WhatsApp: Speicher-Tools und Benutzernamen für 60 Millionen Deutsche

WhatsApp führt Speicherbereinigung für Kanäle, optionale Benutzernamen und global verschlüsselte Backups ein. Zudem plant der Dienst einen separaten Ordner für Unternehmensnachrichten.

Der Messaging-Dienst WhatsApp hat sein Arsenal erweitert: Mit neuen Speicher-Tools, einem optionalen Benutzernamen-System und verschärften Datenschutzfunktionen reagiert die Plattform auf die wachsenden Anforderungen von Millionen Nutzern weltweit. Besonders für die rund 60 Millionen aktiven Nutzer in Deutschland dürften die Neuerungen relevant sein, denn Speicherplatz und Privatsphäre zählen zu den häufigsten Kritikpunkten der App.

Aufräumen leicht gemacht: Neues Speicher-Tool für Kanäle

WhatsApp führt eine spezielle Bereinigungsfunktion für Kanal-Medien ein. Android-Beta-Nutzer können damit ab sofort gezielt Speicherplatz freigeben, der durch Inhalte aus dem Kanal-Feature belegt wird. Die Funktion steht in den Versionen 2.26.19.4 und 2.26.30.4 zur Verfügung.

Praktisch ist die Filtermöglichkeit nach Kategorien: Fotos, Videos, Sticker und Sprachnachrichten lassen sich getrennt anzeigen, sodass Nutzer auf einen Blick erkennen, welche Dateitypen den meisten Platz beanspruchen. Wichtig: Auch bei Massenlöschungen bleiben markierte Nachrichten verschont. Erreichbar ist das Tool über zwei Wege – den Kanal-Informationsbildschirm oder ein langes Drücken im Updates-Tab.

Benutzernamen statt Nummern: Mehr Privatsphäre beim Kontaktaufbau

Seit Ende Juli testet WhatsApp optionale Benutzernamen für ausgewählte iOS- und Android-Nutzer. Die Funktion soll die Abhängigkeit von Telefonnummern reduzieren: Kontakte können hergestellt werden, ohne die eigene Nummer preiszugeben. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt dabei unangetastet.

Doch die Neuerung sorgt auch für Diskussionen. In Indien prüfen die Behörden die Funktion im Rahmen des IT-Gesetzes, da Betrugs- und Spoofing-Risiken befürchtet werden. Meta hat daraufhin Schutzmechanismen implementiert: Bestimmte Namen werden reserviert, zudem greifen Rate-Limits und erweiterte Erkennungssysteme, um missbräuchliche Aktivitäten zu identifizieren.

Verschlüsselte Backups: Schutz für Cloud-Daten

WhatsApp weitet die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Chat-Backups global aus. Nutzer können ihre Cloud-Archive nun wahlweise mit einem persönlichen Passwort oder einem 64-stelligen Schlüssel sichern. Der Clou: Weder der Messaging-Dienst selbst noch der Cloud-Anbieter können auf die Inhalte zugreifen.

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Für Datenschutzbewusste ist das ein erheblicher Fortschritt. Bislang galten Backups oft als Schwachstelle der ansonsten durchgängig verschlüsselten Kommunikation.

Business-Kommunikation: Eigener Ordner und neue Gebühren

WhatsApp arbeitet an einem separaten Ordner für Nachrichten großer Unternehmen. Berichten zufolge sollen automatisch eingehende Nachrichten von Firmen-Accounts nach 24 Stunden in ein eigenes Verzeichnis verschoben werden. Der Schritt folgt auf einen deutlichen Anstieg geschäftlicher Nutzung – insbesondere in Indien, wo ein hoher Prozentsatz der Nutzer wöchentlich mit Unternehmens-Accounts interagiert.

Parallel ändert sich das Gebührenmodell: Nach Preisanpassungen am 1. Juli 2026 werden bestimmte Service-Antworten ab dem 1. Oktober 2026 kostenpflichtig.

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Speicher sparen: Diese Einstellungen helfen sofort

Neben den neuen Funktionen rückt WhatsApp bewährte Einstellungen in den Fokus. Die Option „Medien-Sichtbarkeit“ bleibt das wichtigste Werkzeug, um zu steuern, ob empfangene Dateien automatisch in der Galerie landen oder nur im App-Cache verbleiben. Wer die Funktion deaktiviert, spart Speicherplatz und hält Medien aus allgemeinen Geräteordnern heraus.

Auch die Funktion für verschwindende Nachrichten unterstützt die Datenverwaltung: Nachrichten lassen sich nach 24 Stunden, sieben oder 90 Tagen automatisch löschen. Gruppenadministratoren können diese Einstellungen zwar einschränken, doch Nutzer behalten die Möglichkeit, einzelne Nachrichten über die „Behalten“-Funktion bis zu 25 Tage nach Ablauf zu sichern.