Tausende WhatsApp-Nutzer weltweit wurden am Montag plötzlich gesperrt – Meta startete eine automatisierte Überprüfungswelle, die viele Accounts bis zu 24 Stunden lahmlegte. Auch in Deutschland sind Unternehmen und Privatpersonen betroffen.
Massenweise Kontosperrungen durch automatische Prüfung
Gegen 20 Uhr indischer Zeit begann das Drama: Nutzer in zahlreichen Ländern, darunter auch Indien, erhielten die Mitteilung, dass ihre Kontoaktivität und Geräteinformationen überprüft würden. Während des 24-stündigen Prüfzeitraums waren sämtliche Nachrichten- und Anruffunktionen blockiert. Meta bestätigte, dass die Maßnahmen Teil des Kampfes gegen Plattformmissbrauch seien – räumte jedoch ein, dass das automatisierte Verfahren Fehler produziert habe. Betroffene, die zu Unrecht gesperrt wurden, sollen ihren Zugang zurückerhalten.
Die Panne reiht sich ein in eine Serie technischer Probleme. Erst am 1. August hatte der Rollout neuer Video- und Sprachfunktionen für WhatsApp Web für Frust gesorgt. Login-Fehler und Synchronisationsprobleme überschatteten den Start der Features, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Geräuschunterdrückung bieten. Nach dem Debüt in Mexiko Ende Juli sollte die Funktion nun schrittweise in weiteren Märkten ausgerollt werden.
Kleine Unternehmen in der Zwickmühle
Die plötzlichen Sperrungen verschärfen die Kritik an Metas Umgang mit Geschäftskunden. Der Australier Jaden Gasking, Inhaber des Fußballunternehmens Futxperform, berichtet von gleich mehrfachen Deaktivierungen seiner Konten innerhalb des vergangenen Jahres – zuletzt im Juli 2026. Dabei investiert er umgerechnet rund 36.000 Euro jährlich in Werbung über Meta-Plattformen. Sein Unternehmen ist in 85 Ländern aktiv und hat 63.000 Follower – der Ausfall traf ihn hart, klare Lösungen bot der Konzern nicht an.
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Die australische Telekommunikations-Beschwerdestelle verzeichnet rund 2.000 Beschwerden über digitale Plattformen, 71 Prozent davon richten sich gegen große Tech-Konzerne wie Meta. Der Druck auf eine unabhängige Schlichtungsstelle wächst. In den USA wurde Ende Juli ein Gesetzentwurf eingebracht, der digitale Marktplätze verpflichten soll, Kontosperrungen transparent zu begründen und klare Fristen für Einspruchsverfahren festzulegen.
Betrugswelle: So schützen Sie Ihr Konto
Die aktuellen Überprüfungen fallen in eine Zeit zunehmender digitaler Betrugsfälle. In Südafrika zeigen Untersuchungen, dass zwischen 57 und 68 Prozent der Bevölkerung in den letzten zwölf Monaten Ziel von Online-Betrug wurden. Kriminelle kombinieren dabei Phishing, Social Engineering und SIM-Swapping, um Konten zu übernehmen.
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Auch deutsche Behörden warnen vor Fake-Umfragen und QR-Code-Betrug. Angreifer nutzen diese Methoden, um Verifizierungscodes abzugreifen und Konten zu kapern. Sicherheitsexperten empfehlen daher dringend die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung und raten von inoffiziellen Drittanbieter-Apps ab.
Metas Nutzungsbedingungen sind streng: Schon die Verwendung inoffizieller Software wie WhatsApp Plus oder GB WhatsApp kann Sperren auslösen. Auch Spam, Massennachrichten und automatisierte Bots führen zu Sanktionen. Bei wiederholten Verstößen droht die dauerhafte Deaktivierung des Kontos.

