WhatsApp: Premium-Abo und neue Status-Funktionen für Channels

WhatsApp führt mit WhatsApp Plus ein erstes Abo-Modell ein und rüstet Channels mit temporären Status-Updates für Unternehmen auf.

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Der Messenger-Dienst treibt seine Entwicklung in zwei Richtungen voran: Neue Funktionen für Channel-Administratoren und ein erstes Bezahl-Abo namens WhatsApp Plus. Die Änderungen zeigen, wie sich der Dienst vom reinen Chat-Tool zur Kommunikationsplattform für Unternehmen und Behörden wandelt.

Temporäre Status-Updates für Channels

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft Channel-Betreiber. In der aktuellen iOS-Beta-Version 26.16.10.70 testet Meta eine „Channel Status“-Funktion. Administratoren können damit temporäre Beiträge posten, die 24 Stunden sichtbar bleiben – ähnlich dem privaten Status-Feature. Bislang galten andere Regeln: Beiträge blieben 30 Tage für Nicht-Abonnenten sichtbar, für Follower unbegrenzt.

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Die neuen Tools erlauben verschiedene Medienformate: Fotos, Videos, Sprachnachrichten und KI-generierte Bilder. Admins erhalten einen eigenen Eintrag in der Navigationsleiste für diese Kurzzeit-Broadcasts. Branchenbeobachter sehen darin eine Möglichkeit, zeitkritische Informationen zu teilen, ohne den Channel-Verlauf zu überfrachten.

Parallel dazu testet WhatsApp ein visuelles Redesign: Das traditionelle Text-Menü in der oberen Leiste weicht dem Plattform-Logo. Für Android-Nutzer kommen Benachrichtigungs-Bubbles – sie erlauben Antworten, ohne die App zu öffnen.

WhatsApp Plus: Das erste Abo-Modell

Am 25. April 2026 bestätigte Meta die Tests eines optionalen Premium-Abonnements namens WhatsApp Plus. Erstmals erkundet der Dienst damit auf breiter Front bezahlte Funktionen. Aktuell läuft die Testphase mit einer ausgewählten Gruppe von Android-Beta-Nutzern, eine iOS-Version soll später folgen.

Die Premium-Stufe bietet Personalisierungs- und Organisations-Tools:
18 neue visuelle Themes und 19 Akzentfarben für die Chat-Anpassung
Bis zu 20 Chats pinnen – eine deutliche Steigerung zum aktuellen Limit
– Exklusive Sticker-Pakete mit Overlay-Animationen und eigene Klingeltöne
– Bulk-Verwaltung für Chat-Listen und benutzerdefinierte Icons

Ein offizieller Preis steht noch nicht fest. Berichten zufolge könnte das Abo bei etwa 2,49 Euro pro Monat liegen. Meta betont: Die Kernfunktionen – Nachrichten, Sprachanrufe und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – bleiben für alle kostenlos. Die Testphase diene der Feedback-Sammlung.

Indien: WhatsApp als digitale Behörden-Infrastruktur

WhatsApp wird zunehmend für Verwaltungsaufgaben genutzt. Im indischen Bundesstaat Haryana kündigte Ministerpräsident Nayab Singh Saini an, ab kommender Woche QR-basierte „J-Formulare“ für Landwirte per WhatsApp zu versenden. Die Initiative folgt auf eine Rekord-Weizenernte, bei der 81,48 Lakh Tonnen (rund 8,15 Millionen Tonnen) im Wert von über 21.044 Crore Rupien (etwa 2,3 Milliarden Euro) vermarktet wurden.

Die Digitalisierung soll den Papierkram für rund 580.000 Landwirte vereinfachen. Gestützt wird dies durch die „Abhedya“-App, die nun rund um die Uhr WhatsApp-Support bietet und verdächtige internationale Anrufe blockiert. Diese Beispiele zeigen, wie WhatsApp vom simplen Chat-Tool zur digitalen Infrastruktur für Identitätsprüfung und Dokumentenzustellung wird.

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Sicherheits-Updates im Kontext

Die WhatsApp-Neuerungen fallen in eine Zeit erhöhter Sicherheitsanforderungen. Am 22. April 2026 veröffentlichte Apple die Updates iOS 26.4.2 und iPadOS 26.4.2, um eine kritische Sicherheitslücke zu schließen. Die Schwachstelle CVE-2026-28950 in den Benachrichtigungsdiensten führte dazu, dass Push-Benachrichtigungen auf Geräten verblieben, selbst wenn sie zum Löschen markiert waren.

Sicherheitsforscher entdeckten, dass diese Lücke in bestimmten Untersuchungen genutzt wurde, um Nachrichten aus der Signal-App wiederherzustellen. Signal bestätigt, dass Apples Update das Problem behebt. Dies ist besonders relevant für WhatsApp, das mit den „Notification Bubbles“ neue Funktionen testet, die direkt mit den Betriebssystem-Benachrichtigungen interagieren.

Apple hat zudem in der iOS 26.5 Beta (dritte Aprilwoche) Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Unterstützung eingeführt. Dieser Schritt hin zu standardisierter, sicherer Kommunikation über verschiedene Plattformen hinweg spiegelt WhatsApps Bemühungen wider, hohe Sicherheitsstandards zu wahren – auch bei den neuen Profi-Funktionen.

Technische Herausforderungen

Mit erweiterten Funktionen steigen auch die Integrations-Herausforderungen. Nutzer von OpenClaw, einem Tool für sekundäre WhatsApp-Web-Integrationen, berichteten von einem Problem: Geräte zwangen alle 30 Minuten eine Neuverbindung, wenn kein eingehender Datenverkehr erkannt wurde. Die Ursache liegt in Watchdog-Timern des Systems. Entwickler schlagen eine lokale Lösung vor, um die Timer auf 12 Stunden zu erhöhen – ein Beispiel für die Komplexität stabiler Verbindungen bei häufigeren Status-Updates.

Strategische Doppelspurigkeit

Branchenanalysten sehen in den aktuellen Updates eine Zwei-Wege-Strategie von Meta: Gleichzeitig baut das Unternehmen ein konsumentenorientiertes „Plus“-Erlebnis auf und verankert WhatsApp als Pflichtwerkzeug für Unternehmen und Behörden – besonders in Wachstumsmärkten wie Indien, wo die Plattform Anfang 2026 über 853 Millionen monatlich aktive Nutzer meldete.

Der Erfolg des Abo-Modells wird zeigen, ob Meta eine nachhaltige Einnahmequelle erschließen kann, ohne die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu gefährden. Die öffentliche Einführung der neuen Features wird nach Abschluss der aktuellen Beta-Tests erwartet.