WhatsApp Username: Meta startet Rollout trotz Indiens Stopp-Forderung

WhatsApp startet Username-Funktion, stößt aber in Indien auf regulatorischen Widerstand. Neue Sicherheitsfeatures und Business-Updates begleiten den Launch.

Der Messaging-Dienst WhatsApp hat mit der breiten Einführung seines lang erwarteten Username-Features begonnen – doch in Indien, dem größten Markt der Plattform, fordern die Behörden einen Stopp.

Zwischen dem 17. und 19. Juli 2026 aktivierte der Meta-Konzern das neue System für eine begrenzte Zahl von Nutzern. Die Funktion erlaubt es, Kontakte herzustellen, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben. Neu eingeführt wurde am 19. Juli der sogenannte „Username Key“ – eine automatisch generierte Sicherheitsbarriere, die neue Kontakte eingeben müssen, um eine Unterhaltung per Username zu starten. Für Minderjährige ist dieser Schutz standardmäßig aktiviert.

Regulatorische Hürden in Indien

Der Rollout stößt in Indien auf Widerstand. Das Ministerium für Elektronik und IT forderte das Unternehmen bereits im Juni auf, die Einführung zu stoppen. Die Regierung befürchtet, dass pseudonyme Nutzernamen Betrug erleichtern könnten – ein Argument, das durch einen Anstieg der Cyberkriminalität um 18 Prozent im Jahr 2024 zusätzliches Gewicht erhält.

Meta verweist auf eingebaute Sicherheitsmaßnahmen: prominente Namen werden reserviert, um Identitätsdiebstahl zu verhindern, es gibt Ratenbegrenzungen für Kontaktanfragen und fortschrittliche Systeme zur Missbrauchserkennung. Weltweit soll die Funktion bis September 2026 für alle Nutzer verfügbar sein. Wie es in Indien weitergeht, bleibt offen.

Multi-Account-Support für Geschäftskunden

Am 18. Juli startete WhatsApp zudem die Unterstützung für mehrere Konten auf einem Gerät – allerdings zunächst nur für Business-Nutzer. Kleine und mittlere Unternehmen können künftig zwei separate Geschäftskonten auf einem einzigen Smartphone verwalten.

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Einen Tag später folgten neue Gruppenchat-Funktionen: anpassbare Mitglieder-Tags für bestimmte Rollen, Text-Sticker, die getippte Wörter in Grafiken verwandeln, sowie ein benutzerdefinierter Erinnerungs-Tool für geplante Gruppenaktivitäten.

„Liquid Glass“ kommt auf den Mac

WhatsApp hat seine Designsprache „Liquid Glass“ nun auch auf die Mac-Version übertragen. Version 26.27.73 bringt eine überarbeitete Seitenleiste mit Textbeschriftungen, ein frisches Anhangsmenü und einen gesonderten Bereich für gesperrte Chats, der eine Authentifizierung verlangt. Der Schritt gleicht die Mac-Oberfläche an das bereits bekannte Design von iOS und iPadOS an.

Parallel testet WhatsApp eine tiefere Integration mit Apple-Hardware. Ein Beta-Update vom 18. Juli erlaubt iPhone-Nutzern, während aktiver Anrufe zwischen verschiedenen Mikrofonmodi umzuschalten – darunter Standard, Voice Isolation und Wide Spectrum.

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Status-Bearbeitung und Sicherheits-Tools

Seit dem 19. Juli können Nutzer Bildunterschriften von Fotos und Videos innerhalb von 15 Minuten nach dem Posten im Status korrigieren. Bisher war dafür nur das Löschen und erneute Hochladen möglich.

WhatsApp wirbt weiterhin für die Funktion „Unbekannte Anrufer stumm schalten“, die Anrufe von nicht erkannten Nummern automatisch filtert, aber im Verlauf sichtbar hält. Für iOS-Nutzer prüft Meta zudem neue Cloud-Backup-Optionen. Ein kostenloses 2-GB-Kontingent sowie verschiedene kostenpflichtige Speicherstufen sind im Gespräch – ein konkreter Starttermin steht noch aus.