chef Tim Cook wird es die letzte WWDC unter seiner Führung sein – John Ternus übernimmt am 1. September 2026. Diese Phase des Führungswechsels und technologischen Umbruchs wird maßgeblich darüber entscheiden, wie europäische Verbraucher künftig auf KI-Dienste zugreifen können.