WhatsApp-Username: Indiens Regierung stoppt Metas Funktion wegen Cyberkriminalität

Indische Behörden blockieren Metas neue Username-Funktion für WhatsApp wegen befürchteter Zunahme von Phishing und Identitätsdiebstahl.

Grund sind massive Bedenken hinsichtlich Cyberkriminalität.

Vertreter von Meta trafen am 3. Juli 2026 mit Beamten des indischen Ministeriums für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) zusammen. Hintergrund ist eine behördliche Anordnung, die Einführung des neuen Features zu stoppen. Dieses soll es Nutzern ermöglichen, sich über individuelle Benutzernamen statt über Telefonnummern zu identifizieren.

Regierung fürchtet Anstieg von Cyberkriminalität

Bereits am 1. Juli 2026 hatte MeitY eine formelle Untersuchung eingeleitet und Meta per Mitteilung aufgefordert, die Username-Funktion auf Eis zu legen. Die Behörden befürchten, dass die Umstellung auf Benutzernamen bestehende Sicherheitsprobleme verschärfen könnte – darunter Phishing, Identitätsdiebstahl und sogenannte „Digital Arrest“-Betrugsmaschen.

IT-Sekretär S Krishnan betonte am 3. und 4. Juli 2026, dass solche Funktionen auf Messaging-Plattformen ernste Risiken bergen, indem sie Cyberkriminalität erleichtern. Die Regierung verlangt von Meta eine detaillierte Stellungnahme gemäß dem IT-Gesetz. Das Unternehmen muss innerhalb von drei Tagen nach den ersten Konsultationen eine schriftliche Antwort vorlegen.

Die verschärfte Prüfung kommt nicht von ungefähr: Laut Branchendaten hat sich die Zahl der gemeldeten Cyberkriminalitätsfälle in Indien 2024 verdoppelt – auf insgesamt 2,3 Millionen Vorfälle.

Meta verteidigt Sicherheitsvorkehrungen

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Meta hat die geplante Funktion verteidigt. Das Unternehmen betont, dass sie mit mehreren Sicherheitsebenen ausgestattet sei und noch nicht für die breite Öffentlichkeit freigegeben wurde. Am 5. Juli 2026 hob der Konzern mehrere geplante Schutzmaßnahmen hervor:

  • Kontaktbeschränkungen zur Verhinderung von Missbrauch
  • Schutz vor dem Erraten von Benutzernamen
  • Automatisierte Missbrauchserkennungssysteme

Zudem sollen Benutzernamen optional sein, standardmäßig nicht durchsuchbar und zusätzlich mit einer PIN gesichert werden können. Laut Meta sollen bestimmte Benutzernamen für öffentliche Persönlichkeiten reserviert werden, um Identitätsdiebstahl zu verhindern. Die Funktion ist für eine schrittweise Einführung im Laufe des Jahres 2026 vorgesehen – vorausgesetzt, die Bedenken der Regierung werden ausgeräumt.

Telegram, Signal und Arattai ebenfalls betroffen

Die Regulierungsinitiative beschränkt sich nicht auf Meta. Am 3. Juli 2026 verschickte MeitY ähnliche Mitteilungen an Telegram und Signal und forderte Auskunft über die Sicherheitsprotokolle ihrer jeweiligen Username-Funktionen. Die Regierung will wissen, wie diese Plattformen Telefonnummern verbergen können, ohne betrügerische Aktivitäten zu ermöglichen.

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Die Messaging-App Arattai des indischen Softwareunternehmens Zoho hat bereits vorsorglich ihre Username-Funktion deaktiviert. Digitalrechtsorganisationen wie die Internet Freedom Foundation (IFF) und SFLC.in stellen unterdessen die rechtliche Grundlage für MeitYs Eingreifen infrage. Sie vermuten, dass das Ministerium seine Befugnisse ausweiten könnte, um die Vorabgenehmigung bestimmter Softwarefunktionen zu verlangen.

Die Untersuchung von Messaging-Plattformen fällt in eine Zeit verstärkter staatlicher Prüfung von Datensicherheitsfragen in Indien. Parallel dazu laufen Ermittlungen zu einem Datenleck bei Tata Electronics sowie zu Sicherheitsbedenken bei älteren iPhone-Modellen. Meta muss seine endgültige technische und rechtliche Begründung für die WhatsApp-Username-Funktion bis Ende der ersten Juliwoche vorlegen.