Der Messaging-Dienst WhatsApp erprobt in Indien eine neue Funktion zur Altersüberprüfung. Nutzer können künftig freiwillig ihr Geburtsdatum angeben. Der Schritt ist eine Reaktion auf das kommende indische Datenschutzgesetz, das auch für europäische Plattformen richtungsweisend sein könnte.
Anpassung an indisches Datenschutzgesetz
Die Testphase läuft, während Indien die vollständige Umsetzung des Digital Personal Data Protection Act vorbereitet. Das Gesetz tritt am 13. Mai 2027 in Kraft und verlangt von digitalen Plattformen die Einholung der elterlichen Zustimmung für Nutzer unter 18 Jahren. Zudem verbietet es die Verhaltensverfolgung Minderjähriger und gezielte Werbung an Kinder.
WhatsApp reagiert damit frühzeitig auf die neuen Regeln. Ein Sprecher betonte, dass der Test die Kernfunktionen der App nicht verändere. Die angegebenen Daten blieben privat, eine Vorlage von Ausweisdokumenten sei derzeit nicht erforderlich. Indiens IT-Sekretär S. Krishnan kündigte an, die Initiative auf ihre Vereinbarkeit mit dem DPDP-Rahmenwerk zu prüfen.
Indien ist mit geschätzten 500 bis 600 Millionen Nutzern der größte Markt für WhatsApp. Zum Vergleich: In der EU nutzen rund 400 Millionen Menschen den Dienst.
Gespräche mit der Regierung und Druck aus dem Parlament
Die Einführung der Alterskontrollen fällt mit hochrangigen Gesprächen zwischen Meta-Führungskräften und indischen Regierungsvertretern zusammen. Eine Delegation unter Leitung von Joel Kaplan traf sich am 5. August mit Beamten, um unter anderem die Einführung von WhatsApp-Benutzernamen und Bedenken bezüglich missbräuchlicher Inhalte auf Instagram zu erörtern. Die Nationale Kommission zum Schutz der Kinderrechte hat eine formelle Untersuchung eingeleitet.
Wer sich mit den Sicherheitsaspekten großer Messenger befasst, sollte auch die neuesten Login-Technologien kennen, die herkömmliche Passwörter ersetzen. Ein kostenloser Report zeigt, wie Sie die neue Passkey-Funktion bei Diensten wie WhatsApp oder Amazon sofort einrichten und Ihre Konten schützen. Was steckt hinter Passkeys – jetzt gratis nachlesen
Zusätzlich geriet Meta unter Druck, nachdem ein Video mit Premierminister Narendra Modi entfernt worden war. Ein parlamentarischer Ausschuss stellte der Meta-Führung ein Ultimatum von drei Tagen und forderte eine bedingungslose Entschuldigung. Andernfalls drohe der Verlust des „Safe-Harbor“-Schutzes, der Plattformen vor Haftung für Nutzerinhalte bewahrt.
Kampf gegen digitale Betrugsmaschen
Neben der Altersverifikation arbeitet WhatsApp mit dem indischen Zentrum zur Bekämpfung von Cyberkriminalität zusammen, um sogenannte „Digital-Arrest“-Betrügereien zu unterbinden. Die Plattform teilt Daten zu gesperrten Konten und betrügerischen Logos mit den Behörden.
Angesichts der weltweit steigenden Gefahr durch Datenmissbrauch und Cyberkriminalität ist der Schutz des eigenen Smartphones wichtiger denn je. Dieser gratis PDF-Ratgeber liefert fünf einfache Sicherheitsmaßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Gerät in wenigen Minuten gegen Hacker absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken
Ein dreistufiges KI-System soll betrügerisches Verhalten erkennen. Der Forderung der Regierung, Videoanrufe automatisch zu unterbrechen, erteilte WhatsApp jedoch eine Absage. Die Begründung: Die meisten langen Anrufe seien legitim, und viele Opfer nähmen selbst Kontakt zu den Betrügern auf.
Wie dringlich der Handlungsbedarf ist, zeigt ein Fall aus Ahmedabad: Ein Textilhändler verlor am 5. August umgerechnet rund 20.000 Euro. Ein falscher Bankmitarbeiter hatte ihn mit einem Bonusprogramm geködert und so an sensible Kreditkartendaten und Einmalpasswörter gelangt. Die Polizei ermittelt.

