WhatsApp Plus startet in Südafrika: Meta diversifiziert jenseits Werbung

Meta bringt WhatsApp Plus nach Südafrika, während WhatsApp-Chef Cathcart geht und Fintech-Gründer Shah übernimmt.

Die Einführung am 22. und 23. Juni 2026 markiert einen strategischen Schritt zur Diversifizierung der Einnahmequellen jenseits der Werbung. Begleitet wird der Launch von einem überraschenden Führungswechsel bei WhatsApp und einer milliardenschweren Fintech-Investition.

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Südafrika-Preis deutlich niedriger als in den USA

Südafrikanische Nutzer zahlen umgerechnet rund 28,99 Rand (etwa 1,50 Euro) pro Monat für das Abo – deutlich weniger als die US-Version für 2,99 Dollar (knapp 2,80 Euro). Meta lockt mit einem kostenlosen Probemonat, verlangt aber bereits bei der Anmeldung Zahlungsdaten.

Sechs Premium-Funktionen warten auf Abonnenten:

  • Personalisierung: Exklusive App-Icons, Chat-Designs und eigene Themes
  • Mehr Ordnung: Bis zu 20 statt bisher drei angepinnte Chats
  • Medien-Spielereien: Animierte Sticker und zusätzliche Klingeltöne

Die grundlegenden Nachrichten- und Anruffunktionen bleiben für alle Nutzer kostenlos. Die Abrechnung läuft über die üblichen App-Stores von Apple und Google.

Afrika-Offensive nach Nigeria-Start

Der Südafrika-Launch folgt nur einen Tag nach der Einführung in Nigeria, wo WhatsApp Plus umgerechnet umgerechnet rund 1,50 Euro kostet. Beide Märkte sind Teil einer globalen Abo-Strategie, die Meta bereits im Mai 2026 angekündigt hatte – inklusive Facebook Plus und Instagram Plus.

Instagram Plus kostet 3,99 Dollar pro Monat und bietet anonymes Story-Anschauen, 48-Stunden-Storys und besondere Reaktionen. Die Testphase für WhatsApp-Abos begann bereits im April 2026.

Führungswechsel: WhatsApp-Chef geht, Fintech-Gründer kommt

Am selben Tag verkündete Meta das Ende einer Ära: Will Cathcart tritt nach sieben Jahren als WhatsApp-Chef zurück. Unter seiner Führung wuchs die Nutzerbasis auf über drei Milliarden Menschen, davon rund 100 Millionen in den USA. Cathcart bleibt im Konzern und soll neue KI-Produkte von Grund auf entwickeln.

Sein Nachfolger wird Kunal Shah, Gründer und CEO des indischen Fintech-Unternehmens CRED. Shah zieht dafür ins kalifornische Menlo Park. Die Personalie folgt auf Metas Entscheidung, eine 900-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde bei CRED anzuführen – für eine Minderheitsbeteiligung, die das Startup mit rund 4,5 Milliarden Dollar bewertet.

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CRED zählt 17 Millionen monatliche Nutzer und hat sich vom Kreditkarten-Zahlungsdienst zum Anbieter für Versicherungen, Kredite und Vermögensverwaltung entwickelt. Der Schritt unterstreicht Metas Fokus auf Indien – WhatsApps größtem Markt mit über 500 Millionen Nutzern. Bereits im Mai 2026 hatte der Konzern KI-gestützte Business-Tools speziell für Indien eingeführt.

Milliardenschwere Investitionen in die Zukunft

Der Führungswechsel und die neuen Produkte kommen zu einer Zeit massiv steigender Investitionen. Meta hob seine Prognose für die Kapitalausgaben 2026 auf 125 bis 145 Milliarden Dollar an.

Neben der CRED-Beteiligung investierte Meta bereits 2020 rund 5,7 Milliarden Dollar in Jio Platforms und mietete kürzlich sein erstes eigenes KI-Rechenzentrum in Indien. Für die Übergangszeit hat CRED mit Miten Sampat einen Interim-CEO ernannt – das Startup strebt offenbar einen Börsengang an.