WhatsApp: Werbung künftig nur in Status und Channels

WhatsApp beschränkt Werbung auf Status und Channels, private Chats bleiben werbefrei. Neuer Chef Kunal Shah soll Umsatzpotenzial heben.

WhatsApp wird Werbung künftig nur noch in den Funktionen Status und Channels ausspielen – private Chats und Anrufe bleiben werbefrei. Das gab der Messaging-Dienst am heutigen Freitag bekannt.

Klare Abgrenzung zur Privatsphäre

In seiner aktualisierten Strategie betont WhatsApp, dass die Einführung von Werbung schrittweise erfolgen wird. Die Ausspielung basiert auf einem begrenzten Satz von Parametern: der Ländervorwahl des Nutzers, der Gerätesprache, dem Standort sowie den abonnierten Channels.

Die Kernbotschaft für die Nutzer: Private Nachrichten, Anrufe und Status-Updates bleiben durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. WhatsApp versichert zudem, dass Telefonnummern nicht zu Werbezwecken an die Muttergesellschaft Meta weitergegeben werden. Nutzer können einzelne Anzeigen ausblenden oder melden und ihre Präferenzen selbst verwalten.

Neuer Chef mit Fintech-Expertise

Die Ankündigung fällt mit einem Führungswechsel zusammen. Am 22. Juni 2026 übernahm Kunal Shah die Position des globalen WhatsApp-Chefs. Der Gründer des indischen Fintech-Unternehmens CRED folgt auf Will Cathcart. Die Personalentscheidung ging mit einer Investition von 900 Millionen Euro von Meta in CRED einher, das damit mit 4,5 Milliarden Euro bewertet wird.

Branchenbeobachter sehen in der Berufung Shahs den Versuch, die Kluft zwischen der enormen Reichweite von WhatsApp und seiner vergleichsweise geringen Umsatzgenerierung zu schließen. Meta-Produktchef Chris Cox hatte Shah offenbar um Rat bei der Nachfolgesuche gebeten, bevor er ihm die Position direkt anbot. Shah hatte zuvor FreeCharge gegründet, das 2015 für 450 Millionen Euro verkauft wurde, und 2018 CRED ins Leben gerufen.

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Indien als Schlüsselmarkt

Die größte Herausforderung für die neue Führung liegt im indischen Markt, wo WhatsApp über 500 Millionen Nutzer zählt. Trotz dieser Reichweite konnte sich WhatsApp Pay nur schwer durchsetzen. Stand Mai 2026 kontrollierten die Wettbewerber PhonePe und Google Pay gemeinsam rund 80 Prozent des Transaktionsvolumens des einheitlichen Zahlungsschnittstelle (UPI) in Indien.

Zum Vergleich: Shahs Unternehmen CRED hat 17 Millionen monatlich aktive Nutzer und wickelt etwa 40 Prozent aller Kreditkartenzahlungen in Indien ab. Meta will offenbar Shahs „Delta 4“-Framework nutzen – ein Modell zur Bewertung des Nutzerverhaltens – um die Leistung von WhatsApp im Bereich Commerce und Zahlungen zu verbessern.

Abo-Modell und neue Funktionen

Neben Werbung setzt WhatsApp auch auf direkte Einnahmequellen durch Abonnements. Am 27. Mai 2026 startete das Unternehmen WhatsApp Plus weltweit zu einem Preis von 2,99 Euro pro Monat. Die optionale Stufe bietet Nutzern individuelle Designs, einzigartige App-Symbole, zusätzliche angeheftete Chats und exklusive Sticker. Die Kernfunktionen Nachrichten und Anrufe bleiben für alle Nutzer kostenlos. In Südafrika wurde der Dienst Anfang der Woche für umgerechnet rund 1,50 Euro pro Monat eingeführt.

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Parallel dazu rollt WhatsApp technische Neuerungen aus:

  • Channel-Suche auf iOS: iPhone-Nutzer erhalten mit Version 26.24.72 die Möglichkeit, innerhalb von Channels nach bestimmten Begriffen zu suchen. Die Funktion ist auf Android bereits seit über einem Jahr verfügbar und soll WhatsApp helfen, gegen Konkurrenten wie Telegram zu bestehen.
  • Sicherheitswarnungen vor dem Chat: Eine neue Funktion zeigt beim Empfang einer Nachricht von einer unbekannten Nummer das Herkunftsland, den Kontaktstatus und gemeinsame Gruppen an – noch bevor der Chat geöffnet wird. Nutzer können den Absender dann blockieren oder ignorieren, ohne dass dieser eine Benachrichtigung erhält.