WinCC OA: Siemens bestätigt Windows Server 2025-Kompatibilität

Siemens erweitert WinCC-OA-Support um Windows Server 2025. Neue Richtlinien empfehlen eigene SSL-Zertifikate für den Produktivbetrieb.

Siemens hat seine technische Dokumentation zur industriellen Softwarelösung WinCC OA (Open Architecture) aktualisiert, um die Integration in moderne IT-Infrastrukturen voranzutreiben. Im Zentrum der Neuerungen steht die Bestätigung der Kompatibilität mit dem Betriebssystem Windows Server 2025. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigenden Anforderungen an Automatisierungssysteme im industriellen Umfeld und stellt die Weichen für den Einsatz seiner Visualisierungssoftware auf der neuesten Microsoft-Servergeneration.

Die Unterstützung von Windows Server 2025 gilt den aktuellen Angaben des Unternehmens zufolge für die WinCC-OA-Versionen 3.20 und 3.21, sofern die jeweils aktuellen Patch-Versionen installiert sind. Um die Stabilität dieser Systeme in komplexen Industrieumgebungen zu gewährleisten, setzt Siemens auf eine intensive Qualitätssicherung. Das Unternehmen führt nach eigenen Angaben rund 70.000 automatisierte Tests pro Nacht durch, um die Softwarequalität über verschiedene Konfigurationen und Plattformen hinweg sicherzustellen.

Individuelle Support-Modelle und Zertifikatsmanagement

Für Industriebetriebe, die über die Standardunterstützung hinausgehende Anforderungen haben, bietet Siemens zusätzliche Flexibilität an. So sind individuelle, kostenpflichtige Verträge für den Support spezifischer Plattformversionen möglich. Dies erlaubt es Unternehmen, ihre Wartungsstrategien enger an den Lebenszyklus der genutzten IT-Infrastruktur anzupassen.

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Ein wesentlicher Teil der aktualisierten technischen Richtlinien befasst sich mit der Sicherheit der Systemkommunikation, insbesondere im Bereich der SSL-Zertifikate. Siemens sprach in diesem Zusammenhang eine deutliche Empfehlung aus: Die standardmäßig mitgelieferten ETM-Zertifikate seien nicht für den Einsatz in produktiven Umgebungen vorgesehen. Betreiber von WinCC-OA-Anlagen werden dazu angehalten, für den produktiven Betrieb eigene Sicherheitszertifikate zu implementieren.

Zur technischen Umsetzung dieser Sicherheitsmaßnahmen stellt die Software das sogenannte SSL-Certificates-Panel bereit. Über diese Schnittstelle können Administratoren eigene Root- und Host-Zertifikate generieren. Ein technisches Detail, das in der aktualisierten Dokumentation hervorgehoben wird, ist die Notwendigkeit, unterschiedliche Organisationsnamen für die Root- und Host-Zertifikate zu vergeben, um Konflikte in der Validierungskette zu vermeiden. Nach einer Änderung oder Neuerstellung der Zertifikate ist zudem ein Systemneustart zwingend erforderlich, damit die neuen Sicherheitskonfigurationen wirksam werden.

Absicherung von Proxy- und Web-Client-Verbindungen

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Darüber hinaus liefert die aktualisierte Wissensdatenbank detaillierte Anleitungen für die Verschlüsselung der Kommunikation. Dies betrifft insbesondere den WinCC-OA-Proxy sowie die Verbindung zum Web-Client. Hierbei muss strikt zwischen Zertifikaten für die HTTP-Kommunikation und solchen für den sogenannten mxProxy unterschieden werden. Diese Differenzierung ist für die Absicherung von Fernzugriffen und die Integrität der webbasierten Überwachung industrieller Prozesse von entscheidender Bedeutung.

Die entsprechenden Einträge in der Knowledge Base wurden ursprünglich bereits Anfang des Jahres 2025 erstellt, erfuhren jedoch in den letzten Tagen eine umfassende Revision, um den aktuellen technischen Stand der Betriebssystem-Kompatibilität abzubilden. Mit diesen Maßnahmen adressiert Siemens die Notwendigkeit einer nahtlosen und sicheren Verzahnung von Operational Technology (OT) und moderner Informationstechnik (IT) in der vernetzten Produktion.