WhatsApp: Passwort statt PIN und mehrere Passkeys ab sofort

WhatsApp ersetzt die PIN durch ein Passwort, erlaubt mehrere Passkeys und liefert Android-Nutzern mehr Hinweise zu unbekannten Anrufen.

WhatsApp hat drei Sicherheitsupdates für iOS und Android angekündigt, die den Schutz der Nutzerkonten verbessern sollen. Der Messenger-Dienst von Meta ersetzt dabei die bisherige Zwei-Faktor-Verifizierung per sechsstelliger PIN durch ein alphanumerisches Passwort, ermöglicht mehrere Passkeys pro Konto und blendet auf Android bei Anrufen von unbekannten Nummern zusätzliche Informationen ein.

Passwort statt PIN

Die Zwei-Schritt-Verifizierung, die bislang auf einer sechsstelligen PIN basierte, wird künftig durch ein Passwort ersetzt. Dieses muss mindestens acht Zeichen umfassen und sowohl Buchstaben als auch Zahlen enthalten, Sonderzeichen können optional ergänzt werden.

Nutzer sollen damit besser vor dem Missbrauch ihres Kontos geschützt sein, sollte die SIM-Karte gestohlen oder die Rufnummer übernommen werden. Der Rollout erfolgt schrittweise auf Android und iOS, ein konkreter Zeitplan für die vollständige Verfügbarkeit wurde nicht genannt.

Mehrere Passkeys pro Konto

Parallel zur neuen Passwortfunktion erlaubt WhatsApp künftig die Hinterlegung mehrerer Passkeys pro Konto. Passkeys gelten als phishing-resistent, da sie ohne klassisches Passwort auskommen und stattdessen auf geräteinterne Authentifizierungsverfahren wie biometrische Merkmale setzen.

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Laut Meta nutzen bereits über eine Milliarde Menschen Passkeys innerhalb von WhatsApp. Mit der Möglichkeit, mehrere Passkeys anstelle nur eines einzigen zu hinterlegen, können Nutzer künftig von verschiedenen Geräten aus auf ihr Konto zugreifen, ohne auf ein zusätzliches Passwort angewiesen zu sein.

Mehr Transparenz bei unbekannten Anrufen

Auf Android-Geräten zeigt WhatsApp bei eingehenden Anrufen von unbekannten Nummern künftig zusätzliche Kontextinformationen an. Dazu zählen das Herkunftsland der Nummer sowie gemeinsame Gruppen, die Anrufer und Angerufener teilen. Diese Funktion soll Nutzern helfen, potenzielle Betrugsanrufe leichter einzuordnen, bevor sie das Gespräch überhaupt annehmen. Für iOS wurde zu dieser Funktion bislang kein Zeitplan kommuniziert.

Zusätzlicher Test: Scam Alert

Neben den drei angekündigten Updates testet WhatsApp derzeit eine weitere Funktion namens Scam Alert, die bei Android-Beta-Testern im Build 2.26.34.1 aufgetaucht ist. Die Funktion soll Betrugsnachrichten von unbekannten Kontakten erkennen und Nutzer direkt im Chat warnen. Die Erkennung erfolgt dabei per On-Device-Machine-Learning direkt auf dem Gerät, ohne dass Daten an Meta übermittelt werden.

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Die Funktion ist optional und standardmäßig deaktiviert. Erscheint eine Warnung, können Nutzer die betreffende Nachricht blockieren und melden oder den Kontakt als vertrauenswürdig markieren. Ein Release für iOS ist geplant, ein konkretes Datum wurde bislang nicht genannt.

Einordnung

Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp bleibt von den Änderungen unberührt. Mit der Kombination aus stärkerer Kontoabsicherung durch Passwort und Passkeys sowie der verbesserten Erkennung verdächtiger Anrufe und Nachrichten reagiert der Messenger auf die zunehmende Zahl von Betrugsversuchen über Messaging-Dienste.

Nutzern wird empfohlen, sowohl ein sicheres Passwort für die Zwei-Schritt-Verifizierung einzurichten als auch einen Passkey zu hinterlegen, sobald die Funktionen auf dem jeweiligen Gerät verfügbar sind.