WhatsApp Plus: iOS-Nutzer zahlen 2,49 Euro im Monat

Meta führt ein kostenpflichtiges Abo für WhatsApp auf dem iPhone ein und schließt parallel kritische Sicherheitslücken.

Der Dienst heißt WhatsApp Plus und kostet 2,49 Euro pro Monat – zunächst nur für europäische iOS-Nutzer.

Die Kernfunktionen des Messengers bleiben kostenlos. Das Plus-Abo bringt exklusive Personalisierungs-Optionen und erweiterte Chat-Verwaltung. Meta will so neue Einnahmequellen erschließen, ohne die breite Nutzerbasis zu verprellen.

Personalisierung und mehr angepinnte Chats

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WhatsApp Plus bietet Abonnenten 18 verschiedene Akzentfarben für die App-Oberfläche sowie 14 exklusive App-Symbole. Hinzu kommen zehn neue Klingeltöne und eine Sammlung spezieller Sticker.

Der funktionale Kern: Statt der üblichen Beschränkung erlaubt das Abo das Anheften von bis zu 20 Chats. Das hilft Power-Usern, wichtige Gespräche bei hohem Nachrichtenaufkommen im Blick zu behalten. Eine einwöchige kostenlose Testphase soll den Umstieg erleichtern.

Sicherheitslücken geschlossen

Parallel zum Abo-Start hat Meta mehrere kritische Sicherheitslücken gestopft. Die Schwachstelle CVE-2026-23866 erlaubte Angreifern, über manipulierte Instagram-Reels fremde Inhalte in den Messenger zu laden. Bei CVE-2026-23863 konnten schädliche ausführbare Dateien als harmlose Dokumente getarnt werden.

WhatsApp erweitert zudem die Datenschutz-Kontrollen. Ein „Erweiterter Chat-Datenschutz“ unterbindet die Interaktion mit der Meta-KI in Chats und deaktiviert automatisches Speichern von Medien sowie den Chat-Export. Geplant ist außerdem ein zusätzliches Passwort-Feature für die Anmeldung auf neuen Geräten – eine sechs- bis zwanzigstellige Kombination aus Buchstaben und Zahlen.

Integration in iOS 26.5

WhatsApp Plus erscheint zeitgleich mit Apples Betriebssystem-Updates iOS 26.5 und macOS Tahoe 26.5. Die Updates bringen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den RCS-Standard – basierend auf dem MLS-Protokoll. Das ermöglicht sicheren Nachrichtenaustausch zwischen iPhones und Android-Geräten.

In Deutschland unterstützen Telekom, O2 und 1&1 den Dienst. Vodafone-Kunden können vorerst keine verschlüsselten RCS-Nachrichten nutzen. iOS 26.5 setzt zudem EU-Anforderungen um: iPhone-Benachrichtigungen lassen sich auf Smartwatches von Drittanbietern spiegeln, das Koppeln von Zubehör wird vereinfacht.

Mobile Cyberkriminalität auf dem Vormarsch

Der Hintergrund dieser Neuerungen: Ein deutlicher Anstieg digitaler Straftaten. Das BSI meldet für 2025 rund 11 Prozent betroffene Internetnutzer in Deutschland – 2024 waren es noch 7 Prozent. Weltweit sollen die Schäden durch mobile Cyberkriminalität 2026 bei rund 21 Milliarden Euro liegen.

Besonders perfide: „Quishing“ – Phishing per QR-Code – verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Zuwachs von 146 Prozent auf über 18 Millionen Fälle. Betrüger nutzen das hohe Vertrauen in QR-Codes, um Opfer auf gefälschte Bankseiten zu locken. Auch „Smishing“ bleibt gefährlich: Kriminelle platzieren SMS-Nachrichten im echten Chatverlauf von Kreditkartenanbietern.

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Wendepunkt in Metas Strategie

WhatsApp Plus markiert einen Strategiewechsel. Während Meta bei Instagram die optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten im Mai 2026 aufgrund geringer Nutzung entfernt hat, bleibt sie bei WhatsApp zentrales Sicherheitsversprechen. Der Konzern positioniert WhatsApp als primäre, sichere und nun direkt monetarisierte Kommunikationsplattform.

Branchenbeobachter blicken auf die WWDC am 8. Juni 2026. Dort werden weitere Impulse für KI-Dienste und Sicherheitsfeatures erwartet. Für Nutzer bedeutet die Entwicklung: Wer Wert auf Ästhetik und erweiterte Tools legt, zahlt künftig. Die sicherheitsrelevanten Basisdienste bleiben kostenfrei und verschlüsselt.