WhatsApp-Nutzer auf der ganzen Welt melden massive Probleme beim Versand von Fotos, Videos und anderen Mediendateien. Der Textnachrichten-Dienst funktioniert weitgehend, doch die Multimedia-Übertragung hakt vielerorts.
Die Störung betrifft zahlreiche Länder, darunter Indien, Großbritannien, Frankreich, Brasilien, Kanada, Mexiko, Spanien und Kolumbien. Nutzer berichten, dass Medienuploads fehlschlagen oder der Versandprozess hängen bleibt. Laut Downdetector-Auswertungen entfallen rund 41 Prozent der Beschwerden auf allgemeine Nachrichtenprobleme, 40 Prozent betreffen die App selbst und 13 Prozent beziehen sich auf fehlgeschlagene Benachrichtigungen.
Eine offizielle Stellungnahme von WhatsApp zur Ursache der Multimedia-Panne steht bislang aus. Erst am 8. August hatte es kleinere regionale Schwierigkeiten in der Türkei gegeben, wo Synchronisations- und Anmeldeprozesse der Web-Oberfläche gestört waren.
Sicherheitslage: Malware-Kampagnen und Kontosperren
Die technischen Probleme fallen in eine Phase erhöhter Sicherheitsaktivität rund um den Messenger. Indiens Cyber Crime Coordination Centre (I4C) meldete am 8. August die erfolgreiche Blockade einer größeren Malware-Kampagne. Dabei wurden über 10.000 Nutzer vor möglichen Account-Übernahmen geschützt, nachdem manipulierte ZIP-Dateien – getarnt als offizielle Bankdokumente oder Regierungsschreiben – über die App verbreitet worden waren.
Auch Kaspersky-Forscher schlugen Alarm: In Malaysia und Brasilien entdeckten sie VBScript-Dateien, die unbefugte Fernzugriffs-Tools auf den Geräten der Opfer installierten. Die Angriffsvektoren ähneln sich – Nutzer werden durch vermeintlich offizielle Dokumente zum Öffnen infizierter Anhänge verleitet.
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Intern sorgt zudem ein Fehler im automatisierten Kontrollsystem für Ärger. Meta räumte ein, dass ein automatisiertes System zahlreiche Konten fälschlicherweise blockiert hatte, unter anderem in der indonesischen Stadt Medan. Das Unternehmen kündigte an, den Zugang für betroffene Nutzer wiederherzustellen. In Brasilien berichten einige Nutzer sogar vom Verlust jahrzehntealter Chat-Verläufe und Medien nach massenhaften Kontosperrungen.
Ende für alte Android-Versionen
Trotz der aktuellen Schwierigkeiten treibt WhatsApp seine technische Weiterentwicklung voran. Ab dem 8. September 2026 stellt der Messenger den Support für ältere Betriebssysteme ein. Geräte mit Android 5.0 und 5.1 werden dann nicht mehr unterstützt, die App setzt künftig Android 6.0 oder neuer voraus. Betroffene Nutzer müssen entweder ihr Betriebssystem aktualisieren oder auf ein neueres Gerät wechseln.
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Russland verschärft Gangart
Parallel wächst der regulatorische Druck auf den Meta-Dienst. Die russischen Kommunikationsbehörden haben kürzlich Schritte zur Einschränkung der Plattform eingeleitet. Ziel ist es, die Bevölkerung verstärkt auf die staatlich sanktionierte App Max umzulenken. Bereits Anfang des Jahres hatte Roskomnadzor ähnliche Restriktionen gegen Telegram verhängt – ein Muster, das sich nun offenbar wiederholt.
Neue Funktionen für Gruppen
Auf der Produktseite hält WhatsApp indes an seiner Innovationsstrategie fest. Erst Anfang August führte der Dienst die „@alle“-Erwähnung für Gruppenchats ein, die alle Teilnehmer benachrichtigt – selbst wenn diese den Chat stummgeschaltet haben. In Gruppen mit mehr als 32 Mitgliedern steht diese Funktion ausschließlich Administratoren zur Verfügung.
Weitere Neuerungen umfassen Fristen für Umfragen in Chats sowie die Möglichkeit, neue Gruppen auf Basis bestehender Strukturen zu erstellen. Ob diese Features angesichts der aktuellen Stabilitätsprobleme den erhofften Zuspruch finden, bleibt abzuwarten.

