WinApps: Windows-Apps native in Linux GNOME und KDE

WinApps verbindet Windows-Software mit Linux über KVM und FreeRDP, setzt jedoch passende Windows-Versionen sowie bestimmte Hardware voraus.

Das Softwareprojekt WinApps, ein Fork der ursprünglichen Entwicklung von Fmstrat, ermöglicht die nahtlose Integration von Windows-Anwendungen in die Linux-Desktop-Umgebungen GNOME und KDE. Durch den Einsatz einer virtuellen Maschine auf Basis von KVM (Kernel-based Virtual Machine) und der Technologie FreeRDP RemoteApp können Programme wie Microsoft Office oder Anwendungen von Adobe direkt über native Linux-Verknüpfungen gestartet werden.

Technische Basis und Systemanforderungen

Die Funktionsweise von WinApps basiert darauf, Windows-Anwendungen innerhalb einer KVM-Umgebung auszuführen und diese mittels FreeRDP auf den Linux-Desktop zu streamen. Neben Microsoft Office und Adobe-Apps werden auch komplexe Anwendungen wie Visual Studio und Fusion 360 unterstützt. Als Backends für den Betrieb stehen Docker, Podman sowie libvirt zur Verfügung; alternativ ist eine manuelle Konfiguration möglich.

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Für den stabilen Betrieb von WinApps müssen bestimmte Hardware- und Softwarevoraussetzungen erfüllt sein. Das System benötigt mindestens 8 GB RAM, wobei der virtuellen Maschine mindestens 4 GB RAM zugewiesen werden müssen. Der Speicherbedarf auf der Festplatte wird mit 20 GB beziffert.

Auf der Softwareseite ist eine Pro-, Enterprise- oder Server-Version von Windows 10 oder Windows 11 erforderlich, da die Home-Editionen keine native RDP-Unterstützung bieten. Zudem wird die Version 3.x von FreeRDP vorausgesetzt.

Einrichtung und Konfigurationsmöglichkeiten

Der Installationsprozess von WinApps gliedert sich in fünf wesentliche Schritte. Zunächst erfolgt die Bereitstellung der virtuellen Maschine via Docker, Podman oder libvirt. Im Anschluss müssen Linux-Abhängigkeiten wie curl, dialog und freerdp3-x11 installiert werden.

Die zentrale Steuerung erfolgt über die Datei winapps.conf, in der Parameter wie Zugangsdaten (RDP_USER, RDP_PASS), die IP-Adresse, der Flavor-Typ sowie die Skalierung hinterlegt werden. Bei der Skalierung mittels RDP_SCALE werden derzeit ausschließlich die Werte 100, 140 und 180 unterstützt.

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Nach einem erfolgreichen RDP-Check schließt ein Setup-Wizard die Installation ab. Die Standardkonfiguration der virtuellen Maschine sieht die Nutzung von 4 CPU-Kernen, 4 GB RAM und einer 64 GB großen virtuellen Festplatte vor.

Zur Fernwartung während der Einrichtung kann VNC über die lokale Adresse 127.0.0.1:8006 genutzt werden. Eine Besonderheit ist die AUTOPAUSE-Funktion, die mit einer Mindestdauer von 20s konfiguriert werden kann, um Systemressourcen zu schonen.

Grenzen der Kompatibilität und weitere Entwicklungen

Trotz der tiefen Integration weist WinApps funktionale Einschränkungen auf. So bietet die Software keinen Support für Kernel-basierte Anti-Cheat-Systeme, wie beispielsweise Vanguard, was den Einsatz für bestimmte Gaming-Anwendungen ausschließt.

Für die Erweiterung der unterstützten Programme stellt das Projekt ein spezielles Verzeichnis bereit, das vorkonfigurierte Einstellungen aus der Community enthält. WinApps ist primär für die Nutzung auf Distributionen wie Ubuntu und Fedora optimiert.

Parallel zu diesen Entwicklungen arbeitet die OpenEuler/compat-winapp SIG an der Verbesserung der Windows-App-Kompatibilität für das Betriebssystem openEuler. Die dortige Roadmap sieht kurzfristig innerhalb der nächsten ein bis drei Monate Optimierungen an wine32-Builds sowie erweiterte Tests vor.

Mittelfristig, in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten, sollen automatisierte Tests und eine verbesserte Benutzeroberfläche folgen. Langfristig ist nach mehr als sechs Monaten die vollständige Integration in openEuler sowie der verstärkte Einsatz von Virtualisierungs- und Container-Lösungen geplant.