WhatsApp Plus: Meta startet kostenpflichtiges Abo für iOS-Nutzer

Meta führt kostenpflichtiges WhatsApp Plus für iPhone-User ein. Das Abo bietet erweiterte Design-Optionen und mehr angeheftete Chats.

Die Personalisierungs-Features kosten rund 2,49 Euro im Monat.

Meta hat in dieser Woche damit begonnen, eine neue Abo-Stufe namens WhatsApp Plus an einen begrenzten Kreis von iOS-Nutzern auszurollen. Nach einer Testphase im Android-Beta-Programm folgt nun der nächste Schritt in Metas Strategie, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. Die Kernfunktionen des Messengers bleiben für alle Nutzer kostenlos.

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Premium-Features für Power-User

WhatsApp Plus richtet sich an Vielnutzer, die mehr Kontrolle über Optik und Organisation der App wünschen. Die wichtigste Neuerung: Statt wie bisher nur drei Chats anheften zu können, erlaubt das Abo bis zu 20 fixierte Unterhaltungen. Ein deutlicher Vorteil für alle, die beruflich oder privat viele aktive Gespräche gleichzeitig managen.

Dazu kommt ein umfangreiches Design-Paket. Abonnenten können aus 18 neuen Akzentfarben wählen – darunter Königsblau, Tiefseegrün oder Korallenorange – und 14 alternative App-Icons nutzen, von minimalistisch bis hin zu 3D-Texturen. Zehn exklusive Klingeltöne mit Namen wie „Flutter“ oder „Meadow“ helfen, eingehende WhatsApp-Anrufe von normalen Telefonaten zu unterscheiden.

Für Nutzer vieler Gruppen gibt es zudem die Möglichkeit, Chat-Listen gebündelt mit eigenen Designs oder Benachrichtigungstönen zu versehen.

Sicherheit bleibt unangetastet

Meta betont, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Nachrichten und Anrufe erhalten bleibt – unabhängig vom Abo-Status. Die Premium-Features sind rein optional und greifen nicht in die Sicherheitsarchitektur ein.

Erst am 6. Mai hatte der Konzern Sicherheitsupdates für zwei Schwachstellen veröffentlicht. Eine betraf die Validierung KI-generierter Nachrichten, eine weitere ein Spoofing-Problem beim Windows-Client. Die Patches zeigen: Auch während der Expansion neuer Geschäftsmodelle bleibt die Sicherheit ein zentrales Thema.

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Juristischer Gegenwind für Metas KI-Pläne

Die Einführung von WhatsApp Plus fällt in eine angespannte Woche für Meta. Am 5. Mai reichten fünf große Verlage – darunter Elsevier, Cengage, Hachette, Macmillan und McGraw Hill – gemeinsam mit Autor Scott Turow eine Klage in New York ein. Sie werfen Meta vor, Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher und Fachartikel für das Training des KI-Modells Llama genutzt zu haben – ohne Lizenz und gegen geltendes Recht.

Die Kläger bezeichnen die KI als „endlose Substitutionsmaschine“, die Inhalte im Stil geschützter Werke reproduzieren könne. Meta kündigte an, die Klage entschlossen zu bekämpfen, und beruft sich auf das Prinzip des Fair Use. Der Rechtsstreit verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Meta steht: KI-Innovation vorantreiben und gleichzeitig die eigenen Plattformen professionalisieren.

Vom Werbegeschäft zum Abo-Modell

Mit WhatsApp Plus wagt Meta den Schritt in ein neues Geschäftsmodell. Bislang finanzierte sich der Konzern fast ausschließlich über Werbung. Die Premium-Stufe folgt einem trend, den andere Plattformen wie Telegram oder Discord bereits vorgelebt haben: Nutzer zahlen für optische Aufwertungen und Komfortfunktionen.

Marktbeobachter sehen darin eine kluge Strategie. Bei rund drei Milliarden monatlich aktiven Nutzern reicht bereits ein kleiner Prozentsatz an Abonnenten, um stabile Einnahmen zu generieren – ohne das Versprechen eines kostenlosen Kernangebots zu brechen. Anders als der WhatsApp Business API, der sich an Unternehmen richtet, zielt WhatsApp Plus auf Privatnutzer mit ausgeprägtem Interesse an digitaler Individualisierung.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Der aktuelle iOS-Rollout ist noch stark begrenzt. Meta wird die Verfügbarkeit voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs auf weitere Regionen ausweiten. Insider erwarten, dass künftige Updates zusätzliche KI-Funktionen für die persönliche Organisation ins Abo integrieren könnten.

Parallel testet Meta auf iOS ein neues Interface namens „Liquid Glass“ mit transparenten Effekten und einem modernen Design. Ob sich das „Plus“-Modell langfristig als tragende Säule neben Werbung und Business-Diensten etablieren kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.