WhatsApp steht mit seiner Werbestrategie vor entscheidenden Hürden in seinen größten Märkten. Während Nutzer in einigen Regionen bereits Werbung sehen, blockieren Gerichte und Datenschützer in Indien und der EU den weiteren Ausbau.
Indiens Höchstgericht vertagt entscheidende Anhörung
In Indien, dem mit über 500 Millionen Nutzern größten WhatsApp-Markt der Welt, hat der Oberste Gerichtshof eine wegweisende Anhörung vertagt. Ursprünglich für den 9. Februar angesetzt, wird nun der 23. Februar 2026 zum neuen Termin. Das Gericht muss über die umstrittene Datenschutzrichtlinie von 2021 und den Datenaustausch mit Mutterkonzern Meta entscheiden.
Die Vertagung folgt auf eine scharfe Kritik des Gerichts in der Vorwoche. Der Vorsitzende Richter Surya Kant verglich den mutmaßlich nicht autorisierten Datenaustausch mit einem „Diebstahl privater Informationen“. Besondere Sorge gelte den „stillen Verbrauchern“, die auf den Dienst angewiesen seien, aber die technischen Implikationen nicht verstünden.
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Der Konflikt schwelt seit Jahren. Die indische Wettbewerbsbehörde CCI verhängte 2024 eine Strafe von umgerechnet etwa 23 Millionen Euro gegen Meta. Grund: Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung durch die Datenschutzrichtlinie. Ein Berufungsgericht bestätigte die Strafe Ende 2025, erlaubte aber eingeschränkten Datenaustausch für Werbung – eine Entscheidung, die nun das Höchstgericht überprüft.
Werbung nur im „Updates“-Tab – vorerst
Technisch läuft der Werberollout in anderen Regionen bereits. Seit Juni 2025 zeigt WhatsApp in Ländern wie Brasilien oder Teilen Südostasiens Werbeanzeigen. Diese erscheinen ausschließlich im „Updates“-Tab, der Bereich für Statusmeldungen und Kanäle.
Meta betont, dass der private Chat-Bereich werbefrei und Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleibt. Das Werbemodell umfasst:
- Status-Werbung: Vollbildanzeigen zwischen den Status-Updates von Kontakten, ähnlich wie bei Instagram Stories.
- Beworbene Kanäle: Unternehmen können ihre Kanäle im Verzeichnis bewerben, um neue Follower zu gewinnen.
- Abonnement-Modelle: Für Kanäle sind kostenpflichtige Abos geplant, von denen Meta künftig eine Provision erhalten soll.
Die Anzeigen sollen mittels begrenzter Metadaten wie Standort und Sprache zielgerichtet geschaltet werden – ohne Zugriff auf Nachrichteninhalte.
EU-Rollout wegen DSGVO auf Eis
Ganz anders die Situation in der Europäischen Union: Hier ist der Werberollout komplett gestoppt. Die irische Datenschutzbehörde DPC, als federführende Aufsicht unter der DSGVO, hat die Einführung ausgebremst.
WhatsApp bestätigte Ende 2025 die Unterbrechung. Die Behörden prüfen nun, ob das Werbemodell mit den strengen EU-Vorschriften vereinbar ist. Kritiker wie die Organisation NOYB befürchten, dass Daten von WhatsApp mit Profilen von Facebook und Instagram verknüpft werden könnten – eine Praxis, die nach EU-Recht eine ausdrückliche, informierte Einwilligung der Nutzer erfordert.
Milliardengeschäft mit ungewissem Ausgang
Für Meta ist die Monetarisierung von WhatsApp ein strategisches Muss. Analysten schätzen, dass ein voll ausgebautes Werbegeschäft auf der Plattform bis 2028 jährlich zwischen 5,5 und 9,2 Milliarden Euro einbringen könnte.
Die rechtlichen Hürden in Indien und Europa könnten dieses Geschäftsmodell jedoch fundamental infrage stellen. Sollte Indiens Höchstgericht den Datenaustausch zwischen WhatsApp und Meta untersagen, müsste die gesamte Werbe-Architektur für den Markt neu designed werden.
Die Entscheidung am 23. Februar wird somit zu einem Gradmesser. Sie zeigt, ob die Ära der nahezu uneingeschränkten Datenverwertung endgültig einer strengeren Regulierung weicht. Für Millionen Nutzer in Indien und Europa geht es um die Frage: Bleibt der Messenger werbefrei, oder wird das digitale Stadtgespräch zur kommerziellen Bühne?
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