WhatsApp testet radikales Redesign: Status-Updates wandern in den Chat-Bereich

WhatsApp erprobt in einer Beta-Version eine neue Oberfläche, die Status-Updates prominent in der Chat-Liste platziert. Dies markiert eine strategische Neuausrichtung hin zu einem stärkeren Social-Media-Erlebnis.

WhatsApp stellt seine Kern-Navigation auf den Kopf: In einem Beta-Update rückt der Messenger die „Status“-Funktion prominent in den Haupt-Chat-Bereich. Das könnte die App grundlegend verändern.

Die weltweit beliebteste Messaging-App testet einen der größten Umbauten ihrer Benutzeroberfläche seit Jahren. In der neuesten Android-Beta-Version platziert WhatsApp die ephemeren, story-artigen Status-Updates nicht mehr in einem separaten Tab, sondern direkt oben in der Haupt-Chat-Liste. Dieser experimentelle Schritt signalisiert eine strategische Neuausrichtung: Weg vom reinen Nachrichtendienst, hin zu einem integrierten Social-Media-Erlebnis.

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Ein Chat-Fenster mit Social-Media-Feeling

Das neue Design, das einer begrenzten Gruppe von Beta-Testern zur Verfügung steht, verändert die Interaktion grundlegend. Nutzer sehen nun eine Reihe von Profilbildern ihrer Kontakte ganz oben im „Chats“-Tab – und zwar von denen, die zuletzt einen Status gepostet haben. Beim Scrollen durch die Gesprächsliste erscheint zudem eine weitere, wischbare Status-Leiste.

Ziel ist klar: Die Hürde, neue Inhalte zu checken, soll sinken. Der Status wird so nahtlos in den täglichen Nutzerfluss integriert. Die Funktion, Updates bestimmter Kontakte zu stummschalten, bleibt erhalten; gemutete Statusse erscheinen nicht in der prominenten Platzierung. Der klassische „Updates“-Tab, der auch die WhatsApp-Kanäle beherbergt, bleibt vorerst erhalten – seine Zukunft ist jedoch ungewiss.

Die Strategie: Vom Messenger zum sozialen Netzwerk

Das Redesign ist ein weiterer, gezielter Schritt in Metas Langzeitstrategie. WhatsApp soll vom einfachen Kommunikationstool zu einem umfassenden sozialen Netzwerk wachsen. Bisher trennte die App klar zwischen privaten Chats und öffentlicheren Status-Broadcasts. Diese Grenze wird nun verwischt.

Die Integration fördert eine flüssigere, kontinuierliche Nutzung – ganz wie bei Instagram oder Facebook. Kritiker befürchten allerdings, dass die primäre Chat-Übersicht an Übersichtlichkeit verliert. Nutzer schätzen WhatsApp gerade für seine schlanke Einfachheit. Doch das Nutzerverhalten hat sich gewandelt: Kurzlebige, visuelle Updates sind zur dominanten Kommunikationsform geworden.

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Im Visier: Mehr Engagement – und künftig Werbung?

Die Aufwertung der Status-Funktion hat auch monetäre Implikationen. Zwar bleibt der Chat-Bereich werbefrei, doch der Status-Tab gilt seit langem als wahrscheinlichster Ort für künftige Werbeeinblendungen – analog zu Instagram- oder Facebook-Stories. Mehr Nutzerverkehr und Interaktion mit Status-Updates legen den Grundstein für eine potenzielle, neue Einnahmequelle.

Die aktuelle Beta-Version enthält noch keine Werbung. Doch die Zentralisierung des Features ist ein notwendiger erster Schritt vor einer möglichen Kommerzialisierung. Meta sucht weiter nach Wegen, aus seiner riesigen Nutzerbasis Erlöse zu generieren, ohne das Kernversprechen privater, verschlüsselter Kommunikation zu brechen.

Wann kommt das Update für alle?

Das Redesign befindet sich in einer frühen Testphase und ist nur für ausgewählte Android-Beta-Tester verfügbar. WhatsApp oder Meta haben keinen Zeitplan für einen breiteren Rollout bekannt gegeben. Es ist auch unklar, ob das Design für iOS-Geräte übernommen wird.

Das finale Design kann sich durch Feedback der Tester noch ändern. Es ist sogar möglich, dass das Unternehmen von einer öffentlichen Veröffentlichung absieht, sollte das Update schlecht ankommen. Die Mehrheit der Nutzer weltweit verwendet vorerst weiter die gewohnte Oberfläche, während eine kleine Testgruppe das künftige Gesicht der App mitprägt.