WhatsApp Plus: Meta testet Abo-Modell für 2,49 Euro

Meta startet Beta-Phase für WhatsApp Plus mit exklusiven Funktionen für 2,49 Euro monatlich. Sicherheitsbedenken begleiten den Launch.

** Der Kurznachrichtendienst heißt in der Beta-Phase „WhatsApp Plus“ und kostet rund 2,49 Euro pro Monat. Gestartet ist die Testphase Ende April 2026 – zunächst nur für Android-Nutzer.

Exklusive Funktionen gegen Geld

WhatsApp Plus bietet Funktionen, die in der Standardversion fehlen. Dazu gehören 18 Design-Themes und bis zu 20 fixierte Chats am oberen Bildschirmrand. Auch exklusive Klingeltöne, 14 neue Icons und animierte Sticker sind dabei.

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Technisch gibt es echte Neuerungen: Eine lokale KI-Chat-Zusammenfassung läuft in einer gesicherten Hardware-Umgebung auf dem Gerät. Sie hilft, lange Konversationen schneller zu erfassen. Videoanrufe sind künftig mit bis zu 32 Teilnehmern möglich. Auch Sprachtranskription und optimierte Status-Updates in Kanälen gehören zum Paket.

Parallel dazu treibt Meta die Plattform-Vereinheitlichung voran. Seit dem 25. April 2026 dient der Meta Account als zentrale Identität für alle Dienste. Das soll die Verwaltung vereinfachen – wird aber von EU-Regulierern genau beobachtet.

Sicherheitslage bleibt angespannt

Die WhatsApp-Neuerungen kommen in einer Zeit massiver Sicherheitsprobleme. Das BSI und das Bundesamt für Verfassungsschutz warnten Ende April vor gezielten Phishing-Kampagnen gegen deutsche Politiker. Betroffen waren Julia Klöckner, Verena Hubertz und Karin Prien. Die Angreifer gaben sich als gefälschter Support-Dienst von Signal aus.

Auch technische Angriffe nehmen zu. Sicherheitsforscher entdeckten die Malware-Kampagne „Operation NoVoice“. Sie soll rund 2,3 Millionen Android-Geräte über den Play Store infiziert haben. Parallel wurde die Spyware „Morpheus“ gefunden. Sie nutzt gefälschte Android-Updates und künstliche Telekommunikationsstörungen, um WhatsApp-Konten zu kapern. Die Malware missbraucht Barrierefreiheitsdienste des Betriebssystems und täuscht biometrische Abfragen vor.

Apple reagierte mit Notfall-Updates. Die Versionen iOS 26.4.2 und iOS 18.7.8 schließen die Zero-Click-Lücke CVE-2026-28950. Sie ließ Vorschauen gelöschter Nachrichten bis zu einem Monat im Cache – unbefugte Apps konnten darauf zugreifen. Samsung schloss mit einem Update für das Galaxy S24 insgesamt 47 Sicherheitslücken, davon 14 kritische.

Wettbewerbsdruck wächst

Der Markt für sichere mobile Kommunikation boomt. Experten prognostizieren für 2026 ein Volumen von 7,99 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 könnte es auf 13,7 Milliarden US-Dollar steigen. Treiber sind Cyberbedrohungen und strengere Regulierungen wie die DSGVO.

Meta bekommt neue Konkurrenz. Das Unternehmen X (ehemals Twitter) startete Ende April mit XChat einen eigenen verschlüsselten Messaging-Dienst für iOS. XChat setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und ist direkt mit dem X-Konto verknüpft.

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Der Druck von staatlicher Seite steigt ebenfalls. Die EU-Kommission fordert von Meta, die Interoperabilität mit anderen KI-Anbietern auf WhatsApp zu gewährleisten. Auch die Kontrolle öffentlicher Kanäle nach dem Digital Services Act muss verschärft werden. In den USA wurde Meta zu 375 Millionen Dollar Strafe verurteilt – wegen Mängeln beim Kinderschutz. Als Reaktion startete WhatsApp Mitte März elternverwaltete Konten für Kinder unter 13 Jahren.

Hardware-Risiken rücken in den Fokus

Neben Software-Schwachstellen beschäftigen Sicherheitsbehörden zunehmend Hardware-Risiken. Auf der Konferenz Black Hat Asia 2026 präsentierten Kaspersky-Experten eine Schwachstelle im BootROM von Qualcomm-Chips. Bei physischem Zugriff können Angreifer die sichere Boot-Kette umgehen und Code mit maximalen Rechten ausführen. Besonders in der Lieferkette oder bei Reparaturen ist das gefährlich.

Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Laut Bitkom belaufen sie sich für die deutsche Wirtschaft auf bis zu 200 Milliarden Euro jährlich. Besonders effektiv ist KI-gestütztes Phishing mit Klickraten von bis zu 54 Prozent. Auch „Quishing“ – Phishing via QR-Code – wird zur ernsten Bedrohung. Sicherheitsanbieter wie McAfee reagieren mit spezialisierten Scannern.

Experte Silvio Schindler rät zur Vorsicht: WLAN, Bluetooth oder NFC bei Nichtgebrauch deaktivieren. Auch die Play Integrity API von Google – ab September 2026 verpflichtend für Android-Entwickler – hilft bei der App-Verifizierung.

Ausblick: Android 17 und EU-Wallet

Für Juni 2026 wird Android 17 erwartet. Es soll für aktuelle Smartphones von Google, Samsung und Xiaomi kommen. Ältere Modelle wie das Galaxy S22 oder Xiaomi 13 Lite erhalten kein Update mehr – das unterstreicht die Bedeutung von Sicherheits-Patches.

Ein weiteres Großprojekt ist die EU Digital Identity Wallet (EUDI). Bis Ende 2026 sollen die Mitgliedsstaaten die digitale Identitätslösung fertigstellen. Der operative Start ist für den 2. Januar 2027 geplant. Eine Umfrage im Frühjahr zeigte: Mehr als die Hälfte der Deutschen kennt die EUDI-Wallet noch nicht.

Für Meta wird der Erfolg von WhatsApp Plus entscheidend sein. Der Konzern muss zeigen, ob sich Messenger jenseits von Werbung stabil monetarisieren lassen – ohne die Nutzer an sicherheitsfokussierte Konkurrenz zu verlieren. Die Balance zwischen Komfort und Sicherheit bleibt die zentrale Herausforderung.