Windows 10: 1.903 Sicherheitslücken machen Millionen anfällig

Fast 17 Prozent aller Windows-Geräte laufen noch mit dem veralteten Betriebssystem. Eine neue Zero-Day-Lücke und Probleme bei der Patch-Verteilung verschärfen die Sicherheitslage.

17 Prozent aller Windows-Geräte laufen noch mit Windows 10 – und sind damit dreimal so anfällig für Sicherheitslücken wie moderne Systeme.

Die Zahlen sind alarmierend: Während Windows 11 inzwischen auf rund 78 Prozent aller Rechner läuft, hält sich das veraltete Betriebssystem hartnäckig. Laut aktuellen Marktdaten vom Juli 2026 tragen Windows-10-Geräte durchschnittlich 1.903 aktive Sicherheitslücken – fast dreimal so viele wie die 652 Schwachstellen auf Windows-11-Systemen.

Besonders brisant: Rund 66 Prozent dieser Lücken gelten als hochriskant oder kritisch. Und 2,4 Prozent der Sicherheitslücken werden derzeit aktiv von Angreifern ausgenutzt. Die Verteilung ist dabei alles andere als gleichmäßig. Kleine und mittlere Unternehmen melden eine Windows-10-Nutzung von 21,4 Prozent, während die Gesundheits- und Pharmabranche mit 23 Prozent sogar noch darüber liegt.

Zero-Day-Lücke „LegacyHive“ – kein offizieller Patch in Sicht

Die Sicherheitslage verschärft sich weiter. Im Juli 2026 wurde eine als „LegacyHive“ bekannte Zero-Day-Schwachstelle öffentlich. Entdeckt von der Forschungsgruppe Nightmare Eclipse, steckt der Fehler im Windows User Profile Service. Er erlaubt lokale Rechteausweitung: Ein normaler Benutzer kann auf die Registrierungsdaten eines anderen Nutzers zugreifen.

Betroffen sind vollständig aktualisierte Systeme – darunter Windows 10 Version 2004 und neuer sowie Windows Server 2022. Microsoft hat das Problem zwar bestätigt und prüft es, einen offiziellen Patch gibt es jedoch bis Ende Juli 2026 nicht. In der Zwischenzeit hat ACROS Security einen kostenlosen, inoffiziellen Mikro-Patch über seinen 0Patch-Dienst veröffentlicht. Es ist nicht der erste Vorfall: Erst Anfang des Monats hatte dieselbe Forschergruppe die „RoguePlanet“-Lücke gemeldet.

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Verlängerter Sicherheitssupport für Privat- und Geschäftskunden

Microsoft hatte den regulären Support für Windows 10 im Oktober 2025 eingestellt. Seitdem gibt es das Extended Security Update (ESU)-Programm: kritische Sicherheitsupdates ohne neue Funktionen. Die aktuellen Regelungen zeigen: Auch Privatnutzer haben mehrere Wege zur Verlängerung – bis Oktober 2026 oder 2027, je nach Programm.

Privatgeräte mit Windows 10 Version 22H2 können für ein Jahr am ESU-Programm teilnehmen. Die Optionen: eine Gebühr von umgerechnet rund 27 Euro, der Einsatz von 1.000 Microsoft-Rewards-Punkten oder eine kostenlose Anmeldung über das Windows-Backup-Tool. Die Lizenz deckt bis zu zehn Rechner pro Konto ab. Für Unternehmen beginnen die Kosten bei etwa 55 Euro pro Gerät im ersten Jahr – mit steigenden Preisen in den Folgejahren, bis zu drei Jahre lang.

Infrastrukturprobleme: WSUS-Synchronisationsfehler behindert Patch-Verteilung

Die Auslieferung der Sicherheitsupdates selbst gestaltet sich schwierig. Mitte Juli 2026 meldeten Administratoren Synchronisationsfehler mit Windows Server Update Services (WSUS). Die Patches des Juli-Update-Dienstags ließen sich nicht verteilen. Microsoft führte die Ursache auf angestaute Metadaten zurück und veröffentlichte eine manuelle Lösung per Datenbank-Wartung.

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Der Juli-Update-Zyklus war besonders umfangreich: Über 500 Schwachstellen wurden geschlossen, darunter rund 60 kritische Lücken. Zu den schwerwiegendsten gehörten zwei Zero-Days: eine SharePoint-Lücke mit einem CVSS-Schweregrad von 9,8 und ein Fehler in den Active Directory Federation Services. Trotz verfügbarer Patches verhinderte der WSUS-Fehler die sofortige Installation in vielen Unternehmensnetzwerken – ein Problem, das die Sicherheitslücke zwischen Windows 10 und 11 weiter vergrößert.