Der Messenger-Dienst bringt neue Audio-Funktionen und plant eine eigene Cloud für Backups.
WhatsApp hat damit begonnen, umfangreiche Neuerungen für seine iPhone-Nutzer auszurollen. Neben optimierten Audio-Einstellungen während Telefonaten arbeitet der Dienst an einem eigenen Cloud-Backup-System. Die Änderungen sollen die Bedienung vereinfachen und mehr Flexibilität bei Datenspeicherung und Privatsphäre bieten.
Neue Mikrofon-Steuerung direkt im Anruf
Seit Anfang der Woche führt WhatsApp spezielle Steuerungsmöglichkeiten für Apples Mikrofon-Modi ein. Bislang mussten iPhone-Nutzer das systemweite Kontrollzentrum öffnen, um zwischen verschiedenen Audio-Einstellungen zu wechseln. Das Update erlaubt nun den direkten Zugriff auf die Modi Standard, Stimmenisolierung und Breites Spektrum – und zwar über ein neues Menü direkt im Anrufbildschirm.
Die Stimmenisolierung filtert Umgebungsgeräusche heraus und priorisiert die Stimme des Nutzers. Das breite Spektrum hingegen erfasst mehr Hintergrundgeräusche. Diese Mikrofon-Einstellungen, die seit iOS 15 systemweit verfügbar sind, bleiben nach der Auswahl innerhalb der App für künftige Anrufe erhalten. Nutzer mit iOS 18 oder neuer haben zudem Zugriff auf einen automatischen Modus.
Interessant: Während Android-Nutzer bereits eine eigene KI-basierte Rauschunterdrückung in WhatsApp nutzen, setzt die iPhone-Version weiterhin auf Apples native Mikrofon-Technologie.
Eigene Cloud-Backups als iCloud-Alternative
Ein bedeutender Schritt in Richtung Unabhängigkeit vom Apple-Ökosystem: WhatsApp entwickelt einen eigenen Cloud-Backup-Dienst für iOS. In Beta-Versionen vom 15. und 16. Juli 2024 entdeckt, bietet das neue System eine Alternative zur herkömmlichen iCloud-Sicherung.
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Der Dienst soll eine kostenlose Basisversion mit 2 GB Speicher umfassen. Für Nutzer mit umfangreichen Chat-Verläufen sind kostenpflichtige Stufen geplant – darunter ein 50-GB-Tarif für rund 0,99 Euro pro Monat sowie eine künftige 1-TB-Option.
Sicherheit steht im Zentrum der neuen Backup-Infrastruktur. Der Dienst ist standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt und nutzt Passkeys, Passwörter oder 64-stellige Wiederherstellungsschlüssel. iCloud wird zwar für die meisten die Standardoption bleiben, doch das neue System gibt Nutzern die Wahl – eine lang ersehnte Lösung für alle mit knappem iCloud-Speicher.
Mehr Privatsphäre durch Benutzernamen
Parallel zu diesen technischen Neuerungen erweitert WhatsApp seine Datenschutzfunktionen. Seit dem 16. Juli rollt der Dienst ein neues Benutzernamen-System aus. Diese optionale Funktion erlaubt die Erstellung eines eindeutigen Identifikators zwischen 3 und 35 Zeichen. Wer einen Benutzernamen einrichtet, kann mit anderen kommunizieren, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben – ein deutlicher Gewinn für die Privatsphäre.
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WhatsApp behält zudem seine bestehende optionale Ende-zu-Ende-verschlüsselte Backup-Funktion bei. Nutzer können ihre Sicherungen weiterhin mit einem Passwort oder einem 64-stelligen Schlüssel schützen – müssen dabei aber bedenken, dass verlorene Zugangsdaten den dauerhaften Verlust des Backups bedeuten.
Die aktuellen Updates zeigen einen klaren Trend: WhatsApp gibt iPhone-Nutzern zunehmend mehr Kontrolle über ihre Kommunikation und Datenverwaltung – und macht sich Schritt für Schritt unabhängiger von den Vorgaben des Apple-Ökosystems.

