Doch der Technologieriese Google mischt jetzt mit.
Der Bostoner Gesundheitstechnologie-Konzern Whoop sammelte Ende März 575 Millionen Euro in einer Series-G-Finanzierungsrunde ein. Damit steigt die Bewertung des Unternehmens auf 10,1 Milliarden Euro. Angeführt wurde die Runde von Collaborative Fund. Das Geld fließt in die bildschirmlosen Wearables – eine Nische, die auf kontinuierliche Gesundheitsdaten setzt statt auf Benachrichtigungen und Displays wie bei klassischen Smartwatches.
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Google zeigt Konkurrenz-Produkt
Nur wenige Tage später, am 2. April, veröffentlichte Google einen Teaser für ein eigenes Gerät. Ein kurzes Video mit Basketball-Star Steph Curry zeigt ein grau-oranges Armband ohne sichtbaren Bildschirm – mit Google-Logo. Branchenanalysten sehen darin eine direkte Herausforderung für Whoops Dominanz im Bereich Leistungs-Tracking.
Das Timing ist kein Zufall: Whoop expandiert aggressiv in über 200 Länder. Anders als viele Konkurrenten setzt das Unternehmen auf ein Abonnement-Modell statt auf Hardware-Verkäufe. Das Armband misst rund um die Uhr Herzfrequenzvariabilität, Schlafphasen und Atemfrequenz – die Auswertung erfolgt über eine Smartphone-App.
600 neue Stellen geplant
Parallel zur Finanzierung kündigte Whoop einen massiven Personalaufbau an. Im Laufe des Jahres sollen über 600 neue Mitarbeiter in den Bereichen Software, Forschung, Hardware und Marketing eingestellt werden. Der Fokus liegt auf KI-gestützter Datenanalyse, um die Rohdaten in verwertbare Erkenntnisse zu übersetzen.
Im Frühjahr 2025 brachte Whoop die Version 5.0 seiner Hardware auf den Markt. Ende März folgten neue KI-Funktionen für Krafttraining und Jetlag-Coaching. Laut unternehmenseigenen Studien steigern tägliche Nutzer ihre wöchentliche Bewegung um durchschnittlich 90 Minuten und gewinnen über zwei Stunden zusätzlichen Schlaf pro Woche.
Smart Rings: Der heimliche Star
Während bildschirmlose Armbänder das High-End-Segment dominieren, boomen Smart Rings noch stärker. Laut Marktforschern von Omdia stiegen die weltweiten Auslieferungen von 850.000 Einheiten 2023 auf 1,8 Millionen 2024. Für dieses Jahr werden über 4 Millionen prognostiziert.
Marktführer Oura hält 74 Prozent Anteil, gefolgt von Ultrahuman und Samsung mit je rund neun Prozent. Im März 2025 kündigten Google und Samsung eine strategische Partnerschaft zur Integration von Gesundheitsdatenplattformen an – ein Schritt, der die Tür für tiefere Verzahnung von Smart Rings mit bestehenden Ökosystemen öffnet.
Der Trend zur Reizüberflutung
Der Siegeszug bildschirmloser Geräte hat auch psychologische Gründe. Eine europäische Verbraucherstudie von 2024 ergab: Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich durch zu viel Bildschirmzeit belastet – besonders jüngere Nutzer. Die Nachfrage nach „ablenkungsfreiem“ Tracking wächst: Geräte, die passiv Daten sammeln, ohne durch Nachrichten oder App-Alarme zu unterbrechen.
Branchenbeobachter sehen eine zunehmende Fragmentierung des Wearable-Marktes in zwei Lager: vollgepackte „Armband-Computer“ wie die Apple Watch und spezialisierte Minimalisten. Auf der CES im Januar zeigte sich: Innovation wandert weg von All-in-One-Lösungen hin zu Nischengeräten für spezifische Anwendungen.
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Technologischer Quantensprung
Die Miniaturisierung der Sensoren hat diesen Wandel erst möglich gemacht. Aktuelle bildschirmlose Geräte nutzen Multi-Wellenlängen-PPG-Sensoren, medizinische Sauerstoffsättigungsmessung und hochpräzise Temperatursensoren – laut Herstellerangaben 30-mal genauer als Modelle von 2020. Damit liefern sie klinisch relevante Daten, die oft besser sind als die Gesundheitswerte herkömmlicher Smartwatches.
KI-Systeme interpretieren diese Daten zunehmend intelligent. Statt bloßer Schrittzählung erkennen moderne Plattformen Trainingsübungen automatisch oder sagen hormonelle Zyklen voraus – und ermöglichen so ein maßgeschneidertes Training.
Ausblick: Milliardenmarkt bis 2035
Mit Googles Einstieg dürfte der Markt für bildschirmlose Sportgeräte weiter boomen. Analysten erwarten, dass das globale Volumen bis Mitte der 2030er Jahre mehrere Milliarden Euro erreicht. Die Herausforderung bleibt: Hohe Sensorgenauigkeit und lange Akkulaufzeit in den engen Gehäusen von Ringen oder schmalen Armbändern zu vereinen.
Der Wettbewerb zwischen Abo-Modellen und Einmalkäufen wird sich verschärfen. Erfolgreich werden die Unternehmen sein, die aus den komplexen Biometriedaten echte Handlungsempfehlungen ableiten – nicht nur Rohdaten liefern.





