WhatsApp unter Druck: Texas verklagt Meta wegen Verschlüsselung

Texas wirft Meta vor, WhatsApp-Nutzer über die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung getäuscht zu haben. Gleichzeitig steigt die Zahl KI-gestützter Cyberangriffe massiv an.

Der Vorwurf: WhatsApp soll Nutzer über die Sicherheit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung getäuscht haben. Gleichzeitig explodiert die Zahl der KI-gestützten Cyberangriffe auf Smartphones.

Millionenstrafe gefordert

Der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton wirft Meta vor, die rund drei Milliarden WhatsApp-Nutzer hinters Licht geführt zu haben. Die Klage, eingereicht im Harrison County, behauptet: WhatsApp könne technisch gesehen praktisch alle verschlüsselten Nachrichten einsehen. Das widerspreche den öffentlichen Versprechungen des Konzerns.

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Meta weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher betonte, die Privatsphäre der Nutzer bleibe geschützt. Die texanische Justiz beruft sich auf den „Texas Deceptive Trade Practices Act“ und fordert Strafen von bis zu 10.000 Dollar pro Verstoß. Zudem soll Meta die Praxis dauerhaft unterlassen.

Der Fall hat Vorgeschichte: Erst 2024 zahlte Meta 1,4 Milliarden Dollar in einem Vergleich um Gesichtserkennung. Paxton hatte bereits gegen andere Tech-Giganten Erfolge erzielt.

Auch EU macht Druck

Parallel gerät Meta in der EU unter Beschuss. Hier stehen Beschwerden über unzureichenden Schutz vor Finanzbetrug im Raum. Die wirtschaftliche Bewertung des Konzerns bleibt trotzdem stabil. Analysten sehen zwar einen leichten Aktienrückgang seit Jahresbeginn, prognostizieren aber deutliches Umsatzwachstum.

Cyberkriminalität erreicht neue Dimension

Während die Gerichte streiten, verschärft sich die Sicherheitslage für Smartphone-Nutzer dramatisch. Der weltweite Gesamtschaden durch mobile Cyberkriminalität liegt mittlerweile bei rund 442 Milliarden Euro.

Besonders alarmierend: Banking-Trojaner-Angriffe stiegen im ersten Quartal 2026 um 196 Prozent auf 1,24 Millionen Fälle. Neue Malware-Varianten wie „BeatBanker“ oder „TrickMo.C“ zielen gezielt auf Finanztransaktionen ab.

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KI macht Betrug gefährlicher

Der massive Einsatz künstlicher Intelligenz treibt die Entwicklung an. Schätzungen zufolge sind 86 Prozent aller Phishing-Kampagnen KI-gesteuert. Täglich werden rund 3,4 Milliarden Phishing-Mails verschickt. Ein prominenter Fall: Eine Seniorin verlor 51.000 Euro durch einen KI-generierten Anruf.

Auch „Quishing“ – Betrug mit manipulierten QR-Codes – boomt. Die Fälle stiegen um 150 Prozent auf etwa 18 Millionen. Nutzer werden auf präparierte Webseiten gelockt, die klassische Sicherheitskontrollen umgehen.

Selbst offizielle App-Stores sind betroffen: Die „Trapdoor“-Operation schleuste über 450 bösartige Apps ein. Sie wurden 24 Millionen Mal heruntergeladen, bevor die Entdeckung gelang.

Hersteller reagieren mit Updates

Apple veröffentlichte iOS 26.5 und schließt damit 52 Sicherheitslücken. Darunter die kritische Schwachstelle CVE-2026-28950. Google arbeitet für Android 17 an „Live Threat Detection“ – einer Echtzeit-Erkennung von Bedrohungen. Auch Scam-Anrufe sollen während des Gesprächs identifiziert werden.

WhatsApp selbst führt neue Funktionen ein. Ein überarbeitetes Medienmenü für iOS (Version 26.19.75) und Tests für eine erweiterte „Nach dem Lesen“-Funktion sollen die Privatsphäre stärken. Allerdings gab es technische Probleme: Am 20. Mai fiel WhatsApp Web weltweit aus.

Polizei warnt vor neuer Betrugswelle

Der Cybersicherheitsmonitor 2026 des BSI zeigt: Elf Prozent der Internetnutzer wurden bereits Opfer von Straftaten im Netz. Am häufigsten sind Betrug beim Onlineshopping (22 Prozent), Datenverlust (18 Prozent) und Onlinebanking-Betrug (13 Prozent). Besonders auffällig: Der Anteil der Deepfake-Opfer stieg von einem auf fünf Prozent.

Die Polizei in Mainz und Cottbus berichtet von klassischen Delikten in Kombination mit digitalem Diebstahl. In Cottbus kam es am 21. Mai zu Handtaschendiebstählen – unmittelbar nach der Tat erfolgten bereits unberechtigte Geldabbuchungen.

Die digitalen Grundregeln

Experten empfehlen starke, unterschiedliche Passwörter für jeden Dienst und die obligatorische Zwei-Faktor-Authentifizierung. Vorsicht ist bei unerwarteten E-Mails, Downloads und QR-Codes in öffentlichen Bereichen geboten. Nur 20 Prozent der Nutzer erstellen regelmäßig Backups – Behörden weisen verstärkt auf die Notwendigkeit hin.

Auch physische Gefahren nehmen zu

Die Polizei warnt vor dem „Labello-Trick“: Täter markieren Türschlösser mit Lippenpflegestiften, um die Anwesenheit von Bewohnern zu prüfen. In Berlin erreichten Einbrüche 2025 mit über 10.000 Fällen einen Höchststand. Die Aufklärungsquote lag bei nur 7,9 Prozent. Die Polizei rät: Keine Reisepläne oder Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken teilen, solange man sich noch außer Haus befindet.

Ausblick: WWDC und EU-Druck

Die kommenden Wochen werden entscheidend für die Tech-Konzerne. Auf der WWDC am 8. Juni wird Apple voraussichtlich neue KI-gestützte Sicherheitsfunktionen vorstellen. Meta reichte bereits den dritten Vorschlag zum Digital Markets Act bei der EU-Kommission ein – der regulatorische Druck bleibt hoch.

In Deutschland laufen Informationsveranstaltungen, um besonders Senioren vor KI-gestützten Schockanrufen zu schützen. Eine solche Veranstaltung ist für den 26. Juni in der Region Hannover geplant. Die Experten sind sich einig: Nur eine Kombination aus Regulierung, technischem Fortschritt und Eigenverantwortung kann den massiv steigenden Schaden durch Cyberkriminalität begrenzen.