WhatsApp-Tablet: Primärgerät ab Juli, ohne Smartphone-Kopplung

WhatsApp erlaubt Tablets als Primärgeräte ohne Smartphone-Kopplung. Neue Funktionen und ein Stopp für Benutzernamen in Indien prägen die Aktualisierung.

Seit Anfang Juli 2026 rollt Meta die Updates für iPad und Android-Tablets aus. Ein echter Meilenstein für alle, die ihr Tablet bisher nur als zweiten Bildschirm nutzen konnten.

Eigenständig statt abhängig: Das neue Primärgerät-Modell

Am 3. Juli 2026 erreichte die WhatsApp-Beta für Android-Tablets eine entscheidende Neuerung: Nutzer können das Tablet jetzt als Primärgerät einrichten. Die Registrierung erfolgt direkt auf dem Tablet – mit Telefonnummer und sechsstelligem Bestätigungscode. Wer diesen Schritt geht, verliert die Verbindung zum bisherigen Smartphone: Es wird automatisch abgemeldet.

Einen Tag zuvor, am 2. Juli, hatte bereits die iPad-Version 26.25.74 den Durchbruch gebracht. iPad-Nutzer können sich wahlweise mit Telefonnummer oder einem Passkey als Hauptgerät anmelden. Der entscheidende Vorteil: Die lästige 14-Tage-Regel entfällt. Bisher wurden Companion-Geräte automatisch abgemeldet, wenn das Haupt-Smartphone länger als zwei Wochen offline war. Damit ist jetzt Schluss.

Wer lieber beim alten System bleibt, kann weiterhin den Companion-Modus nutzen – das Tablet spiegelt dann das Smartphone.

Neue Funktionen für Tablet-Nutzer

Mit dem Update als Primärgerät erhalten Tablets Zugriff auf Features, die zuvor blockiert waren:

  • Live-Standort teilen in Echtzeit
  • Rundfunklisten für Massenmitteilungen
  • Geschäfts-Flows für Unternehmen

Ein kleiner, aber feiner Schritt zur Gleichberechtigung der Geräte.

Namenssystem unter Beschuss: Indien bremst

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Während Meta die Gerätekompatibilität ausbaut, sorgt eine andere Neuerung für Ärger. Am 29. Juni 2026 öffnete WhatsApp die Reservierung für Benutzernamen – zwischen 3 und 35 Zeichen lang, geschützt durch SHA-256-Verschlüsselung und Merkle-Baum-Technologie. Die Idee: Nutzer können ihre Telefonnummer vor neuen Kontakten verbergen.

Doch das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) erteilte Meta am 2. Juli eine klare Ansage: Stopp in Indien. Die Regierung befürchtet Identitätstäuschung, Cyberbetrug und Phishing. WhatsApp kontert: Die Namen seien optional, nicht über ein öffentliches Verzeichnis suchbar und durch eine optionale vierstellige PIN geschützt.

Interessant: Auch Telegram und Signal erhielten ähnliche Anfragen aus Neu-Delhi.

Sicherheit und Speicher: Zwei Baustellen

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Parallel arbeitet WhatsApp an der Sicherheitsinfrastruktur. Für Web- und Desktop-Versionen entwickelt der Dienst eine Passkey-Anmeldung: Statt QR-Code zu scannen, reicht künftig die Gesichtserkennung oder der Fingerabdruck des Smartphones.

Beim Datenmanagement tut sich ebenfalls etwas:

  • Eigene Cloud-Lösung: WhatsApp testet einen Speicherdienst mit 2 GB Gratisvolumen und einem 10-GB-Tarif gegen Gebühr
  • Backup-Kontrolle: Android-Nutzer können alte Google-Drive-Backups direkt aus der App löschen
  • Plattformwechsel: Ein neues, kabelloses System überträgt Chatverläufe zwischen iOS und Android – ohne Kabel

Europa voraus: Drittanbieter-Chats im Test

Der Digital Markets Act der EU zwingt Meta zur Öffnung. Seit Anfang Juli 2026 testet WhatsApp in der Beta-Version 2.25.33.8 einen separaten Posteingang für Nachrichten externer Dienste. Aktuell funktioniert das mit der App BirdyChat – allerdings nur für Text, Bilder, Videos und Dokumente. Sticker und Status-Updates bleiben außen vor.

Meta peilt eine globale Einführung des verbesserten Multi-Geräte-Systems mit autonomer Synchronisation bis Ende 2026 an. Die Richtung ist klar: WhatsApp wird unabhängiger vom Smartphone – und damit flexibler für die Nutzer von morgen.