WhatsApp testet Status-Widget und neue Chat-Archivierung

WhatsApp integriert sich tiefer in Android mit Status-Widget, überarbeiteter Chat-Liste und automatischer Status-Archivierung.

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WhatsApp arbeitet an mehreren Neuerungen, die die App enger mit dem Betriebssystem verzahnen und die Bedienung vereinfachen sollen. Im Fokus stehen ein Status-Widget für den Android-Startbildschirm, eine überarbeitete Chat-Navigation sowie eine dauerhafte Archivierung von Status-Updates. Die Änderungen wurden in verschiedenen Beta-Versionen für Android entdeckt.

Neues Widget zeigt Kontakt-Updates auf dem Homescreen

Die Beta-Version 2.26.18.5 für Android enthält ein Widget, das die Status-Updates von bis zu drei Kontakten direkt auf dem Startbildschirm anzeigt – ohne die App öffnen zu müssen. Die Auswahl der angezeigten Personen erfolgt automatisch: Das System analysiert, mit wem der Nutzer am häufigsten interagiert, und priorisiert diese Kontakte.

Entscheidend: Diese Analyse läuft lokal auf dem Gerät, nicht auf den Servern von Meta. Das schützt die Privatsphäre, denn die Interaktionsdaten verlassen das Smartphone nicht. Ein direkter Shortcut zum Erstellen eigener Status-Updates rundet die Funktion ab. iPhone-Nutzer haben eine vergleichbare Möglichkeit bereits – nun zieht Android nach.

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Aufgeräumte Chat-Liste und neues Design

Die Beta 2.26.18.4 bringt eine neue Schaltfläche, die die Chat-Liste entlasten soll. Weniger genutzte Chat-Ordner lassen sich künftig unter einem Menüpunkt zusammenfassen. Nutzer können selbst bestimmen, welche Kategorien – etwa Favoriten – in der Hauptansicht sichtbar bleiben. Das Ziel: eine übersichtlichere Oberfläche für Vielnutzer mit Dutzenden aktiven Gesprächen.

Parallel zeichnet sich eine optische Modernisierung ab. In der iOS-Testversion 26.7.10.74 testet WhatsApp ein „Liquid Glass“-Design mit durchscheinenden Textfeldern und Buttons. Solche Änderungen landen meist wenig später auch auf Android – zumal die kommenden Betriebssystem-Updates wie iOS 27 (Vorschau im Juni) und Samsung One UI 8.5 ähnliche translucent Elemente einführen.

Status-Archiv: Aus dem Flüchtigen wird das Bleibende

Bislang verschwinden Status-Updates nach 24 Stunden unwiderruflich. Damit soll bald Schluss sein. Die Beta 2.26.18.1 führt eine automatische Archivierung ein: Sobald ein Status abläuft, speichert WhatsApp ihn lokal auf dem Gerät – und zwar unbegrenzt. Nur der Kontoinhaber selbst hat Zugriff auf diese Sammlung.

Bisher gab es eine ähnliche Funktion nur für Business-Konten, und dort auf 30 Tage begrenzt. Der Schritt wertet die Status-Funktion auf: Aus einem flüchtigen Broadcast-Tool wird ein persönliches Medienarchiv – vergleichbar mit den Story-Funktionen von Instagram oder Snapchat.

Hintergrund: Neue Chips und Betriebssysteme ebnen den Weg

Die Neuerungen kommen nicht zufällig. Am 7. Mai 2026 stellte Qualcomm die Mittelklasse-Chipsätze Snapdragon 6 Gen 5 und Snapdragon 4 Gen 5 vor. Sie bringen High-End-Features wie Wi-Fi 7 und 144-Hz-Displays in günstigere Smartphones – und eine spezielle „Smooth Motion UI“, die Verzögerungen bei Widgets und Animationen reduziert.

Einen Tag zuvor startete Samsung den globalen Rollout von One UI 8.5 (basierend auf Android 16). Das Update bringt KI-Funktionen und Effizienzverbesserungen für Geräte von der Galaxy-S25-Serie bis zum Z Fold 6. Zusammen mit der zweiten Beta von Android 17 QPR1 (veröffentlicht am 6. und 7. Mai) schaffen diese Plattformen die stabile Basis für Widgets und Hintergrundprozesse.

Das Ende für Android 5.0 und 5.1

Die Kehrseite des Fortschritts: WhatsApp stellt am 8. September 2026 den Support für Android 5.0 und 5.1 (Lollipop) ein. Betroffen sind rund 1,66 Prozent der globalen Android-Nutzer – darunter Besitzer älterer Geräte wie dem Samsung Galaxy S6. Die App wird diese Nutzer rechtzeitig über die notwendige Aktualisierung von Hardware oder Software informieren.

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Ausblick: Drei Säulen für die zweite Jahreshälfte

WhatsApps Strategie für 2026 ruht auf drei Säulen: tiefere OS-Integration durch interaktive Widgets, bessere Organisation für Power-User und eine modernisierte Optik. Der Support-Stopp für zehn Jahre alte Betriebssysteme räumt technische Altlasten aus dem Weg – nötig für kommende Funktionen wie lokale Backups oder KI-gestützte Kommunikationswerkzeuge, die Wettbewerber bereits testen.

Mit dem Status-Widget und der erweiterten Archivierung macht Meta klar: Die Status-Funktion bleibt ein zentraler Treiber für Nutzerbindung. WhatsApp will nicht länger nur Nachrichten-App sein, sondern eine Schaltzentrale für persönliche Medien und soziale Updates – direkt auf dem Startbildschirm.