WhatsApp Plus: Meta testet erstes Abo für den Messenger

Meta testet ein optionales Premium-Abo für WhatsApp und stellt die Abrechnung für Geschäftskunden auf ein Pro-Nachricht-Modell um.

Parallel dazu stellt das Unternehmen die Abrechnung für Geschäftskunden umfassend um.**

Der weltweit größte Messenger-Dienst mit rund drei Milliarden Nutzern steht vor einem grundlegenden Wandel. Meta, der Konzern hinter WhatsApp, testet seit Ende April 2026 ein neues Abo-Modell namens WhatsApp Plus. Gleichzeitig wurden die Preise für die Geschäftskunden-Schnittstelle (API) angepasst. Beide Entwicklungen zeigen: Der Konzern will WhatsApp zu einer breit aufgestellten Einnahmequelle ausbauen.

Anzeige

Während Meta Milliarden in die Integration von KI-Funktionen für WhatsApp investiert, fragen sich viele Nutzer, wie sie solche Tools heute schon gewinnbringend nutzen können. Dieser kostenlose PDF-Report zeigt Ihnen mit fertigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie Sie künstliche Intelligenz für Ihre Organisation und Zeitersparnis einsetzen. ChatGPT als Alltagshelfer: Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern

WhatsApp Plus: Kosmetik gegen Geld

Das neue Abo ist der erste ernsthafte Versuch seit 2016, direkt am Endkunden zu verdienen. Damals schaffte Meta die Jahresgebühr von einem Dollar ab. Jetzt kommt das Plus-Modell – und zwar als rein optionales Upgrade.

Für rund 2,49 Euro pro Monat erhalten Nutzer in ersten Testmärkten Zugriff auf erweiterte Personalisierungsmöglichkeiten. Dazu gehören:

  • 18 verschiedene Chat-Designs und eigene App-Symbole
  • Bis zu 20 angepinnte Chats (statt nur drei in der Gratis-Version)
  • Premium-Klingeltöne und benutzerdefinierte Benachrichtigungen
  • Erweiterte Sortierfunktionen für Chats

Wichtig: Die Kernfunktionen wie Nachrichten, Anrufe und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleiben für alle kostenlos. Meta bezeichnet das Abo als „Add-on-Erlebnis“ für Nutzer, die mehr Gestaltungsfreiheit wünschen.

Geschäftskunden: Pro Nachricht wird abgerechnet

Während die Verbraucher-Tests Schlagzeilen machen, liegt das eigentliche Umsatzpotenzial im Geschäftskunden-Bereich. Seit dem 1. Juli 2025 stellt Meta schrittweise auf ein Pro-Nachricht-Modell um. Statt wie bisher für ein 24-Stunden-Fenster mit unbegrenzten Nachrichten zu zahlen, berechnet der Konzern jetzt jede einzelne Vorlagen-Nachricht.

Die Preise variieren stark nach Nachrichtentyp und Land:

NachrichtentypDeutschland (ca.)Indien (ca.)
Marketing0,14 Euro0,01 Euro
Servicekostenlos (24h)kostenlos

Seit dem 1. April 2026 gelten zudem angepasste Tarife: In Indien wurden Authentifizierungs-Nachrichten teurer, in Saudi-Arabien stiegen die Marketing-Preise. Pakistan verzeichnet höhere Kosten für Utility- und Authentifizierungs-Nachrichten. Die Türkei hingegen senkte die Preise drastisch – um über 80 Prozent – um mehr Unternehmen anzulocken.

Anzeige

Die massiven Investitionen in KI-Systeme und deren Integration in Messenger-Dienste wie WhatsApp unterliegen strengen rechtlichen Rahmenbedingungen durch den neuen EU AI Act. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, welche neuen Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten Unternehmen seit August 2024 unbedingt beachten müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur EU-KI-Verordnung herunterladen

KI-Integration als nächster Schritt

Die Einführung von Bezahlfunktionen ist Teil einer umfassenden Strategie, die Meta Anfang 2026 ankündigte. Der Konzern investiert massiv in Künstliche Intelligenz – mit geplanten Ausgaben zwischen 115 und 135 Milliarden US-Dollar allein in diesem Jahr. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen (derzeit 95 Prozent) zu reduzieren.

Eine Schlüsselrolle spielt die Übernahme des KI-Startups Manus im Dezember 2025 für rund zwei Milliarden Dollar. Seit Frühjahr 2026 integriert Meta dessen Technologie in WhatsApp. Branchenbeobachter erwarten, dass künftige Versionen von WhatsApp Plus über Kosmetik hinausgehen und KI-Funktionen wie automatisierte Terminplanung oder Echtzeit-Übersetzungen bieten werden.

Der Geschäftskunden-Bereich läuft bereits erfolgreich: Im vierten Quartal 2025 überschritt WhatsApp mit seinen Business-Diensten die Marke von zwei Milliarden US-Dollar Jahresumsatz – ein Plus von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Wettbewerb und Regulierung im Blick

Mit dem Freemium-Modell folgt Meta einem Trend, den Telegram (Premium-Abo seit 2022) und Signal (kostenpflichtiger Backup-Dienst) bereits vorgegeben haben. Die schiere Größe von WhatsApp macht den Schritt jedoch besonders folgenreich.

Die Europäische Kommission hatte zuletzt Metas „Pay or Consent“-Modelle für Facebook und Instagram kritisch geprüft. WhatsApp Plus umgeht dieses Problem: Es gibt keine Werbung in persönlichen Chats, und das Abo bietet nur zusätzliche Funktionen. Stattdessen testet Meta Werbeplätze in den „Status“- und „Kanälen“-Funktionen, die eher sozialen Netzwerken ähneln.

Ausblick: Vom Messenger zur Plattform

Bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 rechnen Analysten mit einem breiteren Rollout von KI-gestützten Premium-Funktionen. Die Integration der jüngsten KI-Übernahmen dürfte den Abstand zwischen Gratis- und Bezahlversion weiter vergrößern. Mögliche Funktionen: automatisierte Terminplanung, erweiterte Suche und Echtzeit-Übersetzungen.

WhatsApp könnte sich so vom reinen Kommunikationswerkzeug zum umfassenden persönlichen und beruflichen Assistenten entwickeln. Die ersten Pilotdaten deuten darauf hin, dass vor allem jüngere Nutzer und Vielschreiber bereit sind, für mehr Ordnung und Individualisierung zu zahlen.