Der Hersteller WiCi hat die WiCi One vorgestellt, eine externe Grafikkarte, die sich ohne Kabelverbindung über Wi-Fi 7 mit Laptop oder PC koppeln lässt. Gleichzeitig eröffnete das Unternehmen die Vorbestellungen für das Gerät.
Technische Basis und Funktionsweise
Die WiCi One nutzt eine Wi-Fi-7-Verbindung mit 4×4-MIMO-Antennentechnik und einem 320-MHz-Kanal, um die externe GPU drahtlos bereitzustellen. Möglich wird dies laut Hersteller durch einen speziellen virtuellen Treiber, der laut einem Bericht zusätzlich mit lokalem Caching, Deduplizierung und Kompression arbeitet.
Theoretisch erreicht Wi-Fi 7 damit eine Gesamtbandbreite von bis zu 46 Gbit/s beziehungsweise nach anderen Angaben bis zu 46,1 Gbit/s. In der Praxis liegt der tatsächliche Durchsatz laut mehreren Berichten jedoch bei rund 11,5 Gbit/s. Zum Vergleich: Kabelgebundene Verbindungen wie Thunderbolt 4 schaffen bis zu 32 Gbit/s PCIe, Thunderbolt 5 und OCuLink bis zu 64 Gbit/s PCIe, Thunderbolt 5 allein wird mit bis zu 80 Gbit/s angegeben.
Eine Demonstration des Geräts erfolgte laut einem Bericht bei einem Abstand von rund 50 Zentimetern zwischen eGPU und Laptop.
Ausstattung und Preise
Das Basismodell der WiCi One kombiniert eine Nvidia RTX 5060 Ti mit 16 GB VRAM, einen Intel Core 3 100U sowie eine 1-TB-NVMe-SSD, nach manchen Angaben konkret der Generation 4 beziehungsweise PCIe 4.0. Für Vorbesteller liegt der Preis bei 1.999 US-Dollar, der spätere reguläre Einzelhandelspreis soll 2.599 US-Dollar betragen – in einzelnen Berichten wird dieser Betrag auch mit rund 2.600 US-Dollar beziffert.
Parallel plant WiCi eine leistungsstärkere Ausbaustufe mit einer RTX 5090 samt 32 GB GDDR7-Speicher. Als Prozessor ist hier je nach Bericht ein Core Ultra 7 225H oder ein Core Ultra 7 255H vorgesehen, dazu kommt eine 4-TB-NVMe-SSD der Generation 5 beziehungsweise PCIe 5.0. Ein Preis für diese Variante steht noch nicht fest; nähere Details sollen näher am Marktstart folgen.
Kabellose Grafikleistung klingt verlockend — doch zwischen theoretisch 46 Gbit/s und rund 11,5 Gbit/s in der Praxis liegt die Entscheidung. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie bei einer Wi-Fi-7-eGPU achten müssen: Router-Voraussetzungen, Durchsatz-Realität und Kaufkriterien. eGPU-Leitfaden jetzt kostenlos anfordern
Angaben zur Grafikleistung
Für das Basismodell nennt WiCi konkrete Leistungswerte: In Cyberpunk 2077 sollen bei 4K-Ultra-Einstellungen mit DLSS 4 rund 80 Bilder pro Sekunde erreicht werden, in Black Myth: Wukong bei 4K-Cinematic-Einstellungen mit DLSS 4 rund 60 Bilder pro Sekunde.
Diese Werte stammen ausschließlich vom Hersteller selbst und wurden bislang nicht unabhängig überprüft. Mehrere Berichte weisen zudem darauf hin, dass für die beworbene Leistung ein Wi-Fi-7-Router sowie eine stabile Funkverbindung Voraussetzung sein dürften.
Über die reine Grafikleistung hinaus soll die WiCi One auch für lokale KI- und LLM-Berechnungen ausgelegt sein. Laut einem Bericht können mehrere Geräte im selben lokalen Netzwerk die eGPU gemeinsam nutzen.
Marktstart
Der breite Verkaufsstart der WiCi One ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, wobei ein Bericht von einem zunächst begrenzten Angebotsumfang zum Start ausgeht. Eine öffentliche Demonstration des Geräts wurde für den 5. und 6. Oktober angekündigt.
Wer heute eine eGPU kauft, bindet sich an einen Anschluss: Thunderbolt 4 liefert bis 32 Gbit/s PCIe, Thunderbolt 5 und OCuLink bis 64 Gbit/s — eine Funklösung erreicht laut Berichten rund 11,5 Gbit/s. Unser Leitfaden vergleicht beide Wege und hilft Ihnen, die für Ihr Setup passende Wahl zu treffen. Thunderbolt-vs-Wi-Fi-7-Vergleich anfordern
Bis zur breiten Verfügbarkeit bleibt offen, inwiefern sich die vom Hersteller genannten Leistungswerte unter realen Netzwerkbedingungen bestätigen lassen – insbesondere angesichts der Diskrepanz zwischen theoretischer Wi-Fi-7-Bandbreite und den in mehreren Berichten genannten praktischen Durchsatzwerten von rund 11,5 Gbit/s.

