Der Messenger-Dienst WhatsApp erprobt derzeit eine neue Sicherheitsfunktion, die mithilfe künstlicher Intelligenz vor betrügerischen Nachrichten warnen soll. Die Funktion mit der Bezeichnung „Scam Alert“ wird aktuell in einer Beta-Version der Anwendung getestet.
Das Besondere an diesem technologischen Ansatz ist die lokale Verarbeitung: Ein KI-Modell auf dem Smartphone analysiert die eingehenden Nachrichten direkt auf dem Endgerät, ohne dass die Inhalte an die Server des Mutterkonzerns Meta übertragen werden.
Durch diesen On-Device-Ansatz bleibt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Kommunikation vollständig erhalten. Die Analyse findet ausschließlich in der geschützten Umgebung auf dem Gerät des Nutzers statt; die resultierende Warnung wird ebenfalls nur dem Empfänger im jeweiligen Chat angezeigt. Das System schlägt Alarm, sobald die KI verdächtige Muster erkennt, die auf Phishing, Identitätsdiebstahl oder andere Betrugsversuche hindeuten könnten.
Erweiterte Kontrollmöglichkeiten für Nutzer
Anwender erhalten im Falle einer Warnung verschiedene Handlungsoptionen direkt im Chatfenster. Sie können den Absender blockieren, die Nachricht melden oder den Absender als vertrauenswürdig einstufen, falls es sich um einen Fehlalarm handelt. Der Fokus der neuen Funktion liegt dabei primär auf der Prüfung von Nachrichten, die von bisher unbekannten Rufnummern stammen.
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Um die Effektivität des Modells langfristig zu bewerten, ohne die Privatsphäre der Einzelnutzer zu gefährden, übermittelt WhatsApp lediglich anonymisierte Statistiken an Meta. Dabei kommt das Verfahren der „Differential Privacy“ zum Einsatz, welches sicherstellen soll, dass keine Rückschlüsse auf individuelle Chat-Inhalte möglich sind.
Flankierend zu den technischen Maßnahmen setzt Meta auf Transparenz gegenüber der Fachwelt. Das Unternehmen veröffentlicht die Modellgewichte des verwendeten KI-Modells für Forscher und führt ein sogenanntes Transparenzregister (Transparency Ledger) ein.
Trotz der laufenden Tests in der Beta-Phase gibt es derzeit noch keinen festgesetzten Termin für einen breiten öffentlichen Rollout der Funktion. Auch ob und wann der „Scam Alert“ für Nutzer in Deutschland verfügbar sein wird, ist derzeit noch ungeklärt.
Google verstärkt Schutzmaßnahmen in Android 17
Parallel zu den Entwicklungen bei WhatsApp treibt auch Google die Sicherheitsvorkehrungen auf mobilen Endgeräten voran. In der Mitte August veröffentlichten Version von Android 17 QPR2 Beta 3, die für Pixel-Geräte ab dem Modell 6a zur Verfügung steht, wurde ein spezifischer Schutz gegen Betrugsversuche bei Rufumleitungen integriert.
Künftig erfordern bestimmte USSD-Codes, wie beispielsweise die Sequenz zur Einrichtung einer Rufumleitung (21), einen expliziten Bestätigungsdialog durch den Anwender. Damit soll verhindert werden, dass Angreifer Nutzer dazu verleiten, Anrufe unbemerkt auf fremde Nummern umzustellen. Zudem blockiert das Betriebssystem Apps, die versuchen, solche Funktionen ohne Nutzerinteraktion auszuführen.
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Das Update für das Betriebssystem adressiert darüber hinaus technische Stabilitätsthemen wie UI-Abstürze und korrigiert fehlerhafte Akkuwarnungen. Für Teilnehmer am Beta-Programm besteht die Möglichkeit eines Opt-outs ohne Datenverlust bis zur Veröffentlichung der finalen Version des Betriebssystems.

