Liquid Glass: Ein neues Gesicht für WhatsApp
Anfang Mai 2026 rollt Meta nach und nach das neue „Liquid Glass“-Design für WhatsApp auf iOS aus. Die optische Überarbeitung setzt auf Tiefe, Transparenz und Animationen. Eine schwebende Chat-Leiste und eine halbtransparente Navigationsleiste mit Unschärfe- und Schatteneffekten sollen dem Nutzer das Gefühl geben, durch mehrere Bildebenen zu navigieren.
Die Aktivierung erfolgt serverseitig – selbst wer die neueste Version installiert hat, kann den neuen Look nicht manuell erzwingen. Das Update umfasst auch überarbeitete Telefon-Buttons und ein neu gestaltetes Texteingabefeld, das über dem Chat-Hintergrund zu schweben scheint.
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Status-Tracking und virale Inhalte
Parallel zum neuen Design führt Meta Funktionen ein, die stark an soziale Netzwerke erinnern. Eine Android-Beta vom 1. Mai enthält ein neues Label für Status-Updates, die „bereits mehrfach geteilt“ wurden. Sobald ein Status fünfmal weitergeleitet wurde, wird dieser transparent gekennzeichnet. Das soll helfen, virale Inhalte zu identifizieren und Falschinformationen einzudämmen.
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bleibt zwar erhalten – doch die Möglichkeit, die Verbreitungsgeschwindigkeit von Inhalten nachzuverfolgen, ist ein Schritt in Richtung Plattform-Management, wie man es von Facebook oder Instagram kennt.
Benutzernamen: Die Telefonnummer wird optional
Bislang war die Angabe der Telefonnummer eine der größten Hürden für WhatsApps Entwicklung zu einem sozialen Netzwerk. Am 2. Mai wurden Tests für eine „Username“-Funktion bekannt. Nutzer können künftig ihre persönliche Nummer verbergen und stattdessen einen eindeutigen Benutzernamen verwenden. Das erleichtert Kontakte mit einem größeren Kreis, ohne die Privatsphäre zu gefährden.
Verstärkte Sicherheit – mit einem Haken
Am 1. Mai kündigte Meta zudem verbesserte Ende-zu-Ende-verschlüsselte Backups für WhatsApp und Messenger an. Das neue System setzt auf Hardware-Sicherheitsmodule und ein dynamisches Schlüsselverteilungssystem, das von Cloudflare und Meta signiert wird. Das OPAQUE-Protokoll und 256-Bit-Verschlüsselung sollen sicherstellen, dass nur der Nutzer selbst auf seine Backup-Daten zugreifen kann – nicht einmal Cloud-Anbieter oder Meta selbst.
Doch die Strategie ist nicht einheitlich: Instagram wird am 8. Mai 2026 seine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten einstellen. Grund sei die geringe Nutzerakzeptanz, so das Unternehmen. Damit erhält Meta wieder Zugriff auf Nachrichteninhalte – für Moderation, Werbung und rechtliche Anfragen. Ein deutlicher Unterschied zur datenschutzorientierten WhatsApp-Strategie.
Regulatorische Hürden und institutionelle Verbote
Die Weiterentwicklung von WhatsApp stößt auf Widerstand. Am 1. Mai verhängte die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate ein Verbot für Geschäftsbanken, WhatsApp für den Kundenservice zu nutzen. Transaktionen, Datenaustausch und die Übermittlung von Einmalpasswörtern sind damit untersagt – aus Sorge um die Datensicherheit.
Parallel dazu verschärfen die VAE ihre Cyberkriminalitätsgesetze: Wer ungeprüfte Inhalte weiterleitet, riskiert Geldstrafen zwischen 250.000 und 500.000 AED (rund 62.000 bis 124.000 Euro). Gruppenadministratoren haften künftig persönlich, wenn sie illegale Inhalte nicht entfernen.
New Mexico fordert 3,7 Milliarden Dollar
In den USA bereitet sich Meta auf die zweite Phase eines Prozesses in New Mexico vor, der am 4. Mai 2026 beginnt. Der Bundesstaat fordert 3,7 Milliarden Dollar Schadenersatz und wirft Meta vor, die Sicherheit seiner Plattformen für Minderjährige nicht gewährleistet zu haben. Bereits im März hatte eine Jury Meta für schuldig befunden, die Sicherheit seiner Angebote für junge Nutzer falsch dargestellt zu haben.
New Mexico verlangt einen 15-Jahres-Plan für psychische Gesundheit sowie technische Änderungen: strengere Altersverifikation und Einschränkungen bei Empfehlungsalgorithmen für Kinder. Meta bezeichnet einige Forderungen als technisch nicht umsetzbar und droht damit, seine Dienste aus dem Bundesstaat zurückzuziehen.
Nutzerschwund trotz Rekordgewinnen
Der Vorstoß zu neuen Funktionen kommt zu einer Zeit, in der Metas Kernkennzahlen schwanken. Im ersten Quartal 2026 verlor der Konzern 20 Millionen täglich aktive Nutzer über alle Apps hinweg – von 3,58 auf 3,56 Milliarden. Analysten führen den Rückgang auf Dienstunterbrechungen im Nahen Osten und anhaltende Beschränkungen in Russland zurück.
Trotz des Nutzerschwunds bleibt die finanzielle Lage stark: Der Umsatz erreichte 56,31 Milliarden Dollar (rund 52 Milliarden Euro), ein Plus von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 26,8 Milliarden Dollar. Doch die Sorgen um Nutzerbindung und Rechtskosten ließen die Aktie nach der Bekanntgabe um 7 bis 10 Prozent fallen.
Interne Governance-Probleme
Hinzu kommen interne Probleme: Anhörungen in Großbritannien offenbarten, dass Polizisten der Metropolitan Police private Handys und WhatsApp-Gruppen nutzten, um unbefugt Beweisfotos – darunter Bilder Verstorbener – zu teilen. Die Fälle endeten mit schriftlichen Verwarnungen und zeigen die Herausforderungen verschlüsselter Kommunikation in sensiblen beruflichen Kontexten.
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Ausblick: Ende für ältere Android-Geräte
Ab dem 8. September 2026 wird WhatsApp keine älteren Android-Geräte mehr unterstützen. Modelle mit Android 5.0 und 5.1 – darunter das Samsung Galaxy S3 und das Motorola Moto G – sind dann nicht mehr kompatibel. Meta begründet den Schritt mit Sicherheits- und Leistungsanforderungen neuer Funktionen wie Liquid Glass und KI-basierten Tools.
Ob WhatsApp den Spagat zwischen sozialen Ambitionen, Datenschutz und regulatorischen Auflagen schafft, wird maßgeblich vom Ausgang des New-Mexico-Prozesses und den laufenden Untersuchungen der EU-Kommission nach dem Digital Services Act abhängen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Messenger sein neues Gesicht behalten darf.

