WhatsApp testet „Liquid Glass“-Design und Premium-Abo

WhatsApp führt neues Glas-Design und ein Premium-Abo ein. Die Avatar-Funktion wird eingestellt, der Support für alte Geräte endet.

Meta treibt die Modernisierung seines Messengers WhatsApp mit einem neuen Glas-Design und einer kostenpflichtigen Abo-Stufe voran. Der Dienst mit über drei Milliarden Nutzern stellt sich neu auf.

Seit Anfang Mai 2025 rollt WhatsApp eine Reihe von Updates aus, die das Erscheinungsbild und die Funktionen der App grundlegend verändern sollen. Im Zentrum steht die neue Oberfläche namens „Liquid Glass“, die erstmals in der Beta-Version 2.26.17.1 für Android entdeckt wurde. Das Design setzt auf transparente, glasartige Elemente und soll dem Messenger einen moderneren, hochwertigeren Look verleihen.

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Neues Design und Premium-Features

Die visuelle Überarbeitung ist Teil einer umfassenden Strategie. WhatsApp reagiert damit auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch andere Messenger, die in den vergangenen Monaten ebenfalls ihre Oberflächen modernisiert haben. Die „Liquid Glass“-Ästhetik erinnert an die Designsprache, die auch in anderen Meta-Produkten Einzug hält.

Parallel dazu testet der Dienst ein Premium-Abonnement namens „WhatsApp Plus“. Die Kosten für die Beta-Version liegen in Europa bei 2,49 Euro pro Monat. Nutzer erhalten dafür exklusive Anpassungsmöglichkeiten: individuelle App-Designs, eigene Symbole, Premium-Sticker und die Möglichkeit, bis zu 20 Chats zu pinnen. Auch personalisierte Klingeltöne für einzelne Kontakte sind Teil des Angebots.

Meta betont, dass die kostenlose Basisversion erhalten bleibt. Der Schritt in Richtung Bezahlmodell folgt dem erfolgreichen Start von „Business AI“ in Indien, wo Unternehmen mit KI-gestützten Automatisierungen bereits hohe Konversionsraten erzielen.

Abschied von Avataren – Fokus auf KI

Ein überraschender Schritt: WhatsApp stellt die Avatar-Funktion ein. Seit dem 10. Mai können Nutzer keine neuen Avatare mehr erstellen oder bearbeiten. Bereits versendete Sticker bleiben in alten Chats sichtbar. Meta begründet den Schritt mit geringer Nutzerakzeptanz und einer strategischen Neuausrichtung hin zu KI-generierten Bildern, die die statischen Avatare ersetzen sollen.

Die Änderungen kommen nicht ohne Kontroversen. Am 9. Mai bestätigte Meta, dass die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) erhalten bleibt – trotz anhaltender Forderungen aus der französischen Politik nach Hintertüren für Strafverfolgungsbehörden. Ein entsprechender Gesetzesentwurf, der Strafzahlungen von zwei Prozent des Umsatzes bei Nichtbefolgung vorsah, scheiterte jedoch in der Nationalversammlung.

Technische Konsequenzen: Alte Geräte verlieren Support

Die neuen Funktionen haben ihren Preis: WhatsApp stellt den Support für ältere Betriebssysteme ein. iPhones mit iOS älter als 15.1 – darunter das iPhone 5 und die iPhone-6-Serie – verlieren ab sofort den Zugang. Für Android-Geräte mit Versionen unter 6.0 endet der Support am 8. September 2026.

Diese Entscheidung spiegelt den allgemeinen Trend in der Mobilbranche wider. Apples iOS 26 hält inzwischen einen Marktanteil von 62 Prozent, während Samsung mit One UI 8.5 am 11. Mai eine neue stabile Version ausrollte. Das Update bringt überarbeitete Lautstärkeregler und einen neu gestalteten Update-Bildschirm.

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Ausblick: iOS 27 und die Zukunft von WhatsApp

Die Branche blickt bereits auf die nächste Generation. Apple wird voraussichtlich am 8. Juni 2026 auf seiner Entwicklerkonferenz iOS 27 vorstellen. Für WhatsApp steht in den kommenden Monaten der Wechsel von der Beta-Phase zur breiten Einführung des „Liquid Glass“-Designs an – zusammen mit dem finalen WhatsApp-Plus-Abonnement.

Für Nutzer älterer Geräte tickt die Uhr: Der September-Termin für Android markiert die letzte Gelegenheit für ein Hardware-Upgrade, bevor der Zugang zu den immer ressourcenhungrigeren Funktionen des Messengers endet.