WhatsApp verbietet Allzweck-KI wie ChatGPT

Meta schließt universelle KI-Chatbots von WhatsApp Business aus, um eigene KI zu stärken. Unternehmen müssen sich auf spezialisierte Lösungen und den EU AI Act einstellen.

Meta schließt universelle KI-Chatbots von seiner Business-Plattform aus – eine strategische Weichenstellung unter dem Druck neuer EU-Regeln. Für Unternehmen beginnt eine Phase der Anpassung.

Seit Mitte Januar gilt auf WhatsApp Business eine neue, harte Linie: Die Nutzung allgemeiner KI-Chatbots wie ChatGPT ist nicht mehr erlaubt. Meta zieht damit die Grenzen für künstliche Intelligenz auf seiner milliardenfach genutzten Plattform enger. Der Schritt fällt in eine Zeit, in der der neue EU AI Act die Regeln für KI in Europa verschärft und Wettbewerbshüter die Marktmacht großer Tech-Konzerne genauer prüfen.

Verbot trifft universelle Assistenten

Im Kern verbietet Meta KI-Anwendungen, die primär als allgemeine Chat-Assistenten fungieren. Technologieanbieter, die große Sprachmodelle (LLMs) oder generative KI-Plattformen anbieten, dürfen die WhatsApp Business Solution somit nicht mehr als Vertriebskanal nutzen. Die Regelung, die für Neukunden bereits seit Oktober 2025 galt, wurde nun auf alle bestehenden Accounts ausgeweitet.

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Betroffen sind Dienste wie ChatGPT von OpenAI oder Perplexity AI, die ihre Assistenten über WhatsApp zugänglich gemacht hatten. Für Nutzer, die diese Integration für Recherchen oder Texterstellung nutzten, ist dieser Weg damit blockiert.

Erlaubt bleiben spezialisierte Service-Bots

Es handelt sich jedoch um kein generelles KI-Verbot. Unternehmen dürfen weiterhin KI für spezifische, strukturierte Aufgaben in der Kundenkommunikation einsetzen. Klassische erlaubte Anwendungsfälle sind:
* Automatisierte Antworten auf häufige Fragen (FAQs)
* Buchungs- und Reservierungssysteme
* Sendungsverfolgung und Bestell-Updates
* Gezielte Produktberatung

Solange die KI als Werkzeug zur Verbesserung des Geschäftsdialogs dient und nicht selbst das Produkt ist, bleibt ihr Einsatz konform. Dies sichert die Pläne Tausender Unternehmen, von Airlines bis Banken.

Strategische Neuausrichtung und regulatorischer Gegenwind

Offiziell begründet Meta den Schritt mit der enormen Systembelastung durch die Allzweck-KI-Chatbots. Die Business-API sei für den gezielten Unternehmensdialog, nicht für skalierende Universal-Assistenten gemacht.

Branchenbeobachter sehen jedoch eine klare strategische Absicht: Durch den Ausschluss von Drittanbietern stärkt Meta die Position seines eigenen Dienstes „Meta AI“ und behält die Kontrolle über Daten und künftige Einnahmequellen im eigenen Ökosystem.

Die Maßnahme stieß auf regulatorischen Widerstand. Die EU-Kommission prüft in einem Kartellverfahren, ob Meta seine Marktmacht missbraucht, um Wettbewerber zu behindern. Die italienische Wettbewerbsbehörde erwirkte bereits eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der neuen Bedingungen. Die Grenzen, die Plattformbetreiber setzen, stehen zunehmend unter Beobachtung.

Doppelte Herausforderung durch den EU AI Act

Für Unternehmen wird die Lage komplexer. Ab August 2026 wird der EU AI Act voll anwendbar und macht Transparenz und Dokumentation zur rechtlichen Pflicht. Firmen müssen dann die Herkunft von Trainingsdaten und die Funktionsweise ihrer Modelle lückenlos nachweisen.

Unternehmen, die WhatsApp Business nutzen, stehen somit vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen sowohl Metas Plattformregeln als auch die umfassenden gesetzlichen Vorgaben der EU einhalten. Die Fokussierung auf spezialisierte, kontrollierbare KI-Lösungen könnte sich in diesem neuen regulatorischen Umfeld als der stabilere Weg erweisen.

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Übrigens: Ab August 2026 wird der EU AI Act noch strenger anwendbar – dann müssen Firmen Herkunft von Trainingsdaten und die Funktionsweise ihrer Modelle lückenlos dokumentieren. Wer frühzeitig Dokumentation und Risikobewertung aufsetzt, reduziert Prüfungsrisiken und mögliche Sanktionen. Unser praxisorientierter Leitfaden erklärt Schritt für Schritt Kennzeichnungspflichten, Übergangsfristen und die erforderlichen Dokumente für die Compliance-Praxis. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung herunterladen