WhatsApp verklagt NSO Group: Spyware-Angriffe in Jordanien

WhatsApp reicht Missachtungsantrag gegen NSO Group ein. Neue Angriffe zielten auf Nutzer in Jordanien und Libanon.

Der Meta-Konzern hat eine neue Serie von gezielten Hacking-Angriffen aufgedeckt, die mit der israelischen Spyware-Firma NSO Group in Verbindung stehen sollen. WhatsApp reichte am Montag einen Antrag bei einem US-Bundesgericht ein, um NSO wegen Missachtung einer einstweiligen Verfügung aus dem Jahr 2025 belangen zu lassen. Damals wurde dem Unternehmen verboten, auf die Plattform oder Dienste von WhatsApp zuzugreifen.

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Angriffsziel: Nutzer in Jordanien und im Libanon

Die Sicherheitsteams von WhatsApp entdeckten eine Kampagne, die auf eine Handvoll Nutzer abzielte – vor allem in Jordanien und im Libanon. Die Angreifer erstellten Testkonten und Gruppen, um schädliche Links zu verbreiten. Nach Unternehmensangaben waren weniger als zehn Nutzer betroffen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Accounts erfolgreich geknackt wurden.

Die Angreifer lockten ihre Opfer mit manipulierten Nachrichten auf externe Webseiten. Um die Cybersicherheits-Community zu unterstützen, veröffentlichte WhatsApp technische Indikatoren der Angriffe – darunter die Domains ikhwancast[.]com, ghazacast[.]com und fr24cast[.]com. Die Taktik erinnert an eine Phishing-Welle, die bereits 2024 in Jordanien beobachtet wurde.

Langer Rechtsstreit eskaliert

Der neue Antrag auf Missachtung des Gerichtsbeschlusses ist nur das jüngste Kapitel in einem jahrelangen Rechtsstreit. Bereits 2019 verklagte Meta die NSO Group. Der Vorwurf: Die Spionagesoftware Pegasus sei genutzt worden, um rund 1.400 WhatsApp-Nutzer auszuspähen – darunter Journalisten und Menschenrechts activists.

Das Verfahren endete 2025 mit einem Gerichtsbeschluss, der NSO die Nutzung von Meta-Plattformen untersagte. Eine Jury sprach WhatsApp zunächst 167 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu. Die Summe wurde später auf rund vier Millionen US-Dollar reduziert. Seit November 2021 steht die NSO Group zudem auf einer US-Sanktionsliste.

WhatsApp kündigte außerdem an, die „Spyware Accountability Initiative“ (SAI) zu unterstützen – eine Organisation, die gegen die Verbreitung kommerzieller Überwachungstechnologien kämpft.

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Falschmeldungen zur KI-Verschlüsselung

Parallel zu den Enthüllungen über die NSO Group musste WhatsApp am Montag und Dienstag gegen eine Welle von Falschinformationen vorgehen. In Kettenbriefen wurde behauptet, dass die Künstliche Intelligenz von Meta (Meta AI) private Gruppenchats und persönliche Nachrichten lesen könne.

Die Plattform stellte klar: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist weiterhin voll aktiv. Meta AI verarbeitet ausschließlich Inhalte, die direkt an das KI-Tool gerichtet werden – etwa wenn Nutzer den Dienst mit einem bestimmten Befehl in einem Chat erwähnen.

Die Kettenbriefe behaupteten zudem, eine „verbesserte Chat-Privatsphäre“-Einstellung könne den KI-Zugriff blockieren. Sicherheitsexperten stellten jedoch klar: Diese Funktion dient lediglich dazu, Chatexporte und Medienspeicherung einzuschränken. Ähnliche Falschmeldungen zur KI-Privatsphäre kursieren bereits seit Sommer 2025.