WhatsApp unter Druck: Regulierung, Sicherheitslücken und neue Funktionen

Pakistan verlangt biometrische SIM-Registrierung für WhatsApp. Meta warnt vor Sicherheitslücken und testet neue Privatsphäre-Funktionen.

Die pakistanische Telekommunikationsbehörde PTA macht den Zugang zu WhatsApp von biometrischer Identitätsprüfung abhängig – ein Schritt mit Signalwirkung für die globale Regulierungsdebatte.

Biometrie-Pflicht für WhatsApp-Nutzer

Seit dem 18. Mai 2026 droht Nutzern in Pakistan der Verlust des WhatsApp-Zugangs, wenn ihre SIM-Karte nicht offiziell registriert und biometrisch verifiziert ist. Die PTA erklärte, dass Accounts auf inaktiven oder nicht registrierten SIM-Karten gesperrt werden. Ziel der Maßnahme: Jeder WhatsApp-Account muss einer legal registrierten Person zugeordnet werden können.

Die Behörde empfiehlt betroffenen Nutzern, auf aktive, registrierte Nummern umzusteigen, um Unterbrechungen zu vermeiden. Der Schritt reiht sich ein in eine weltweite Tendenz nationaler Regierungen, die Kontrolle über digitale Plattformen zu verschärfen – zur Bekämpfung von Desinformation und aus Sicherheitserwägungen.

Anzeige

IT-Experten raten angesichts neuer Sicherheitslücken in Messenger-Apps dringend dazu, das Smartphone umfassend abzusichern. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie WhatsApp, PayPal & Co. endlich sicher nutzen. 5 Schutzmaßnahmen für Android jetzt gratis sichern

Interessant: Parallel zur Regulierung nutzen globale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) WhatsApp Channels für die Verbreitung von Gesundheitsinformationen. Das Spannungsfeld zwischen reguliertem Dienst und öffentlicher Informationsinfrastruktur prägt die Entwicklung der Plattform seit ihrer Gründung 2009 – damals als gescheiterter Status-Dienst gestartet.

Zwei kritische Sicherheitslücken entdeckt

Am selben Tag veröffentlichte Meta eine dringende Sicherheitswarnung. Zwei Schwachstellen wurden identifiziert:

  • CVE-2026-23866: Betrifft iOS und Android. Angreifer können durch KI-generierte Nachrichten Schadcode einschleusen.
  • CVE-2026-23863: Betrifft die Windows-Version. Eine „NUL-Byte“-Schwachstelle in Dateinamen ermöglicht Malware-Installation.

Sicherheitsexperten und Meta drängen auf sofortige Updates.

Neue Privatsphäre-Funktionen in der Testphase

Parallel zu den Sicherheitspatches testet WhatsApp neue Funktionen für flüchtige Kommunikation. Ein „Nach dem Lesen“-Timer befindet sich im Beta-Stadium für iOS und Android. Nachrichten werden automatisch gelöscht, sobald der Empfänger sie gelesen hat – mit Optionen von fünf Minuten bis zwölf Stunden. Bei ungelesenen Nachrichten greift eine 24-Stunden-Löschung.

Erst diese Woche wurde die „Einmal ansehen“-Funktion auf Sprachnachrichten und Videos ausgeweitet. Datenschützer begrüßen die Entwicklung, warnen jedoch: Empfänger können mit Zweitgeräten Screenshots oder Aufnahmen machen.

Instagram-Feature hält Einzug

Seit dem 19. Mai testen Betatester eine „Enge Freunde“-Liste für Status-Updates – direkt von Instagram übernommen. Nutzer können mehrere Listen (Familie, Kollegen, enge Vertraute) anlegen. Status-Updates für diese Gruppen werden mit einem lila Ring gekennzeichnet. Eine Benachrichtigung bei Aufnahme oder Entfernung aus der Liste gibt es nicht.

Apple ebnet Weg für plattformübergreifende Verschlüsselung

Mit iOS 26.5 führte Apple am 19. Mai Beta-Unterstützung für Ende-zu-Ende-verschlüsselte RCS-Nachrichten ein – zunächst für Nutzer der Deutschen Telekom. Das schließt eine Sicherheitslücke zwischen iMessage und WhatsApp, die besonders bei geschäftlicher oder behördlicher Kommunikation relevant war.

Das Update enthält über 50 Sicherheitskorrekturen, gezielt gegen Schwachstellen in WebKit und Kernel.

Anzeige

Nach jedem Software-Update sollten iPhone-Nutzer bestimmte Einstellungen überprüfen, um ihre Privatsphäre optimal zu schützen. Apple-Chefredakteur Detlef Meyer zeigt Ihnen in diesem kostenlosen Ratgeber die einfache Schritt-für-Schritt-Methode für Einsteiger. Gratis PDF-Ratgeber für sichere iOS-Updates herunterladen

Ausblick: WWDC 2026 als Richtungsweiser

Die Entwicklung von WhatsApp zeigt eine zunehmende Verflechtung mit Betriebssystemen. Die erwartete Vorstellung von iOS 27 auf der WWDC (8. bis 12. Juni 2026) verspricht tiefere KI-Integration durch eine Partnerschaft mit Googles Gemini-Modellen. KI-gestützte Schreibwerkzeuge und eine dedizierte Siri-App mit automatisch löschendem Chat-Verlauf könnten die Nutzung von Drittanbieter-Apps wie WhatsApp grundlegend verändern.

Für Tim Cook wird es die letzte WWDC als CEO sein – im September 2026 übernimmt John Ternus. Die Messaging-Landschaft bleibt das zentrale Spielfeld im Ringen um Sicherheit, Privatsphäre und staatliche Regulierung.